Die kurze Geschichte der staatlich geförderten, privaten Altersvorsorge, kurz Riester-Rente genannt, ist eine bewegte. Kaum beschlossen wurde sie auch schon fast wieder vergessen. Niemand wollte eine solche Riester-Rente haben, galt sie doch nur für Familien mit vielen Kindern als lohnende Altersvorsorge – und viele Kinder hat kaum noch eine Familie in Deutschland. So wurde ein bisschen nachjustiert um Versicherungen, Vertrieb und zuletzt natürlich auch dem aufgeschlossenen Altersvorsorge Bedürftigen das Konzept schmackhaft zu machen.

Dennoch, so richtig in Schwung gekommen ist Lust an der privaten Vorsorge erst kurz vor dem Erreichen der höchsten Förderstufe nach der jetzt jedem Bundesbürger 154 Euro pro Jahr staatliche Zulagen winken, sofern er denn 4 Prozent seines Einkommens oder maximal 2.100 Euro in einen solchen geförderten Altersvorsorge Vertrag einzahlt. Etwa 13 Mio. solcher Verträge soll es zum Ende des Jahres 2009 gegeben haben, das ist verglichen mit der Gesamtbevölkerung wenig, im Hinblick auf die arbeitende Bevölkerung aber schon eine ganz gute Quote irgendwo zwischen 30 und 40 Prozent der in Arbeit befindlichen Personen.

Herbst 2009 geprägt von Kritik an Riester-Rente

Kaum hatte sich die Botschaft von einer sinnvollen Riester-Rente herumgesprochen, folgte im letzten Herbst das Dementi. Eigentlich, so hackten verschiedene Medien auf dem Konzept herum, wäre es doch nicht so sinnvoll. Stornos und Nachfragerückgang waren die Folge, nachgerechnet hat aber scheinbar niemand so wirklich.

Finanztest hat Riester- und Rürup-Rente gerechnet

Stiftung Warentest hat sich die Mühe gemacht und in der aktuellen Ausgabe einen Blick auf die tatsächliche Rendite der verschiedenen Altersvorsorge Möglichkeiten geworfen und das ist löblich nachgerechnet. Die Erkenntnis erstaunt: Die gesetzliche Rente ist gut, die Betriebsrente sogar besser da Sozialabgaben befreit, die Riester-Rente und auch die Basis-Rente (Rürup-Rente) sind auch gut sofern der Beitragszahler einen staatlichen Zuschuss (Riester) oder einen steuerlichen Vorteil (Rürup) daraus ziehen kann.

Nur wer in eine private Rentenversicherung einbezahlt ohne die eine oder andere Subvention zu erhalten hat quasi keinen Vorteil, hier frisst die Inflation die zu erzielende Rendite auf.

Eine Empfehlung gibt Finanztest wie so oft nur unter Vorbehalt, allerdings kann man mit gutem Gewissen sagen, dass die einzig sinnvolle Lösung zur eigenen Altersabsicherung eine Kombination der Möglichkeiten darstellt. Nutzen Sie also die Altersvorsorge Möglichkeiten, die Ihr Arbeitgeber anbieten, schließen Sie ruhig eine kleine Riester Rente ab und vertrauen als Basis auf die gesetzliche Rente. Auch wenn eine der drei Varianten nicht das gewünschte Ziel erreicht, Sie erzielen dennoch eine schöne Altersrente von der es sich vielleicht auch in ferner Zukunft trotz Inflation noch gut leben lässt?

Inflation? Ja. Angenommen es gäbe die nächsten 30 Jahre (also bis zu Ihrer Rente) eine Inflationsrate von 2,5 Prozent (2008 waren es ca. 2,6 Prozent) dann entsprächen heutige 1.000 Euro zu Ihrem Rentenbeginn einer Kaufkraft von 476 Euro.

Weitere Informationen und einen Rechner für verschiede Sparanlagen (inkl. Inflation) finden Sie hier: Finanztest Altersvorsorgerechner

Finanztest rechnet nach – Riester Rente lohnt sich doch

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