Kaum sind die aktuellen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, finden sich auch schon wieder prominente Volksvertreter, die das politische Wunschwort „Vollbeschäftigung“ als tatsächlich erreichbares Ziel sehen. Nicht jetzt gleich, aber bald, irgendwann halt.

Wie das mit der Vollbeschäftigung funktionieren soll? Na einfach weiter machen wie bisher. Das hat ja schließlich gut geklappt, immerhin verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen um rund 563.000 Personen binnen Jahresfrist.

Dass die aktuellen Gehaltsrunden und die zunehmend problematische Liquiditätsbeschaffung vieler Unternehmen einen herben Rückschlag bedeuten, dass das erste Quartal in vielen Branchen als Desaster empfunden wird, dass die Deutschen zwar wieder mehr Geld für ihre Arbeit bekommen, dies aber aufgrund der teilweise beträchtlich gestiegen Ausgaben für Steuern und Sozialabgaben gar nicht erst bei den Nettolöhnen ankommt – alles kein Problem. Machen wir einfach weiter wie bisher, hat ja schließlich gut geklappt.

April 2008 Rückgang der erwerbslos gemeldeten von 3,976 Mio. auf 3,413 Mio.

So positiv der Rückgang auf das aktuelle Niveau von 3,4 Mio. Erwerbslosen auch sein mag, Vollbeschäftigung, als den Zustand in dem jeder, der einen Arbeitsplatz sucht auch einen finden kann, sieht definitiv anders aus.

Bis die Marke der 3 Mio. Erwerbslosen-Grenze unterschritten werden kann müssen die gute wirtschaftliche Stimmung und die hervorragenden Absatzchancen deutscher Produkte weiterhin gegeben sein, was eher nicht der Fall ist.

Da ist es um so erstaunlicher, dass Politiker in Jahr 1 vor der nächsten Bundestagswahl Themen wie Vollbeschäftigung aufgreifen, die schon in wenigen Monaten wieder dem Schreckgespenst der Rezession weichen könnte.

Der Geist der Vollbeschäftigung

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