Wie? Was 1.000 Milliarden für eine Bank? Nicht direkt. Die Überschrift gibt wieder, was der Autor nach dem Überfliegen der ersten Nachrichten zu der neuerlichen Krise der Hypo Real Estate verstanden hat.

Wer gibt 1.000 Milliarden – und warum?

Der Staat, oder genauer gesagt die Regierung der Bundesrepublik, sichert den Sparern zu für alle Sichteinlagen aufzukommen. Bisher gibt es hier den Einlagensicherungsfonds, der bis zu einer Summe von 20.000 Euro jeweils 90% der Summe absichert. Dieses eigentlich bewährte System soll durch einen Komplettschutz für alle Spareinlagen durch die Bundesregierung abgelöst werden. Dies bedeutet, das Spareinlagen in der geschätzten Höhe von etwa 560 Mrd. Euro und viele weitere Milliarden Euro auf Tagesgeldkonten, Festgeldkonten und Girokonten abgesichert werden müssten.

Eine Herkulesaufgabe, die eher Misstrauen säht, als das sie Panik unter den Sparern verhindern mag. Eigentlich eine merkwürdige Überlegung einer Regierung, die vor allem darauf bedacht ist Panik zu vermeiden als diese zu schüren.

Die Allianz der Hypo Real Estate zerbrach an neuen Milliardenlöchern

Auslöser für das erneute Auflodern des Krisenherds Hypo Real Estate ist der samstägliche Zusammenbruch der Unterstützerfront. Diese hatte bis Samstag in Zusammenarbeit mit dem Bund eine Kreditlinie von 35 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt und somit den Fortbestand der HRE ermöglicht. Nach einer genaueren Sicht in die Bücher des Unternehmens scheinen aber deutlich mehr als die bislang geschätzte Summe für den Fortbestand des Unternehmens notwendig zu sein, woraufhin sich die Allianz der Unterstützer in seine Bestandteile auflöste. Samstagabend wurde bereits die unvermeidliche Zerschlagung des Unternehmens verkündet, inwieweit dies tatsächlich die dann letzte Lösung sein wird, wird sicherlich erst in den nächsten Tagen absehbar sein.

Nachvollziehbar ist weder der Zusammenbruch noch die daraus resultierende Panik. Die Hypo Real Estate Tochter Depfa hat zwar das Milliardenloch verursacht, ist aber beleibe keiner Spekulationsblase auf den leim gegangen. Das Unternehmen bekommt lediglich kein Geld mehr von anderen Banken zur Verfügung gestellt, da diese jedweden Interbanken oder auch Geldmarkthandel eingestellt haben. Ohne eigene Mittel und ohne die Aussicht diese bei anderen Banken oder aber der Zentralbank zu bekommen ist die Depfa und damit zwangsläufig die Hypo Real Estate zahlungsunfähig und somit insolvent. Die offenen Forderungen, welche vornehmlich gegenüber Gemeinden, Städten und Staaten, werden mit großer Sicherheit auf jeden Fall bedient, so dass die vergebenen Kredit eine durchaus beachtliche Bonitätsstufe haben sollten.

Kurz nachgedacht könnte man auch denken – man hungere die Depfa aus, portioniere dann die überbleibenden Kreditpakete und verkaufe diese mit einem Abschlag gegenüber Normalwert an Finanzinvestoren, die vorher die Möglichkeit gehabt hätten die Hypo Real Estate zu übernehmen, es aber nicht taten, weil ihnen das Risiko zu groß war. Oder anders gesagt, hat jemand ausreichend Liquidität um die Depfa wieder flott zu machen, dann kann er jetzt den kompletten Konzern für rund 1,5 Mrd. Euro übernehmen. Ein Kapitalist, wer böses dabei denkt.

Eine letzte Frage – warum stellt nicht einfach die EZB einen Sondertender zum üblichen Zinssatz für die Depfa zur Verfügung? Das könnte doch viele Probleme beseitigen …

1000 Mrd für Hypo Real Estate

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