Im Zuge der allgemeinen Riester-Renten Aufklärung sind Begriffe wie Rentenlücke, private Altersvorsorge oder dynamische Beitragsentwicklung mittlerweile Begrifflichkeiten, bei denen man in weiten Teilen der Bevölkerung auf zustimmendes Nicken trifft. Ja, das ist eine gute Sache, das mit der Riester-Rente, da herrscht Einigkeit. Vorausgesetzt der Gesprächspartner ist nicht grade Selbstständig oder Freiberufler. Diese eigentlich solvente Bevölkerungsschicht wird nicht durch die Riester Renten Förderung bedacht und ist entsprechend wenig interessiert. Doch auch hier – da herrscht zumindest bei den Produktanbietern und den mit diesem Themengebiet betrauten Politikern herrscht eine klare Unterversorgung.

Basis-Rente das Rürup-Renten-Konzept

Stiftung Warentest hat sich  jetzt in der aktuellen Finanztest Ausgabe mit Rürup-Renten auf Versicherungsbasis (also ohne Investmentfonds) beschäftigt und zwei Direktversicherer zu Siegern erklärt. Ausschlaggebend für die vorderen Plätze von Cosmos Direkt und Europa Versicherung war vor allem die ungleich höhere garantierte Rente. Kein Wunder, können Direktversicherer ganz einfach eine mittelgroße Summe an Vertriebskosten einsparen und somit über die längere Laufzeit des Rürup-Renten Vertrags vor allem durch den sich verstärkenden Zinseszins-Effekt messbare Rentenvorteile erzielen.

Dennoch wird sich an der allgemeinen Skepsis gegenüber der Basis-Rente vermutlich wenig ändern. Das in einem solchen Vertrag angesparte Guthaben ist weder vererblich noch kann es bei vorzeitigem Ableben des Versicherten zu einer wenn auch nur zeitweiligen Versorgung der Hinterbliebenen herangezogen werden. Oder anders gesagt: Stirb der Basis-Rente  Versicherungsnehmer, ist das eingezahlte Vermögen weg.

Steuern sparen mit Rürup-Rente

Die Gründe für den Abschluss einer solchen Basisrente sind also eher überschaubar. Ein guter ist die Möglichkeit die eingezahlten Renten-Beiträge zumindest anteilig steuerlich geltend machen zu können. Als Vorsorgeaufwendungen für die Rürup-Rente sind immerhin bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit einem steigenden prozentualen Anteil absetzbar (für 2008 z.B. 66% d.h. 10.000 Euro Beitrag ergeben einen Steuer mindernden Einkommensanteil von 6.600 Euro).

Rürup-Rente betriebswirtschaftlich unsinnig?

Selbständige und Freiberufler sind es gewohnt Kosten und Nutzen finanzieller Aufwendungen zumindest grob vorab zu berechnen. Im Falle einer Rürup Rente Vorsorge ergibt das ein erstaunlich schiefes Bild. Nimmt man z.B. den FINANZtest Testsieger CosmosDirekt. Hier werden während 25 Jahren jeweils 6.000 Euro jährlich in eine solche Rürup-Rente eingezahlt. Dafür garantiert der Versicherer den Spitzenwert von 821 Euro monatlicher Rente. Das mag auf den ersten Blick überzeugen, entspricht aber genau genommen einer durchschnittlichen Verzinsung von knapp 3,9% ohne späteren Kapitalverzehr.

Oder anders gesagt – ein durchschnittlicher Fondssparplan ermöglicht über einen längeren Anlagezeitraum eine durchschnittliche Wertentwicklung von etwa 7%. Bei gleicher Einzahlung (ohne Ausgabeaufschlag) und späterer Umschichtung in einen Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr ergibt sich eine monatliche Rente von über 2.300 Euro. Diese ist zwar nicht garantiert, bietet aber genug Puffer um die Versicherungslösung auf jeden Fall zu übertreffen und kann im Falle eines vorzeitigen Ablebens vererbt werden.

Vielleicht nimmt FINANZtest in einer späteren Ausgabe einmal den Vergleich von fondsgebundenen Rürup-Renten zu Versicherungslösungen vor. Das Ergebnis wäre sicherlich interessant und könnte vielleicht doch den einen oder anderen potentiellen Rürup-Rentner zu einer solchen privaten Vorsorge bewegen.

FINANZtest testet Rürup-Renten

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