Die moderne Schifffahrt ist der Motor der Globalisierung. Ein solcher, oder zumindest ein diesem sehr ähnlicher Satz gehört mittlerweile fast zum Standard in der Berichterstattung über den internationalen Warenaustausch. Wer Spielzeuge, Maschinenbauteile, Kleidung oder andere Wirtschaftsgüter aus den Fabriken Asiens nach Europa oder Amerika verfrachten möchte, greift zwangsläufig auf die immer größer und schneller werdenden Ozeanriesen als günstiges Massengut Transportmittel zurück.

Mehrere tausend Container (die Hersteller von Containern beanspruchen im Übrigen auch der Motor der Globalisierung zu sein) passen mittlerweile auf ein Schiff, jeder der 20 oder 40 Fuß langen Blechkisten kann individuell an den Empfänger zugestellt werden. Eine weitere Errungenschaften der modernen Logistik, bei sich auch wieder genug Protagonisten finden, die sich als Motor der Globalisierung …

Fakt ist: Der internationale Handel boomt, nicht zuletzt deshalb weil sich Milliardenvölker Indiens und Chinas als Produzenten etabliert haben und große Warenmengen zu kleinen Preisen Richtung Europa und Amerika verschiffen lassen.

Auch wenn die Löhne in den aufstrebenden asiatischen Märkten noch vergleichsweise gering sind und die Nachfrage nach SUVs in dieser Region verschwindend gering ist – die Güterproduktion verschlingt ebenso fossile Rohstoffe, wie in China in Mode gekommenen Kleinwagen der Mittelschicht. Die Nachfrage nach Öl steigt, der Preis je gefördertem Barrel Rohöl strebt folgerichtig ebenso in die Höhe.

Energiesparende Techniken, werden also immer wichtiger und bieten mehr als jemals zuvor tatsächlichen einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Mit diesem Argument werden vor allem Deutsche seit Jahren penetriert und haben sich deshalb manchmal mehr schlecht als recht an müffelnde Biogas Produzenten aus der Nachbarschaft gewöhnt, regen sich nicht mehr über hässliche Windparks an den deutschen Meeresküsten auf und finden es sogar prima, wenn der Nachbar sein Dach rund herum mit spiegelnden Solarkollektoren zupflastert, die machen es wenigsten heller. Machen keinen Krach und riechen nicht unangenehm.

Das Volk ist also begeistert und produziert immer mal wieder neue grüne Ideen, die auch in die Realität umgesetzt werden. Eine wirklich nahe liegende Idee hat es jetzt zur Marktreife geschafft. Die in Hamburg ansässige SkySails GmbH & Co. KG hat aus der alten Not Schiffe mit Windkraft voranzutreiben eine Tugend gemacht und stattet in diesen Tagen die ersten Überseefrachter mit der neuen Technologie aus. Die Konstruktion ist denkbar einfach – dem Schiff wird eine Art Segel angebaut, welches wie beim Drachensteigen an einer langen Leine in den Wind gestellt wird. Bei Flaute oder im Hafen kann das Drachensegel eingefahren und wieder einfach an Deck verstaut werden.

Die Treibstoffersparnis, welche sich aus diesem einfachen aber wirksamen Prinzip der Windenergie ergibt, soll bis zu 20 Prozent des Verbrauchs betragen. Eine deutlich sichtbare Menge angesichts der stattlichen täglichen Schweröl Verbrauchsmengen eines Frachtschiffs. Einziges Manko momentan: Wie lange die Drachensegel dem Wind standhalten können ist noch nicht wirklich erprobt und – wenn kein Wind weht, nützt auch das schönste Segel nichts.

Drachensteigen: Hochseefrachter lässt Drachen steigen

Beitragsnavigation