Mit Kooperationen und Fusionen ist das immer so eine Sache, manchmal ist für Außenstehende erst auf den letzten Blick erkennbar, welchen Effekt eine Zusammenarbeit wirklich bieten soll. Bei der jetzt öffentlich gemachten Zusammenarbeit zwischen dem niederländischen Navigationssystem Hersteller und Google scheint der Vorteil für beide Seiten so offensichtlich, dass man sich fast fragen muss, warum da bisher noch niemand drauf gekommen ist. So allgegenwärtig Google auch sein mag, der lokale Anzeigenmarkt ist dem Unternehmen bislang nahezu verschlossen geblieben.

Wer in nächster Nähe einen Arzt, Anwalt oder ein Restaurant sucht, verlässt sich nicht auf Google sondern auf das Telefonbuch, die gelben Seiten oder Empfehlungen von Ortskundigen. Google hat zwar über die lokalen Einträge eine durchaus ansehnliche Informationsdichte binnen kurzer Zeit erreicht, aber so recht genutzt wird sie dennoch nicht. TomTom als Hersteller von Navigationssystemen bietet die genaue Kenntnis über Straßen und Hausnummer, alleine an Informationen was an diesen Stellen sich außer Tankstellen und Hotels verbergen könnte fehlt.

Diese beiden Informationspools zusammenzulegen und damit den genauen Standort und die passenden Hintergrundinformationen zu den umliegenden Straßenzügen zu bietet einen echten Mehrwert, der von den Tom-Tom Benutzern sicherlich gerne genutzt wird und somit Google auch den Eintritt in den lokalen Markt ermöglicht. TomTom bietet durch die neue Fülle lokaler Informationen einen klaren Informationsvorsprung gegenüber konkurrierenden Navigationssystemen, der in dieser geballten Form aktuell nur von einem einzigen Anbieter, nämlich Google bereitgestellt werden kann. Sicherlich wären z.B. im Deutschen Markt auch über den DeTeMedien Verlag als Herausgeber der Gelben Seiten entsprechende Lokaldaten zu bekommen, allerdings endet auch deren Wissen auch spätestens an den Sprachgrenzen des benachbarten Auslands.

TomTom künftig mit lokalen Informationen von Google

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