Wenn es sich schon ganz offensichtlich kaum noch lohnt Geld auf einem Festgeld- oder Tagesgeldkonto anzulegen, weil die Zentralbanken den Zinssatz in neue Tiefen reguliert haben um den Konsum anzuregen und die Refinanzierung von Banken und Unternehmen zu erleichtern, müsste es doch eigentlich günstige Kredite in Hülle und Fülle geben. Gibt es aber nicht, wenn man einem Stiftung Warentest (Finanztest) Bericht aus dem Monat März vertrauen darf. Da die Stiftung als solche über jeden Zweifel an der Recherche-Technik erhaben ist, bleibt es also der eigenen Fantasie überlassen einen Grund zu finden?

Nicht ganz. Zumindest weist eben jener Finanztest Artikel aus April einen nachvollziehbaren Grund für die stagnierenden bis steigenden Zinsen für Überziehungskredite auf. Die Bonität, also die Kreditwürdigkeit der Bank-Kunden sei durch die Finanzkrise, steigende Arbeitslosenraten in der eigenen Kundschaft und sonstige vermehrte Ausfälle von Kredit-Tilgungen eben schlechter geworden. Dieses Risiko müssen Banken durch einen gleich bleibenden, teils höheren Zinssatz eben ausgleichen.

Das Wunderliche an einer solchen Aussage (bei Finanztest wurde hierfür die „Untern Strich zähl ich“ Postbank zitiert) ist doch eigentlich, dass Überziehungskredite ja in der Regel eher in der Größenordnung von einigen Hundert bis wenigen Tausend Euro in Anspruch genommen werden und schon deshalb keine destabilisierende Auswirkung auf eine Bank haben sollten. Jede Bank hat es zudem es selbst in der Hand solche Überziehungskredite überhaupt zu gewähren und jederzeit und individuell wieder einzuschränken. So gesehen gäbe es durchaus andere Möglichkeiten als den Bankkunden mit Dispo-Zinssätzen zwischen 7,9% (DKB Cash Konto) und 14,75% (Bremische Volksbank) für das allgemein steigende Kreditausfallrisiko zu bestrafen.

Richtig teuer wird es bei geduldeten Überziehungskrediten

Richtig ärgerlich wird es für Kunden vor allem dann, wenn sie den eingeräumten Dispozins überschreiten. Dann klafft die Schere zwischen Zentralbanken Zins (EZB seit 8.4.09 – 1,25%) und geduldetem Überziehungskredit richtig auf. Mit 12 Prozent (!) ist auch hier die DKB der günstigste Anbieter, wer zufällig Kunde der Nassauischen Sparkasse (Naspa), der Berliner Sparkasse oder der Münchner Bank ist darf sich mit einem Überziehungszinssatz von 18,5 bzw. 19,5 und 19 Prozent Zinsen nicht wundern, dass es schwerfällt wieder „aus den Miesen zu kommen“.

Umschuldung von Überziehungskredit zu Ratenkredit spart bares Geld

Die logische Konsequenz sollte eigentlich eine Umschuldung von Girokonto zu Ratenkredit sein, da es den Schuldnern jeden Monat bares Geld spart. Allerdings zeigen sich viele Banken auch hier nicht sonderlich kooperativ, wer z.B. einen der günstigen Ratenkredit der DKB (ab 5,45% Zinsen p.a. abschließen möchte muss schnell erkennen, dass es unter Umständen hohe Hürden zu überspringen gilt, möchte man einen günstigen Zinssatz erhalten. Wobei an dieser Stelle eines angemerkt sei – wer bei der DKB Kredit bekommt, erhält auch den beworbenen Zinssatz. Dies ist ein Kundenvorteil, den leider die wenigstens Banken bieten. Unter dem Zauberwort „bonitätsabhängiger Zinssatz“ erlebt manch Kreditsuchender sein ganz persönliches Zinsen-Wunder.

Warum sinken eigentlich die Dispo-Zinsen nicht?

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