Noch mal zurück zum Beitrag über die Einführung des Tagesgeldkonto ähnlichen staatlichen Angebots der Tagesanleihe (oder genau genommen der privatwirtschaftlich organisierten Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH wie Robert es kommentierte).

Dieses Angebot eignet sich nicht nur für Privatanleger, sondern kann auch von juristischen Personen genutzt werden. D.h. wer z.B. als Vorstand eines Vereins nach einer Möglichkeit sucht die eingezahlten Mitgliedbeiträge zu einem vernünftigen Zinssatz anzulegen oder aber als Anteilseigner einer Wohnungseigentümergemeinschaft eine Möglichkeit sucht zu einem akzeptablen Zinssatz die Rücklagen für zukünftige Investitionen anzulegen, könnte dies mittels der Tagesanleihe problemlos tun.

Was wiederum nicht möglich ist, wenn sich die Unternehmung in der Gesellschaftsform einer GbR befindet. Hier können die jeweiligen GbR Beteiligten jeweils nur als Einzelpersonen in das so genannte Schuldbuch als Anteilseigner eingetragen werden.

Wie kommt man zu einer solchen Frage? Nun, wer ein Gewerbe betreibt hat es häufig schwer den Liquiditätsüberschuss zu einem halbwegs akzeptablen Zinssatz auf einem Tagesgeldkonto zwischen zu parken. Auch wenn der eigentlich Sinn eines Unternehmens natürlich nicht darin besteht Geld zu horten, sondern es gewinnbringend einzusetzen, können solche Angebote z.B. für die Anlagen der Rückstellungen oder Investitionsrücklagen durchaus sinnvoll sein.

Ganz schön wenig – 1,8% Tagesgeldgeldzins bei der Hausbank

Allerdings beschränkt sich die Sinnhaftigkeit dann, wenn wie in einem vorliegenden Beispiel, die Hausbank Tagesgeldkonten mit 1,8% Zinsen vergütet – was im Hinblick auf die Angebote von z.B. Kaupthing-Edge (5,65%) oder ICICI Bank (4,75%) oder Akbank (4,75%) wie ein schlechter Witz anmutet. Nach kurzer Recherche drängt sich einem der Eindruck nahezu auf, dass der Tagesgeldkonten Zins-Wettstreit an Freiberuflern und kleineren Unternehmen tatsächlich vorbeigeht, da sie keine Möglichkeit haben ein akzeptabel verzinstes Konto für Ihr Unternehmen zu eröffnen.

Laut Statistischem Bundesamt gab es zum Jahresende 2006 rund 3,4 Mio. eingetragene Unternehmen, von denen anzunehmender weise die überwiegende Masse den Klein- und Kleinstunternehmen zuzurechnen ist, die sich eher nicht im Status einer juristischen Person befinden. Kurz nachgedacht stellt man fest, dass Banken dieses Kundensegment zumindest aus meiner Sicht komplett unberücksichtigt lassen. Zu Unrecht, wenn man bedenkt, dass für diese Klientel Themen wie Rürup-Rente und private Krankenvorsorge enorm wichtig sind und es hier nach wie vor viel Geld für Finanzdienstleister zu verdienen gibt. Aber vielleicht sind die kleinen Selbständigen einfach so mit der Bank vor Ort verbunden, dass Direktbanken weder die notwendige Kundenbetreuung, noch den passenden Service anbieten wollen.

Tagesanleihe – Tagesgeldkonto auch für juristische Personen

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