Passend zur baldigen Bundestagswahl bringen sich die verschiedenen Verbände, Gewerkschaften und Lobbyisten jedweder Couleur wieder in Stellung um später ein möglichst kalorienreiches Stück vom Bundesetat-Kuchen abschneiden zu dürfen.

Die IG Metall hat sich zu diesem Zweck nicht lumpen lassen und eine Umfrage zu den Kernfragen des beruflichen Lebens erarbeitet, die mit einer Umfragenzahl von 450.000 ausgefüllten Fragebögen auch ohne große statistische Vorüberlegungen als einigermaßen repräsentativ gelten sollte.

19,1 Prozent für Rente mit 67 Jahren

Wie es sich für eine große Gewerkschaft gehört, hat sie die wesentlichen Fragen des Arbeits- und Privatlebens auf einige Kernpunkte zusammengefasst um daraus eine Handlungsempfehlung für die künftige Regierung abzugeben. Wenig überraschend also, das 80,9 Prozent der Befragten gegen die Rente mit 67 Jahren stimmen. Oder eigentlich doch überraschend, welche 19,1 Prozent finden das bitteschön gut? Genauso überraschend könnte man die immerhin 21 Prozent der Befragten finden, die Entlassungen aufgrund der Wirtschaftskrise gut finden.

Lässt man mal die Ironie beiseite kommen doch einige sehr grundsätzliche Antworten aus der Umfrage heraus. Die Deutschen wollen gerne einen sicheren Arbeitsplatz (89%), der nicht krank macht (84,3%) und gerne auch Spaß machen darf (67%). Für mehr Gerechtigkeit bei der Bildung sprechen sich 70 Prozent aus und 78 Prozent der Befragten finden, dass die Einführung von Mindestlöhnen eine gute Idee ist.

Die unter dem Titel „Deine Stimme für ein gutes Leben“ abgehaltene Umfrage spiegelt also schon ganz gut den Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit und einer kalkulierbaren Zukunft der deutschen Gesellschaft wieder.

Leider zeigen die durch die IG Metall daraus abgeleiteten Forderungen „Die Rente mit 67 Jahren muss weg“, dass der betriebene Aufwand eigentlich unnütz war. Anstatt die Befindlichkeit Hunderttausender zu erfragen, hätte man ein bisschen mehr Energie auf die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen verwenden sollen, ja müssen.

Meckern kann jeder – Lösungen finden scheinbar niemand

Leider hat jene Gewerkschaft, die seit Jahrzehnten großen Einfluss auf die Politik wie auch Gesellschaft ausübt und schon alleine deshalb die Mitverantwortung für das entstandene gesellschaftliche Dilemma wie z.B. die Rente mit 67 Jahren trägt, immer noch nicht verstanden, dass meckern alleine weder Lösungen noch Mitglieder bringt. 

Aber vielleicht ist es einfach zuviel erwartet konstruktive Vorschläge von einer Organisation zu erwarten, die die Interessen von 2 Mio. Mitgliedern gegen eine Bevölkerung von 82 Mio. durchsetzen muss.

IG Metall Umfrage 19 Prozent für Rente mit 67

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