Stellen Sie sich vor, sie stehen auf einer Party, unterhalten sich nett mit einer/einem Unbekannten über Filme, Bücher und anderes Dinge, die wenig zu Bier und lauter Musik passen – und dann kommt ganz beiläufig der Satz: Ich bin da ein bisschen old-school. Ich möchte Dinge gerne wirklich besitzen, sie zu Hause hinstellen – und nicht nur eben mal leihen.
Meine old-school Gesprächspartner war knappe 30 Jahre alt und brachte den Zeitgeist mit diesem Halbsatz (für mich) besser auf den Punkt als die vielen Fernsehtalk Fachrundenspezialisten, die man zu beinahe jeder Zeit als Fachleute für irgendwas in seinen vier Wänden begrüßen kann. Oder eben auch nicht. On Demand eben.

On-Demand führt zu über 1 Mrd. Suchergebnisse

Über die Frage was relevant ist und was nicht, entscheidet eigentlich der User vor dem PC (Notebook, Smartphone) indem er in die weltgrößte aller Suchmaschinen seine Frage eintippt und auf Antwort wartet. Die lautet selten 42, sei den man sucht gezielt nach der „Antwort auf alle Fragen“ und gibt immer eine Schätzung der möglichen Treffer mit. Nimmt man zum Beispiel den Suchbegriff „bollywood“ findet Google 245 Mio. Treffer, das amerikanische Gegenstück „hollywood“ ergibt 507 Mio. Treffer. Sucht man nach „on demand“ so übertreffen die Google Suchergebnisse locker die Milliarden-Grenze.

Der Zeitgeist ist also „on demand“ ob z.B. Fernsehprogramm, Lieblingsmusik, Software für jeden privaten wie auch unternehmerischen Zweck – oder auch zur oder Datensicherung anstelle der noch immer üblichen Festplatte – alle diese Dinge stehen uns genau dann zur Verfügung, wenn wir das wünschen. Oftmals bezahlen wir sogar nur das, was wir benutzt haben. Ein Traum für Fans des ordentlichen Haushalts, ein Alptraum für Datenschützer und alle die, die tatsächlich etwas besitzen wollen, die es sich Eigen machen und aufbewahren möchten.

Ich persönlich bin unentschieden, ich finde richtige Bücher toll und nehme trotzdem einen dieser unglaublich praktischen e-Reader mit in den Urlaub. Ich mahne die Kollegen zu Datenschutz und schiebe selbst geschriebene Anleitungen und To-Dos ganz locker in die große On-Demand Datencloud. Mittels des „Netz“ aber ohne doppelten Boden…

Zeitgeist? On Demand!

Beitragsnavigation