Apr 16 2013

Immobilien kaufen statt Tagesgeld anlegen

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Zypern wird aus finanzpolitischer Sicht sehr wahrscheinlich als Sündenfall in die Geschichte eingehen, denn bis zum Zeitpunkt des zypriotischen Bankenrefinanzierungsengpass wähnten die allermeisten deutschen Sparer Ihre Guthaben, bei einer Bank ihrer Wahl, gut aufgehoben.

Dass das vielleicht nicht doch nicht so sicher sein könnte, wurde deutlich, als die zypriotische Regierung mit großer Nonchalance beschloss alle Bankguthaben für die Refinanzierung der eigenen Banken heranzuziehen – völlig unabhängig ob das Guthaben über oder unter der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro beträgt. Weniger die Tatsache, dass diese Idee aufkam, denn mehr, dass hier erstmals klar wurde, dass eigentlich kaum jemand etwas gegen eine solche Enteignungs-Entscheidung tun kann, entsetzte Sparer in Europa, wie auch in Asien und Amerika.

Flucht in Immobilien und andere Sachwerte

Schon der Kapitalismus-Skeptiker Karl Marx formulierte das Verhalten, welches durch die Zypernkrise weiter Dynamik aufgenommen hat: „Kapital ist ein scheues Reh“. So werden immer öfter Sichteinlagen, wie z.B. Guthaben auf Tagesgeld- und Girokonten zu realen Werten wie Aktienfonds oder auch physischen Edelmetallen hin umgeschichtet.

In der Kombination mit niedrigen Zinsen ergibt sich zusätzlich eine weitere sehr positive Situation, von der Immobilienverkäufer erheblich, in Form von steigenden Verkaufspreisen, profitieren. Als klassisch wertstabiles Investment steigenden die Preise aufgrund der günstigen Baufinanzierungszinsen vor allem in Ballungszentren derzeit rapide. Wer hier eine Immobilie erwerben möchte, sollte deshalb vorab die Zeit für einen Baufinanzierungs-Anbietervergleich nehmen und neben der reinen Zinshöhe auch die Zinsbindung und die Tilgungsrate (Rückführungsquote) nicht aus den Augen lassen.

Maklerportale bieten ausgereifte Baufinanzierungs-Vergleiche

Steigende Immobilienpreise, Knappheit in guten Lagen und niedrige Zinsen lassen auch Makler jubeln, schließlich ist ihre Vergütung von der Höhe des tatsächlich erzielten Verkaufspreises abhängig. Wer es gerne ein bisschen objektiver haben möchte, der kann mit gutem Gewissen einen Blick auf eines der großen Immobilienportale werfen, die quasi das komplette Spektrum aller angebundenen Makler von günstig bis sehr teuer veröffentlichen können und zusätzlich einen ausgiebigen Ratgeberteil zur Verfügung stellen.

So bietet z.B. immobilienscout24.de neben einem umfassenden Baufinanzierungszinsvergleich auch einen Ratgeber, der die wichtigsten Fragen wie z.B. „Kaufen oder mieten?“, „Bauen oder kaufen?“ aber auch „Bauspardarlehen – So funktioniert’s“ beantwortet. Darüber hinaus erhalten sind kostenlose ausführliche Checklisten, wie die „Auswahl der richtigen Immobilie“ oder „Unterlagen für die Bank“.

Bleibt die Frage: Muss jetzt jeder sein Tagesgeldkonto auflösen und eine Wohnung, ein Haus kaufen? Nein, das muss wahrlich nicht sein. Immobilien kaufen sollte nur, wer über Eigenkapital verfügt und sich mit dem Gedanken vertraut macht über Jahrzehnte einen Baukredit zurückzuführen. Auch wenn momentan eine Baufinanzierung zu sehr günstigen Konditionen zu bekommen ist, muss die Immobilie nicht unbedingt der Sachwert der ersten Wahl sein.

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Mrz 15 2013

Wüstenrot Top Tagesgeld

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Wüstenrot Top Tagesgeld gewährt 2% Zinsen p.a.

Wüstenrot bietet die besseren Zinsen, aber … Kaum war der Beitrag über die Renault Bank direkt und die 1,85% Zinsen p.a. auf Tagesgeld veröffentlicht, folgte schon der Hinweis, dass es da durchaus ein Angebot der Bausparkasse Wüstenrot geben würde, das noch besser verzinst wäre. Das kann natürlich nicht unerwähnt bleiben, deshalb in aller Kürze auch ein paar Wörter zu dem Wüstenrot Tagesgeldkonto „Wüstenrot Top Tagesgeld“.

Das aus der Fusion der Wüstenrot Bank AG und Wüstenrot Hypothekenbank AG hervorgegangene Unternehmen, die Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank bietet längst mehr Angebote als nur „Bausparen“. Dass das bisher den Wenigsten aufgefallen ist, dürfte vor allem an der wenig überzeugenden Zinshöhe der Angebote gelegen haben. Offensichtlich hat man bei Wüstenrot beschlossen der Konkurrenz nicht weiter zuzuschauen wie der früher so oft in der Werbung bemühte „Feld in der Brandung“, sondern ein Zeichen zu setzen und den Kieseln da draußen mal zu zeigen was ein echter Feld so kann, wenn er denn in Bewegung gerät.

Das Ergebnis ist ein – sorry Wüstenrot – Lockangebot, wie man es bereits von anderen Anbietern kennt. 2% Zinsen p.a. aber nur für den Zeitraum von 6 Monaten. Und nur für Geldanlagen bis 10.000 Euro. Dafür aber für Neukunden und Bestandskunden sofern diese Neuanlagen tätigen. Das Aktionsangebot ist befristet bis 15.4., d.h. nur bis zum Stichtag ein Wüstenrot Tagesgeldkonto eröffnet hat, erhält die 2% Zinsen p.a. auf das Wüstenrot Top Tagesgeld.

Die weiteren Rahmendaten sind Tagesgeldkonto üblich – kostenlose Kontoführung, Überweisungen auf Referenzkonto können per Onlinebanking oder telefonisch vorgenommen werden. Besser als bei anderen: die Zinsgutschrift erfolgt vierteljährlich, die Guthaben sind über den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken in Deutschland abgesichert, was einer Einlagensicherung pro Sparer von 126 Mio. Euro entspricht.

Wüstenrot Top Tagesgeld – ein gutes Angebot?

Ist das Wüstenrot Top Tagesgeld nun ein gutes Geldanlage Angebot? Die Frage kann uneingeschränkt mit ja beantwortet werden. Ob es das derzeit beste Tagesgeldkonto ist, ist eine andere Frage und hängt ein bisschen davon ab wie sich die Zinsen anderer Direktbanken in den kommenden Monaten entwickeln werden. In jedem Fall kann man dieses Tagesgeldkonto bedenkenlos eröffnen und mit sehr hoher  Wahrscheinlichkeit auch nach den 6 Monaten Hochzins-Phase noch bessere Zinsen als bei der eigenen Hausbank.

Hier geht’s direkt zu Wüstenrot -Wüstenrot direct – Top Tagesgeld

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Mrz 13 2013

Renault Bank direkt Tagesgeldkonto 1,85% Zinsen p.a.

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Tagesgeld anlegen bei Renault Bank direkt

1,85% Zinsen p.a. auf ein Tagesgeldkonto und sofort fallen alle in totale Verzückung – es sind einfach komische Zeiten in denen wir leben. Vor weniger als 24 Monaten wären 1,85% Zinsen maximal eine Randnotiz wert, heute schreibt Focus Money einen Artikel über das Angebot und stellt nebenbei auch den Markteintritt der französischen Autobank in Deutschland vor.

Der Zinssatz – und das ist das eigentlich Verwunderliche, ist wirklich gut. Nur die DAB Bank bietet einen ähnlichen Zinssatz, der aber als Neukundenangebot mit Extras nicht unbedingt massentauglich ist. Bleibt als noch das Renault Bank direkt Tagesgeldkonto, das neben den attraktiven Zinsen die Tagesgeld üblichen Rahmenbedingungen berücksichtigt: Kostenfreie Kontoführung, Onlinebanking (mobile TAN), volle Zinshöhe ab dem ersten angelegten Cent und eine Einlagensicherung nach europäischem Recht – also 100.000 Euro je Kunde.

Welche Zinsen bieten die deutschen Autobanken?

Ist das Renault Bank direkt Tagesgeld Angebot nun wirklich so viel besser als das deutscher Autobanken? Nun, BMW liegt mit derzeit 1,2% Zinsen p.a. für das BMW Bank Tagesgeldkonto nicht schlecht im Rennen, liegt aber weit hinter Renault Bank direkt zurück. Die Mercedes Benz Bank übt derzeit Zurückhaltung und gewährt mit einem Zinssatz von 0,9% p.a. auf die Tagesgeld Einlage nicht einmal die Hälfte der Renault Bank direkt. Und VW? Die Volkswagenbank scheint mit 1,1% p.a. auch nicht gerade darauf erpicht möglichst viel frisches Kapital in die eigenen Bücher zu nehmen und überlässt der Renault Bank direkt den interessierten Tagesgeldkonto Kunden.

Besser den, als den potentiellen Golf-, 1er- oder A-Klasse-Kunden wird man sich dort wohl denken und finanziert Autos, statt das Kundenvermögen zu mehren.

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Mrz 11 2013

pbb direkt Festgeld und Tagesgeld

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pbb Deutsche Pfandbriefbank Festgeld und Tagesgeld

Deutsche Pfandbriefe haben immer noch einen guten Ruf. So gut, dass die vollverstaatlichte HypoReal Estate tatsächlich die alte Firmenbezeichnung wieder neu aufleben lässt und sich eigentlich fast niemand etwas dabei denken wird, denn Pfandbriefe galten und gelten als sicher.

Daran dürfte sich im aktuell vorliegenden Angebot des pbb direkt Festgeld und pbb direkt Tagesgeld auch nichts ändern, denn verstaatlicht heißt eben auch: sicher. Insofern kann man guten Gewissens einen Blick über die Zinsen schweifen lassen und sich dabei sicher und sogar recht gut verzinst fühlen. Die aktuellen Konditionen für Festgeld (Laufzeitkonto) sehen aus wie folgt:

pbb direkt Festgeld

  • Festgeld 6 Monate Laufzeit: 1,25 % Zinsen p.a.
  • Festgeld 12 Monate Laufzeit: 1,50 % Zinsen p.a.
  • Festgeld 24 Monate Laufzeit: 1,75 % Zinsen p.a.
  • Festgeld 36 Monate Laufzeit: 2,00 % Zinsen p.a.

Die Mindestanlage beträgt 5.000 Euro und – Achtung Nachteil – die Zinsen werden erst zum Ende der Laufzeit ausgezahlt. Dafür ist allerdings das Tagesgeldkonto gleich inklusive und die Anlagesumme nicht beschränkt.  Wer sich die Frage der Haftung stellt, dürfte hier ausreichend Deckung finden, die Bank sichert je Kunde  903.750.000 Euro über den Einlagensicherungsfonds deutscher Banken e.V. ab.

Direkt zum Angebot der pbb direkt geht es hier:

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Feb 02 2013

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller befindet “Pogromstimmung”

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Religionen haben es schwer in unserer modernen Welt. Nehmen wir z.B. das Simon Wiesenthal Center, das mit Jakob Augstein einen bekannten deutschen Publizisten in die Top 10 der schlimmsten Antisemiten des Jahres 2012 aufgenommen hat und sich seit dem immer wieder dafür rechtfertigen muss. Dass man an dieser Tatsache festhalten möchte, wurde mittlerweile hinlänglich betont, wie ein Autor die Trennlinie zwischen Kritik am Staat Israel formulieren soll, ohne die Religion damit zu treffen bleibt (wenn vielleicht auch nur mir) weiterhin unklar.

Was allerdings klar erscheint, ist dass das, was der Chef der Glaubenskongregation des Vatikans, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller verlautet lässt im direkten Vergleich ebenfalls top 10 tauglich sein könnte. In Nordamerika und teilweise auch in Europa herrsche eine “Pogromstimmung” gegenüber der katholischen Kirche, die sich darin äußere, dass Vertreter der Kirche öffentlich angepöbelt werden. Wenn mich nicht alles täuscht, liegt der erregte Gemütsstand der Bürger nicht daran, dass sie einen Christen vor sich haben, sondern dass dieser Christ eine Glaubensgemeinschaft vertritt, die es in z.B. Nordamerika versäumt hat offensiv und mit Nachdruck gegen Pädophile vorzugehen, die im weltoffenen Köln Vergewaltigungsopfern die Behandlung versagt, die Prüfungsprozesse zur Aufarbeitung eigener Unzulänglichkeiten so lange wie möglich hinauszögert oder deren Vertreter Kirchgemeinden aus Geldnot zusammenlegen lassen (müssen) und sich selbst ein Millionen-Euro-Monument als Wohnsitz bauen lassen und erster Klasse fliegen.

Angesichts dieser Ansammlung unchristlicher Tugenden kann auch dem geneigten Christen mal das Temperament durchgehen. Eine hierzu folgende verbale Attacke, so sie denn über die Bitte um Aufklärung hinausgeht, als Pogromstimmung zu betiteln reiht sich leider in die Unzulänglichkeiten dieser Kirche nahtlos ein. An dieser Stelle würde ich Rabbi Abraham Cooper gut verstehen, wenn er diese Aussagen missbilligt - aber wird er das?

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Dez 28 2012

Wohin mit weihnachtlichen Geldgeschenken?

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Zugegeben, die Frage ist naiv, gibt es für weihnachtliche Geldgeschenke doch prima Investitionsmöglichkeiten bei z.B. Media Markt, HM oder diversen Fachgeschäften die sich auf Dinge spezialisiert haben, die wir uns nie von eigenem Geld leisten würden. Es soll aber auch Menschen geben, die das geschenkte Geld für einen anderen Zweck sparen oder sich aus dem akuten Nachweihnachtstrubel heraushalten möchten, all diejenigen stellen sich sehr schnell die Frage: Wohin damit? Zunächst zur Bank, das dürfte ziemlich unstrittig sein – aber zu welcher?
In der Handelsblatt Redaktion hat man sich diese Frage offensichtlich auch gestellt, recherchiert und dazu einen Artikel unter der Überschrift „Das Siechtum des Sparbuchs“ verfasst, der die Frage nicht abschließend aber zumindest für den Moment klärt. Tagesgeld ist Trumpf und „Sparbücher sind Dinosaurier unter den Bankprodukten. Es könnte der Tag kommen, an denen sie aussterben“.

Sparbuch bietet 0,39% p.a. Zinsen im Durchschnitt

Die Vermutung scheint berechtigt, liegt der aktuelle Sparbuchzins im Durchschnitt bei lediglich 0,39% pro Jahr und damit deutlich unterhalt der Inflationsrate von rund 2% pro Jahr. Neben der schleichenden Geldentwertung hat sich mittlerweile auch bei Bankkunden herumgesprochen, dass es Alternativen zu einem Sparbuch mit 3-monatiger Kündigungsfrist und Höchstabhebesummen pro Monat gibt. So sank das angelegte Sparbuchvermögen um 11 Mrd. Euro auf 668 Milliarden Euro – was mich allerdings zu der Frage bringt: Wer hortet bitteschön 668 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von unter 1% p.a.?

Egal. Der Trend aller über 18-jährigen geht also definitiv zum Tagesgeldkonto, lediglich Kinder und Jugendliche haben hier oft das Nachsehen, die gut verzinsten Angebote der Onlinebanken sind häufig erst für Erwachsene abzuschließen.

Welche Bank derzeit gute Zinsen bietet, kann man wahlweise im Handelsblatt Tagesgeldkonto Vergleich nachlesen oder hier bei kurz-nachgedacht.de schnell selbst durchrechnen.

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Nov 21 2012

Einstellungssache Financial Times Deutschland

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Nach der Frankfurter Rundschau naht nach Berichten in Spiegel und Zeit nun auch das Ende Financial Times Deutschland. Ob das tatsächlich so ist und welche Gründe zu der Einstellung geführt haben hat man in Hamburg bei Gruner & Jahr noch nicht öffentlich gemacht. Neben der Financial Times sollen auch die Wirtschaftstitel Börse Online (Zielgruppe private Geldanleger) und Impulse (Zielgruppe Unternehmensleitung, Selbstständige und ggf. Freiberufler) zur Disposition, sprich zum Verkauf stehen. Alleine die Zeitschrift Capital soll im Verlag verbleiben und das Segment der qualitativen Wirtschaftspresse repräsentieren.

Die deutsche Ausgabe der Financial Times –Missverständnis von Beginn an?

„Ausgerechnet die FTD“ wird sicherlich der eine oder die andere in den nächsten Tagen schreiben und vermuten, dass das Internet nach und nach alle gedruckten Presseititel auffressen wird, dabei müsste es eigentlich besser heißen: ausgerechnet Börse Online? Denn anders als die FTD hatte dieses Magazin tatsächlich einmal schöne Zeiten, vielleicht war es sogar der Erfolg der Börse Online, die das Missverständnis FTD überhaupt erst möglich gemacht hat. Blicken wir kurz zurück in das Jahr 2000. Ganz Deutschland blickte auf den neuen Markt, der von Höchstkurs zu Höchstkurs sprang, junge dynamische Internetunternehmen versprachen eine goldene Zukunft und selbst in BILD und Bunte wurden Aktientipps verbreitet.

Damals dachte die Frankfurter Allgemeine über den Aufbau eines zusätzliches Zustellernetz nach, da die Samstagsausgabe vor lauter Stellenanzeigen derart umfangreich geworden war, dass sie in keinen Briefkasten mehr passte, die „normalen“ Vertriebswege verstopfte und niemand ahnte das monster.de & co. das wichtigste finanzielle Standbein der Printtitel binnen weniger Jahre unwiederbringbar zerstören würde. Damals hatte z.B. das Anlegermagazin Börse Online eine Auflage von 150.000 Exemplaren (heute ca. 65.000 Exemplare) und verfügten über eine stattliche Reichweite in einer vermögenden Zielgruppe, was in etwa einer Lizenz zum Gelddrucken gleich kam. Damals kann keiner damit gerechnet haben, dass die in Lizenz produzierte, weltweit anerkannte Wirtschaftstageszeitung Financial Times in Deutschland nie profitabel werden würde.

Eine Wirtschaftszeitung in Zeiten des Börsen-Boom, was sollte da schiefgehen?

Als die Financial Times Deutschland im Februar 2000 mit Ausgabe Nummer 1 startete, waren die Börsen bereits heiß gelaufen, der Verlag hatte zudem die Mediabudget Planungsphase (ja, so was gab es damals noch) zum Ende des Vorjahres verpasst, so dass Mediaplanern wie Kunden mühsam Geld aus bestehenden Budgets abgeschwatzt werden musste und das neue Projekt nicht so recht ins Laufen kam.
Was dann folgte war der Zusammenbruch des Neuen Marktes, das Platzen der Internetblase, der brutale Budget-Schrumpfprozess im Wirtschaftsbereich und das Festhalten an dem Projekt FTD. Irgendwann so hoffte man bei Gruner, werde sich der Stellenmarkt erholen, werde man dem Handelsblatt mehr Budget streitig machen, irgendwann werde man auch Lifestyle Kunden ansprechen können und damit die restlichen Budgetlücken auffüllen. Irgendwann ist auch nach 12 Jahren Financial Times in Deutschland nicht eingetroffen – und es ist nicht das Internet, dass das Ende der FTD besiegelt.

Aus Sicht der Mediaplanung war dieser Titel immer modern, gut recherchiert und toll umgesetzt aber leider auch reichlich überflüssig. Gruner + Jahr ist es in all den Jahren nicht gelungen die FTD so zu positionieren, dass hier eine werberelevante Zielgruppe angesprochen wird, die nicht auch über andere Titel wie z.B. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt, Süddeutsche oder eben das Handelsblatt zu erreichen wäre. Anders als die FTD hatten diese Titel alle eine langjährige Leser- und Werbekundenbindung, die das Überleben bis heute und sicherlich auch für die kommenden Jahre sicherstellen wird.

Dass das Aus der Financial Times Deutschland jetzt erst beschlossen wird, ist deshalb fast überraschender, als das es beschlossen wurde. Manchmal ist es eben Einstellungssache.

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Nov 04 2012

Gabriel findet: Bei Akademikern spricht nichts gegen die Rente mit 67

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Vielleicht ist es ein Ablenkungsmanöver um den Kollegen Steinbrück aus dem Feuer zu nehmen. Vielleicht ist aber auch einfach nur der Versuch die Gemütslage der Genossen anzutesten und schon jetzt die Eckpfeiler für den kommenden Wahlkampf zu setzen. Die SPD unter Gabriel: Ganz auf der Seite der kleinen Leute – sofern diese denn nicht studiert haben.

Denn wenn sie studiert haben, haben sie keine körperlichen Tätigkeiten, keinen Schichtdienst, keine potentiellen Schädigungen die auf die Ausübung ihres Berufs zurückzuführen sind und können locker bis zu einem Lebensalter von 67 Jahren arbeiten.

SPD will Rentenkürzungen der „kleinen Leute“ verhindern

Dabei geht es Gabriel im Grunde gar nicht darum Akademiker für ihren Status zu bestrafen, sondern vielmehr darum diejenigen zu schützen, die in Berufsgruppen arbeiten die derart körperlich anstrengend sind, dass eine Beschäftigung bis zur Altersgrenze in der Regel gar nicht möglich ist und eine gekürzte Rente aufgrund des früheren Ausscheidens aus dem Berufsleben der Normalfall ist.

Das scheint löblich und ist sicherlich auch für Akademiker nachvollziehbar, lässt aber die Frage offen warum man nicht besser ganz bestimmt Berufsgruppen aus der Rente mit 67 Jahren ausnimmt – und eröffnet zudem die Frage ob ein derart hochtechnisiertes Land wie Deutschland auch in 30 Jahren noch eine größere Anzahl an körperlich anstrengenden Tätigkeiten hier vor Ort erbringen lassen wird. Personalintensive Tätigkeiten werden bereits heute oftmals in Drittländer verlagert, was sowohl Lohnkosten als auch Krankheitskosten in Deutschland spart und die Anzahl der körperlich durch schwere Arbeit beeinträchtigten sinken lässt.

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Okt 11 2012

KKH-Allianz – Krankenkasse plant Erstattung der Praxisgebühr

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Die gesetzlichen Krankenkassen haben derzeit ein wahres Luxusproblem, bedingt durch die gesunkenen Arbeitslosenzahlen und steigende Beitragseinnahmen aus einer Zunahme an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, haben sie Milliarden Rückstellungen für schlechte Zeiten gebildet – und widersetzen sich jeglichem Versuch ihren Kunden auch nur die kleinste Rückerstattung zu gewähren. Nach Berichten der BILD scheint nun eine Krankenkasse ihre Haltung zu überdenken und plant die Rückerstattung der Praxisgebühren.

Die KKH Allianz, mit 1,8 Mio. Versicherten durchaus ein gewichtiges Mitglied im Verbund der gesetzlichen Krankenkassen, plant ab kommenden Januar die Gebühren für Besuche bei Arzt, Zahnarzt und Psychotherapeut in der Höhe von bis zu 40 Euro pro Jahr zu erstatten sofern Quittungsbelege eingereicht werden.

So ganz ohne Gegenleistung werden Versicherte dennoch nicht in den Genuss einer Erstattung kommen, denn nur wer auch den Nachweis über gesundheitsbewusste Maßnahmen, wie Vorsorgeuntersuchungen oder sportliche Aktivitäten erbringen kann, wird berücksichtigt.

Wenn ich als Otto-Normal-Versicherter jetzt mal einen Kommentar loswerden darf (davon abgesehen, dass meine Krankenversicherung weiterhin auf ihren Rückstellungen sitzt und die nun folgende Meinung eher theoretischer Natur ist): Bevor ich für sagen wir 20,- Euro im Monat einen 6-monatigen Fitness-Studio Vertrag abschließen würde um damit meine Praxisgebühr zurück zu erhalten, würde ich lieber auf die 40,- Euro verzichten und mit den gesparten 80,- Euro einen entspannten Abend beim Italiener meines Vertrauens verbringen.

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Sep 22 2012

600 Mrd. Steuereinnahmen für Bund, Länder und Gemeinden

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Eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote und eine florierende Wirtschaft zaubern Kämmerern derzeit ein Lächeln ins Gesicht. Mit einem Plus von 12,8% gegenüber dem Vorjahresmonat (August) und einer stabilen Gesamtperspektive gehören die Finanzämter bundesweit zu einem absoluten Wachstumszweig.

Ob die finanziellen Risiken Griechenland, Portugal, Spanien bei der Bewertung des kommenden Jahres berücksichtigt wurden ist nicht bekannt, wohl aber, dass auch für 2013 eine ähnliche Entwicklung erwartet wird. Laut einer Steuerschätzer-Prognose könnten Länder und Gemeinden im Jahr 2013 in der Summe rund 618 Milliarden Euro einnehmen, wenn sich die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht deutlich ändern.

Was machen „die“ mit den Steuereinnahmen?

Angesichts dieser gigantischen Summe, fragt man sich doch: Wo fließt das ganz Geld hin? Zum einen ist die Gesamtschätzung nur die halbe Wahrheit, denn der Bundeshaushalt beträgt für das laufende Jahr 2012 „nur“ rund 307 Mrd. Euro bei einem Haushaltsdefizit von ca. 2%. Die weiteren Ein- und vor auch Ausgaben werden von Ländern und Kommunen budgetiert und verplant. Der größte Einzel-Ausgabenposten mit 126 Mrd. Euro dürfte allerdings dem Sozialministerium unter der Führung von Ursula von der Leyen zugerechnet werden. Rund 60 Mrd. Euro dieser Ausgaben sind bereits im Vorfeld fest für den Bundeszuschuss für die allgemeine Rentenversicherung verplant.

Noch fester verplant als die Ausgaben für die Altersrente sind die Ausgaben für Schuldzinsen. Mehr als 40 Mrd. Euro Steuergelder müssen für Zinsen aufgewendet werden – trotz des derzeit niedrigen Zinsniveaus.

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