Jun 25 2010

Noa Bank nimmt keine Kundengelder mehr an

Published by at 16:39 under Geld & Vermögen

Die Bank ging diesen Schritt, da sie die Diskrepanz zwischen Einlagen und vergebenen Krediten nicht zu groß werden lassen wollte und ihrem selbst auferlegten Versprechen, nicht mehr Einlagen anzunehmen als für die Kreditvergabe benötigt wird, gerecht zu werden.“ schrieb die Noa Bank am 24. Juni an Ihre Kunden und erstaunte damit nicht nur die eigenen Kunden.

Tagesgeldkonto mit über 2 Prozent Zinsen

Hohe Zinsen von mehr als 2 Prozent auf Tagesgeldeinlagen hatten die erst zu Beginn dieses Jahres gegründete Noa Bank schnell zu so etwas wie einem Geheimtipp werden lassen. Das professionelle Erscheinungsbild gepaart mit einer Mitbestimmungsformel (kurz-nachgedacht.de hat auch mal darüber nachgedacht) gefiel Kunden ebenso wie die attraktiven Zinskonditionen. Die immer wieder gestellte und nach meinem Wissen nie so recht beantwortete Frage ist aber: Wie refinanzieren die das. Niedrige Zentralbank Zinsen und eine problematische Schuldensituation vieler Unternehmen erschwerten die zügige Kreditvergabe an Unternehmen, aus dem die Bank die Anleger Zinsen refinanzieren will und muss.

Bei 290 Mio. Euro ist Schluss – Noa Bank nimmt keine Gelder mehr an

Den meisten Kunden war das egal so lange der Zinssatz stimmte, schickten Sie Euro um Euro an die Noa Bank, die nun bei einem Stand von 290 Mio. Euro die Reißleine zieht und ganz einfach keine neuen Kundeneinlagen mehr auf Tagesgeld- oder Festgeldkonto akzeptieren möchte.

Wie das möglich ist – und wie z.B. mit Sparplänen auf Noa Bank Tagesgeld Konten umgegangen wird, ist nicht bekannt. Die Bank hat nach dem überraschenden Schritt eher wenig unternommen um die Irritation der Kunden aufzulösen, dabei wäre es doch so einfach den Kapitalfluss zu mindern: Würden die Tagesgeldkonto Zinsen deutlich sinken, würden viele Kunden die Einlagen wieder abziehen und das Problem wäre beseitigt. Aber das machen ja alle – die Noa Bank ist ja schon auch irgendwie anders.

5 responses so far

5 Responses to “Noa Bank nimmt keine Kundengelder mehr an”

  1. noa-Kundeon 26 Jun 2010 at 02:10

    Lustig, das Ganze, so lange man kein Kunde dort ist. Kunden haben aber eine Geschäftsbeziehung zu der Bank, die diese nicht einseitig ändern kann.
    Wenn es auch banal klingt, es ist tatsächlich so, daß man auf ein Tagesgeldkonto bei noa beliebige Summen einzahlen kann, die Geschäftsbedingungen der Bank sehen kein Limit vor. Und das kann die Bank bei Bestandskunden nicht einseitig ändern, sie muß es mit dem Kunden entweder vereinbaren (d.h. dieser müßte dann um Zustimmung ersucht werden) oder sie müssen dem Kunden kündigen. Das können sie, es gibt aber hierbei eine Mindestfrist zu beachten von 6 Wochen.

    Noa hat also mit der Ankündigung, keine neuen Kundeneinlagen mehr hereinnehmen zu wollen, weder Festgeld noch Tagesgeld, auf der einen Seite die Kundschaft verschreckt und irritiert, und auf der anderen Seite gegen die eigenen Geschäftsbedingungen verstoßen. Das ist nicht ‘irgendwie anders als die anderen Banken’, sondern schlicht Vertragsbruch gegenüber den Bestandskunden mit Tagesgeldkonten.

    Wer einer solchen Bank jetzt noch vertraut, muß schon sehr mutig sein.

  2. [...] Quelle: http://www.kurz-nachgedacht.de/geld/noa-bank-nimmt-keine-kundengelder-mehr-an/ [...]

  3. Franzon 05 Jul 2010 at 22:56

    Ich habe als Tagesgeld-Anleger bei der noa bank auch das eMail mit Link auf einen Blog-Eintrag erhalten, mit dem die Annahme von Tagesgeld bei Bestandskunden ausgesetzt wird.
    Dies ist unkonventionell und entspricht leider nicht den AGB (Mitteilung in Textform zwei Monate vor Änderungen) und auch auf der Homepage kann man heute noch lesen, dass Tagesgeld jederzeit eingezahlt werden kann.
    Als Kreditkunde würde ich mir überlegen, ob ich das Risiko eingehen will, dass mir die Bank evtl. auch ganz cool per Blog (das hat man wohl heute) den Kredit kündigt oder die Konditionen ändert.

  4. [...] ist übrigens nicht zu befürchten, dass die GE Direct Bank ähnlich der Noa Bank kein Geld mehr von Kunden annimmt – anders als die Noa Bank hat GE Capital bereits mehr als 50.000 Geschäftskunden, die gerne [...]

  5. Bankon 12 Jul 2010 at 11:51

    Zitat: “Lustig, das Ganze, so lange man kein Kunde dort ist. Kunden haben aber eine Geschäftsbeziehung zu der Bank, die diese nicht einseitig ändern kann.
    Wenn es auch banal klingt, es ist tatsächlich so, daß man auf ein Tagesgeldkonto bei noa beliebige Summen einzahlen kann, die Geschäftsbedingungen der Bank sehen kein Limit vor. Und das kann die Bank bei Bestandskunden nicht einseitig ändern, sie muß es mit dem Kunden entweder vereinbaren (d.h. dieser müßte dann um Zustimmung ersucht werden) oder sie müssen dem Kunden kündigen. Das können sie, es gibt aber hierbei eine Mindestfrist zu beachten von 6 Wochen.

    Noa hat also mit der Ankündigung, keine neuen Kundeneinlagen mehr hereinnehmen zu wollen, weder Festgeld noch Tagesgeld, auf der einen Seite die Kundschaft verschreckt und irritiert, und auf der anderen Seite gegen die eigenen Geschäftsbedingungen verstoßen. Das ist nicht ‘irgendwie anders als die anderen Banken’, sondern schlicht Vertragsbruch gegenüber den Bestandskunden mit Tagesgeldkonten.

    Wer einer solchen Bank jetzt noch vertraut, muß schon sehr mutig sein.”

    also ich würde so einer bank nicht mehr vertrauen. denn: wer einmal lügt… und vertragsbruch ist da das gleiche.

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply