Feb 24 2009

Onlinebanking – nur 29% der Deutschen nutzen Internet für Bankgeschäfte

Published by admin at 07:57 under Geld & Vermögen

Auch wenn es vielleicht ein bisschen merkwürdig klingt – ich fand die Zahl überraschend. Lediglich 24 Mio. Deutsche nutzen Online Banking um die eigenen Bankgeschäfte auf dem Laufenden zu halten. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass ca. 59 Mio. Bundesbürger bislang keine Bankgeschäfte über das Internet tätigen und somit in dieser Branche weiterhin ein enormes Wachstumspotential steckt.

Diese aktuelle Schätzung der Online-Banking Nutzer basiert auf einer Schätzung der europäischen Statistikbehörde Eurostat sowie auf BITKOM-Berechnungen. Die BITKOM als Bundesverband der Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. möchte in regelmäßigen Abständen genauer wissen, wie sich das mediale und technische Nutzungsverhalten der Deutschen entwickelt und stellt aus diesem Grund auch regelmäßig Zahlen zum Onlinebanking fest. So regelmäßig, dass auch die Nutzerzahlen für die Jahre 2007 (ca. 22 Mio.) und 2004 (ca. 13 Mio.) vorliegen und von einem wahrlich zögerlichen Verhalten der Kontobesitzer zeugen.

Online-Banking gilt immernoch als Risiko behaftet

Die Gründe für dieses zögerliche Verhalten mögen zum Einen in der Sicherheit des Online-Banking liegen. Nach wie vor gilt Online-Banking als risikoreich und wird deshalb vor allem von jüngeren und eigentlich enorm online-affinen Bevölkerungsteilen nicht genutzt. Die älteren Mitbürger gelten ohnehin als nicht sonderlich internetbegeistert und stellen schon deshalb eher die Ausnahme bei der Nutzung des Online-banking dar.

Vergleicht man den Deutschen Bank-Sektor mit dem finnischen (72 Prozent) oder schwedischen (65 Prozent) Online-Banking, so ist sicherlich die hohe Dichte an Bankfilialen mit für die niedrige Internetnutzung verantwortlich. Es ist schlicht deutlich einfacher die Bank um die Ecke aufzusuchen und dort mit einem Berater zu sprechen, als dies im wenig bevölkerten Schweden oder in Finnland die Möglichkeit ist. Möglicherweise ist es aber auch die gute Beratung und der Service, der Kunden immer wieder in die Filialen von vornehmlich Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen treibt. Auch wenn dies in Zeiten der Zertifikate-Falschberatung und Finanzkrise irgendwie nur schwer vorstellbar ist.

Online-Banking muss übrigens nicht unbedingt „Internet-Banking“ sein. Banken wie die DKB (Deutsche Kreditbank) bieten zum Online-Banking einen nahezu perfekten Telefon-Banking Service inklusive Rückruf-Service an. Das funktioniert gut und überzeugt auch Internet-Banking Hasser. Hab ich mit zumindest sagen lassen.

2 responses so far

2 Responses to “Onlinebanking – nur 29% der Deutschen nutzen Internet für Bankgeschäfte”

  1. Danielon 25 Feb 2009 at 00:26

    Das Argument mit dem mangelnden Vertrauen in die neuen Medien höre ich auch aus meinem Bekanntenkreis immer wieder. Da im Grunde immer nur negative Meldungen publiziert werden, ist es klar, dass ein unbedarfter Nutzer Angst hat, seine Zugangsdaten übers Internet einzugeben.
    Ich hab nur mal die hier gemachten Angaben (28 Prozent) mit denen auf meiner Seite http://www.kostenloses-konto.net/phishing.html publizierten Daten verglichen. Laut dem dort dargestellten Diagramm basierend auf dem Branchenverband Bitkom, hatten wir doch bereits 2007 mehr als 30 Prozent aller Kontoinhaber, die Onlinebanking nutzen.

  2. Mariuson 24 Jun 2009 at 17:36

    Ich finde das Argument nachvollziehbar, aber irgendwie doch sehr konservativ und ungläubig. Natürlich geht es ums Geld, aber dass ist doch noch kein Grund nur weil es virtuell ist es nicht online zu machen. Geld ist heutzutage eh nur noch virtuell vorhanden… Ich würde gerne mal wissen wie das in anderen Ländern ist!

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