Mai 24 2008

FINANZtest – Riester-Rente muss sein

Published by at 01:49 under Geld & Vermögen

Viel ist in den letzten Monaten über das Konzept der Riester-Rente diskutiert worden. Auslöser für die allgemeine Skepsis war ein Beitrag des ARD Magazins Monitor, der offenlegte, dass Geringverdiener, die eine Riester-Rente abschließen damit lediglich im Alter die allgemeinen Sozialkassen entlasten, zu einem Vermögenszuwachs führt dies nach den Berechnung nicht, da die spätere Geringverdiener Rente ohnehin so gering ausfällt, dass (nach heutiger Betrachtung) staatliche Unterstützungszahlungen bis zum Mindesteinkommen geleistet werden.

FINANZtest rechnet und stellt fest: Riester Rente bildet die Basis der Alterseinkünfte

Als Vor- und Nachrechner ist die Stiftung Warentest mit dem eigens dafür aufgelegten Heft „FINANZtest“ zu einer Institution der Geldanlage geworden. Schon aus diesem Grund verlässt man sich dort nicht auf die Berechnungen anderer, sondern macht sich die Mühe selbst tätig zu werden. Das Ergebnis entspricht dem der seit Jahren geltenden Auffassung, von der gesetzlichen Rente kann später eigentlich niemand mehr leben. Zusätzliche Vorsorge ist notwendig und – das wird im aktuellen Beitrag des Finanztest-Heftes deutlich: Günstiger als Riester-Rente oder die Betriebliche Altersvorsorge geht es nicht. Der Anteil staatlicher Unterstützung bietet einen Mehrwert, der einfach den Vorteil gegenüber anderen von klassischen Anlagen bietet. Dabei ist es unerheblich ob es sich um Ledige, Verheiratete, ältere oder jüngere Riester-Sparer handelt, das Konzept ist tatsächlich Generationen übergreifend sinnvoll. Wer nicht vorsorgt ist quasi selbst schuld.

Rentenlücke betrifft vor allem die jetzt noch jüngeren Arbeitnehmer

Die Überlegung später keinen Vorteil durch die eigene Sparleistung zu erhalten ist bei der Betrachtung eher weniger berücksichtigt worden. Die Rentenlücke klafft ohnehin erst deutlich bei denjenigen späteren Rentnern, die jetzt noch 20 oder mehr Jahre zu arbeiten haben, bis sie das Rentenalter erreichen. Die heutige Gesetzeslage auf die Zukunft zu projizieren ist also eher ungenau – als richtig.

Eine einfache Regel sollten allerdings die Neu-Riester-Rentner berücksichtigen. Für jüngere Sparer eignen sich Investmentfonds, bzw. Riester-Renten die auf Fondssparplänen beruhen, für ältere sind aufgrund der schwankenden Wertpapiernotierungen, die sich erst über die Zeit ausgleichen, Banksparpläne die bessere Entscheidung. Eines aber ist für alle gleich: Riestern macht Sinn.

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2 Responses to “FINANZtest – Riester-Rente muss sein”

  1. Ulrichon 25 Mai 2008 at 18:33

    Überall wird die Riester-Rente hochgejubelt. Die vielen schwerwiegenden Nachteile lässt man dabei gerne unter den Tisch fallen:

    - Zwangsverrentung von 70% der Auszahlung, max. 30% Kapitalauszahlung

    - Zwang zum Deutschland-Aufenthalt im Alter, sonst Verlust der staatlichen Zuschüsse

    - unflexibles Konzept, das die heutige Arbeitswirklichkeit vieler Menschen nicht widerspiegelt: mal angestellt, mal ein paar Jahre selbständig, dann mal im Ausland, dann wieder angestellt … – die Riester-Rente kennt nur den dauerhaft Angestellten und Beamten.

    - Auszahlung frühestens ab 60/65 Jahren

    - Nachteile im Todesfall, sowohl in der Ansparphase, als auch in der Auzahlungsphase. Schön für den Staat, schlecht für die Erben

    Mag sein, dass der eine oder andere Punkt noch zum Positiven verändert wird – zum Teil auch zwangsweise durch die EU wegen offensichtlicher Verstöße gegen EU-Recht (Freizügigkeit etc.). Aktuell sind aber die genannten Einschränkungen der Stand der Dinge.

    Dazu kommt die angeblich so vorteilhafte nachgelagerte Besteuerung. Wenn künftige Bundesregierungen feststellen, dass ihre Kassen mal wieder leer sind, werden die Politiker Mittel und Wege finden, die gut gefüllten Riester-Konten anzuzapfen. Siehe das gerade wieder aktuelle Thema “voller Krankenkassenbeitrag für Betriebsrenten”. Auch Riester-Rentner sind lebenslang am Gängelband der deutschen Politik. Eine wahrhaft abschreckende Vorstellung.

    Für mich gilt: wenn der Staat die Finger drin hat und für ein bestimmtes Produkt so sehr trommelt und gleichzeitig andere Produkte unattraktiv macht (siehe Abgeltungssteuer), dann werde ich hellwach und gehe davon aus, dass was faul ist. Und beim Blick auf die Nachteile der Riester-Rente fühle ich mich bestätigt.

    Der Staat soll seine “Zulagen” behalten und mich in Ruhe selbst mit Produkten meiner Wahl vorsorgen lassen.

    Riester – nein danke.

  2. Ulrichon 26 Mai 2008 at 14:48

    Monitor hat den Riester-Jublern ein weiteres Mal in die Suppe gespuckt und einfach mal ausgerechnet, wie lang man die Riester-Rente beziehen muss, damit man von den angeblich so attraktiven staatlichen “Zulagen” überhaupt was hat.

    Das Ergebnis ist ernüchternd, um nicht zu sagen skandalös – erst ab 87 Jahren fließt etwas von den Zulagen zurück:

    http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=956&sid=181

    Auch als Video:
    http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtvextrakt.phtml?p=400&b=030&ex=3

    Da kann man den Riester-Rentnern nur wünschen, dass die ein biblisches Alter erreichen …

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