So wie es aussieht bin ich nicht der Einzige, der sich mit dem Thema Abgeltungssteuer ein bisschen auseinandersetzt. Ganz unvermittelt treffe ich tief in Gedanken versunken auf einen Hirschen, der mir verkündet, dass die Schonzeit für Anleger zum 31.12.2008 ausläuft. „Aha“, denk ich mir und klicke breitwillig auf den Banner.

Anleger-Schonzeit.de

Mein spontanes Klicken wird nicht enttäuscht, ich lande auf einer mit Hirschen gefüllten Landingpage der Fondsgesellschaft Franklin Templeton, die mich darauf hinweist, dass ich die Schonzeit am Besten nutze indem ich in einen Investmentfonds investiere der einen langfristigen Anlagehorizont aufweist und somit für dauerhaftes Investieren steht. Das sollte ich allerdings noch vor dem 31.12.2008 tun, denn dann ist die Schonzeit vorbei und ich werde Opfer der Abgeltungssteuer.

Mal davon abgesehen, dass die Seite wirklich ansehnlich gestaltet ist leuchten mir zwei Dinge auf den ersten und zweiten Blick nicht ein. Auf den erste: Was genau hat Abgeltungssteuer mit Hirschen zu tun? Auf den zweiten – wieso sollte ich mein Geld in nur einen einzigen Investmentfonds investieren, widerspricht das nicht jeglicher „verteilen Sie ihr Geld auf verschiedene Anlagen“ Theorie und warum ausgerechnet in den Templeton Growth (EURO) Fund A (WKN 941034), dessen gute Zeiten augenscheinlich vorbei sind, schaut man sich die Wertentwicklung der letzten drei oder noch mehr Jahre an. So richtig gut war dieser globale Aktienfonds vor sieben Jahren, seitdem zieht die Konkurrenz mit großen Schritten vorbei. Oder anders gesagt: Es gibt etwa 500 Fonds die besser sind als dieser. Da nützt auch der Hirsch nix.

Das Thema Abgeltungssteuer scheint also auch für die Investmentfonds Anbieter einen Ansporn zu bieten noch mal neues Kapital in größerem Mengen zu akquirieren, welches in den Folgejahren schwerlich abhanden kommen wird, da es dann der Abgeltungssteuer unterliegt. Das kann ja heiter werden in 2008.

Templeton mit Hirsch gegen die Abgeltungssteuer

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