Für Statistiker und Liebhaber unnötigen Wissens hat die Europäische Bankenaufsicht (EBA) eine Übersicht erstellt, die an dieser Stelle eine kurze Würdigung erfahren soll: Die Einkommensmillionäre der Bankmitarbeiter in Europa. Die meisten der über 3000 Einkommensmillionäre werden in Großbritannien gezählt, die wenigstens um genau zu keinen „keine“ und das ist tatsächlich überraschend in Österreich. Ebenso überraschend fällt das Ergebnis für Deutschland aus. Wer meint, dass „der Banker“ sowieso zu viel verdient und sich die Taschen auf Kosten der anderen (also einem selbst) füllt, wird diese Statistik wohl kaum als Unterstützung der eigenen Argumentation heranziehen können.

Einhundertsiebzig Einkommensmillionäre, wer hätte das gedacht

Ganze 170 Einkommensmillionäre wurden für das Jahr 2011 in Deutschland gezählt, knapp die Hälfte der Bestverdiener gehören dem Investmentbanking an – und – bei allen der Banken Topverdiener machen variable Bestandteile einen Großteil des Gehalts aus. Sprich diese einhundertsiebzig haben so viel Geld bekommen, weil sie es sich verdient haben.
Wollte man die übliche die-verdienen-alle-viel-zu-viel-Debatte an der Stelle beginne, müsste man jetzt die Themen Bildung, Verantwortung und Relevanz der Tätigkeit ebenfalls mit der Vergütung in ein Verhältnis setzen und andere Berufsgruppen zu einem Vergleich dazu ziehen. Die Beschäftigten in der Kinder- und Altenbetreuung verdienen mehr und bekommen zu wenig, das dürfte bar jeder Diskussion sein – aber wie sieht dieses Verhältnis z.B. bei Sportlern (gibt es in der Fußball Bundesliga vielleicht sogar mehr Einkommensmillionäre als im Bankensektor?) oder in der Vertretungs- und Meinungsbildungsindustrie, den Lobbyisten, wie gut wird dort verdient und wie sehr sind diese Einkommen gerechtfertigt?
Und nun? Stelle ich hiermit fest, dass das Arbeitsleben manchmal ungerecht ist, so mancher müsste mehr Geld bekommen und so mancher wird zu Unrecht als Spitzenverdiener bezichtigt.

Einkommensmillionäre in deutschen Banken

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