Dez 14 2009

Lebensversicherungen kürzen Verzinsung

Published by Jan under Geld & Vermögen

 

Das Zinstief macht sich nicht nur bei den Inhabern von Tagesgeld oder Festgeld-Konten bemerkbar, auch Lebensversicherungskunden werden das Jahr 2009 in eher schlechter Erinnerung behalten. Grund dafür ist die Ankündigung verschiedener Lebensversicherungen den Zinssatz auf die Lebensversicherungsguthaben der Kunden dem aktuellen Zinsniveau anpassen zu müssen.

Als erste Versicherung hatte bereits in der letzten Woche die Allianz Leben, Deutschlands Marktführer im Bereich der Lebensversicherungen angekündigt die Verzinsung senken zu müssen. Jetzt zieht auch die Württembergische Lebensversicherung nach und kündigt an die Gesamtverzinsung der Kunden im kommenden Jahr auf nur noch 3,9 Prozent zu setzen.

Grund für die schlechtere Entwicklung der Versicherungsguthaben ist das allgemein niedrige Zinsniveau, welches mittlerweile auch langfristig angelegte Guthaben in Form von Pfandbriefen und Staatsanleihen betrifft. Trotz der Absenkung der Verzinsung dürfen sich die Versicherungskunden allerdings auf eine überdurchschnittliche Verzinsung ihres Guthabens freuen, selbst der reduzierte Zinssatz von 3,9 Prozent entspricht einem Vielfachem dessen, was derzeit mit einem Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto zu erzielen ist.

Nimmt man das Beispiel der täglich verfügbaren Staatsanleihen, die so genannte Tagesanleihe die derzeit lediglich 0,2 Prozent Zinsen bietet als (abschreckendes) Beispiel, so würde die WürttLeben tatsächlich den rund 19-fach besseren Zinssatz bieten. So gesehen sollte sich die Kritik an der Lebensversicherungsbranche tatsächlich im Rahmen halten. Klingt merkwürdig, ist aber tatsächlich so.

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Okt 19 2009

Lebensversicherungen sparen Überschussbeteiligungen

Published by admin under Geld & Vermögen

Die Lebensversicherung taugt als Absicherung des eigenen Alters auch nur noch bedingt. Das zumindest scheint die logische Konsequenz aus der aktuellen Wirtschaftskrise und dem niedrigen Zinssatz der Zentralbanken. Gerade Deutsche Versicherungen investieren aus Gründen der Anlagesicherheit die Beitragszahlungen der eigenen Kunden überproportional stark in sichere Geldanlagen wie z.B. Staatsanleihen, welche derzeit mit kaum mehr als Null (!) Prozent verzinst werden. Auch wenn diese Nullzins-Politik vornehmlich kurzlaufende Staatsanleihen betrifft, so sinken gleichzeitig auch die mit langfristigen Staatsanleihen zu erzielenden Renditen, was sich nicht nur negativ auf die Erlössituation der Banken, sondern eben auch auf die Überschussbeteiligungen der Kunden auswirkt.

Lebensversicherungen mit 2,25 Prozent Garantiezins

Niedrige Zinsen alleine sind allerdings nicht ausschlaggebend für die niedrige Überschussbeteiligung. Vielmehr ist es ein gesetzlich verordnetes Problem, da Versicherungen ihren Kunden einen garantierten Zinssatz von mindestens 2,25 Prozent pro Jahr auf das angelegte Vermögen anrechnen müssen. Wer über einen älteren Lebensversicherungsvertrag verfügt hat sogar den früher bestehenden Anspruch auf 4 Prozent Verzinsung pro Jahr und erhält unter den derzeitigen Umständen einen wahrlich fürstlichen Zinssatz. Dieses Renditeversprechen zu erfüllen wird jedoch für kleine wie auch großer Versicherungen immer problematischer, müssen neben der eigenen Verwaltung, dem Risikomanagement auch die Kosten für Vertrieb und Ausschüttungs- bzw. Schadensrücklagen erwirtschaftet werden, was zusätzlich auf die Rendite der Versicherungskunden schmälert.

Ein Dilemma – Policenkosten rauf oder Personalkosten runter?

So kommt es, dass für dieses wie auch für die nächsten Jahre eher geringe Überschussbeteiligungen zu erwarten sind, die erst dann wieder ansteigen können, wenn entweder die Kosten innerhalb der Policen deutlich angehoben werden und damit die Berechnungsbasis des Kundenguthabens deutlich sinkt (was aber der Wettbewerb in diesem Bereich kaum zulassen dürfte) oder aber die Versicherungen deutliche Restrukturierungen vornehmen (also Personalkosten sparen) und gleichzeitig das eigene Anlagenmanagement weg von niedrig verzinsten Staatsanleihen zu alternativen Anlageformen wie z.B. Immobilien oder auch Aktien verlagern.

So lukrativ andere Anlageformen auch sein mögen, sie erhöhend nicht nur die Gewinn-, sondern eben auch die Verlustchancen und bedürfen deshalb einer erhöhten Risikovorsorge, was ebenfalls die Überschussbeteiligungen der Kunden drücken wird. Abseits des Kundennutzens wirft eine solche Anlageveränderung eine zweite wichtige Frage auf, die vor allem volkswirtschaftliche Bedeutung besitzt. Wenn Versicherungen nicht mehr in großem Stil Staatsanleihen kaufen, wie will ein Staat seine zusätzlichen Milliardenausgaben für z.B. Konjunkturprogramme finanzieren?

Was dann die letzte Frage aufwirft: Was passiert, wenn die Bundesrepublik Deutschland keinen Käufer für die eigenen Schuldtitel findet und seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann? Dann spätestens wird der Versicherungsgarantiezins weiter und deutlich gesenkt und die Steuerbefreiung für Lebensversicherungen wieder eingeführt, egal welche Regierung dies dann zu verantworten haben wird.

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