Der organisierte Verbraucherschutz ist neben der Stiftung Warentest so etwas wie das Gütesiegel für Produkte und Dienstleistungen jedweder Art. Was Verbraucherschützer für gut befinden ist es auch, so sah ich das zumindest bisher. Und – wer kritisiert, der sollte unabhängig sein, umso überraschender fand ich es, dass Verbraucherschützer auf Basis von Stundenhonoraren zwischen 45 und 120 Euro eine Finanzberatung am Verbraucher anbieten und sich diese gar nicht mal so sparsam vergüten lassen. Da bietet es sich doch an, einmal zu prüfen, wie gut die Tester der Banken denn die eigene Beratung organisiert haben.

Auch das Hamburger Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) fand die Frage „Wie unabhängig ist die Beratung bei Verbraucherzentralen“ scheinbar für interessant und gab dem Kölner Marktforschungsinstitut You Gov Psychonomics den Auftrag eine Stichprobenartige Prüfung der Beratung durchzuführen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen, das durchschnittliche Ergebnis ist gut, die Beratung aber teilweise mit Mängeln behaftet. So wurde das Thema Altersvorsorge – und wie lege ich einen monatlichen Betrag von 150 Euro sinnvoll für das Alter an – teilweise in weniger als einer Stunde abgehandelt, ohne die eigentliche Lebensplanung oder mögliche Wünsche des Beratungskunden überhaupt aufzunehmen.

Auch bei Verbraucherzentralen ist nicht jede Beratung perfekt

Als ebenfalls irritierend empfanden die Tester der Tester, dass Beratungsgespräche durch Telefongespräche des Beraters unterbrochen und zu Lasten der Beratungszeit gegangen sind, was nicht nur grob unhöflich, sondern im Zweifelsfall auch teuer ist, wenn die Abrechnung nach Stunden erfolgt.

Deutlich positiv wurde dagegen die Produktauswahl der Verbraucherzentralen-Berater, diese passten zum Anlageziel und wurden unabhängig von Provisionsstreben und persönlichen Vorlieben des Beraters ausgewählt, so dass von 9 durchgeführten Stichproben immerhin 8 als mittelmäßig aber ausreichend bis ausgezeichnet bewertet wurden. Durchgefallen ist nur ein Berater, dessen Leistung „schlecht“ und entsprechend unzureichend war.

Es kommt eben doch immer darauf an, an wen man gerät

Damit befinden sich also auch Verbraucherzentralen in der komfortablen Situation eine passende, aber eben nicht durchweg gute Beratung zu leisten und müssen eigentlich das Fazit verschiedener Bank-Beratungstest auch auf für die eigene Beratung gelten lassen: Es kommt eben doch immer darauf an, an welchen Berater man als Kunde gerät – und – ein bisschen Grundwissen sollte man sich in jedem Fall vor der Beratung aneignen, dann erkennt man bei Banken wie auch Verbraucherberatungen wer zu den guten Berater gehört und wer nicht.

Finanzdienstleistungsberatung der Verbraucherzentralen im Test

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