Archive for the 'Bankenkrise' Category

Mai 08 2009

US Banken benötigen weitere 75 Mrd. US-Dollar

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Nach Beendigung der „Stress-Tests“ bei denen die Amerikanischen Behörden, das Innenleben von 19 US-Banken „auf links gedreht“ und nach möglichen Schwachpunkten im Falle einer sich weiter verschärfenden Krise gesucht haben, äußerte sich US-Finanzminister Timothy Geithner einigermaßen zuversichtlich. Die in wochenlangen Test erzielten Ergebnisse seien “beruhigend”, was allerdings nicht bedeute, dass kein Handlungsbedarf bestehe. Weitere 74 Mrd. US-Dollar werden benötigt um das Krisenszenario, welches einen diesjährigen Rückgang des US-Bruttoinlandsproduktes um 3,3 Prozent beinhaltete, heil zu überstehen.

Größter Kapitalbedarf bei Bank of America festgestellt

Im Wesentlichen verteile sich der Kapitalbedarf dabei auf drei Banken, neben der Bank of America, welche einen Bedarf von 33,9 Mrd. USD offenbarte, stehen vor allem Wells Fargo mit 11,5 Mrd. USD und die General Motors Finanztochter GMAC mit 11,5 Mrd. USD vor einer schwierigen Aufgabe. Weitere betroffene Banken wie Morgan Stanley oder Goldman Sachs bedürfen in einem deutlich geringeren Umfang finanzielle Unterstützung, so dass die Banken diese Summen wahrscheinlich über private Investoren und ohne staatliche Unterstützung bereitstellen können.

Bernanke hofft auf beruhigende Wirkung der Ergebnisse

US-Notenbank Chef Bernanke äußerte sich im Zusammenhang mit den Ergebnissen des Stress-Tests ebenfalls leicht optimistisch. Das hieraus erzielte Ergebnis biete sicherlich die Chance das Vertrauen der Marktteilnehmer untereinander zu stärken, so dass der zuletzt stark eingeschränkte Interbanken-Handel wieder an Dynamik gewinnen könne.

Auch wenn wir Bürger uns mittlerweile an große Summen gewöhnt haben und einen Zuschuss von ein paar Milliarden mehr oder wenige als nicht mehr so bedeutend empfinden, stellt sich aber doch eine Frage: Was, wenn der Rückgang des US-Bruttoinlandsproduktes um deutlich mehr als 3,3 Prozent fallen sollte? Für Deutschland werden derzeit etwa 5,4 Prozent Schrumpfung erwartet, da muss man sich schon die Frage stellen dürfen wieso die USA nur halb so schwer von der Krise betroffen sein sollte wie die Bundesrepublik. Oder sehe ich das vielleicht alles zu schwarz?
 

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Mai 07 2009

EZB senkt Zinssatz auf 1 Prozent

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Auch wenn es erwartet worden war, zeigten sich die Marktteilnehmer an der Frankfurt Börse doch beeindruckt. Nach Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) den Zinssatz um einen weiteren Schritt auf nur noch 1 Prozent zu senken und zusätzlich künftig auch Anleihen aufzukaufen war die gute Stimmung unter den Aktienhändler kurzfristig dahin.

Stimmungstiefs ziehen Verkäufe nach sich, so auch heute. Nach dem DAX zwischenzeitlich auf 4950 Punkte gestiegen war fiel er kurz nach Bekanntgabe der EZB Zinssatzänderung um 16 Uhr auf unter 4800 Punkte um mit einem deutlichen Minus und knapp über der 4800 Punkte-Marke aus dem Handel zu gehen.

Das Ende der Krise ist noch nich erreicht – wenn auch vielleicht in Sicht

Die Krise ist noch lange nicht vorbei, das machte das Gremium um Jean-Claude Trichet heute deutlich. Auch wenn sich die Anzeichen mehreren, dass sich der Rückgang der Wirtschaftsleistung verringert und sich diese auf einem sehr niedrigen Niveau stabilisieren kann, so müssen weiterhin Maßnahmen getroffen werden um den Kapitalfluss zwischen den Banken wieder herzustellen.

Das Vertrauen der einzelnen Marktteilnehmer ist noch lange nicht zurück gewonnen und somit stehen die EZB wie auch die weiteren Zentralbanken in den USA und Großbritannien weiterhin vor der Aufgabe alles zu tun um weitere Vertrauensverluste zu vermeiden. De Weltwirtschaft sieht vielleicht so etwas wie einen Hoffnungsschimmer am Ende des Tunnels. Leider ist – frei nach Steinbrück – bislang noch nicht zu klären ob es die Morgensonne oder ein entgegenkommender Zug ist.

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Apr 25 2009

Bafin Banken Gold und Chinesen

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Mit einem Plus von drei Prozent zeigt der Dax sich zum Wochenende von seiner besten Seite und scheint derzeit von nichts und niemand aus der Ruhe bringen. Dabei ballen sich die Gewitterwolken schon wieder deutlich am Horizont, ein leises Grollen will der eine oder andere Anleger auch schon vernommen haben. Anlass für das Grollen könnte nach Ansicht der Bafin die enorme Menge an nach wie vor vorhandenen Risiken in den Banken Bilanzen darstellen. Deutlich über 800 Mrd. Euro weist nach einemBericht der Süddeutschen Zeitung eine Liste der BaFin aus, die in dieser Aufstellung die 12 führenden Deutschen Banken unter die Lupe genommen und deren Altlasten als Zahlen zu Papier gebracht hat. Besonders betroffen sind neben der Hypo Real Estate (268 Mrd. Euro) auch die Commerzbank (101 Mrd. Euro), die Landesbank Baden-Württemberg (91 Mrd. Euro) und die West LB mit 84 Mrd. Euro.

Britisches Pfund unter Druck

Diese Summen könnten – so sie denn wahr sind – sogar weiter drastisch steigen, wenn sich der Druck auf die Britischen Pfund weiter steigert und das Land sein AAA Rating verliert. In der Folge würden nicht nur die Refinanzierungskosten der Britischen Regierung weiter steigen, sondern auch die Anleihen des Landes heruntergstuft, was weitere Abschreibungen bei den (internationalen) Banken zur Folge hätte. Die Spirale würde sich also weiter im Kreis nach unten drehen und immer neue “Schrottanleihen” produzieren wo bisher niemand welche vermutete.

Chinesen kaufen tonnenweise Gold

Eine solche Entwicklung hatte man in Peking scheinbar bereits geahnt und deshalb bezeiten die Anlagestrategie geändert. Anstelle US-Amerikanischer Staatsanleihen erwerben Chinesen in großem Umfang physisches Gold und lagern dieses zur eigenen Absicherung ein. Mit 1054 Tonnen verfügt die Volksrepublik mittlerweile über einen größeren Goldbestand als die Schweiz (1040 t) und wird diesen weiter ausbauen. Der Goldpreis vollzieht die anhaltende Nachfrage nach diesem Edelmetall nach und steigt wieder über die Schwelle von 900 USD pro Unze Gold. Ob dies eine Trendewende ist und der Goldkurs jetzt tatsächlich nachhaltig die 1000 USD Grenze übersteigt ist allerdings reine Spekulation, wie so vieles in diesen Tagen.

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Apr 20 2009

Karstadt Quelle in der Krise

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Nach einem Interview des Arcandor Vorstands Eick ist die Finanzkrise zu Wochenbeginn wieder zurück im Bewußtsein der Öffentlichkeit. Nachdem Eicks Vorgänger Middelhoff in den letzten Jahren das Tafelsilber in Form von Eigentumsbeständen der Karstadt Quelle Gruppe veräußert hatte, muss jetzt das Kerngeschäftsfeld Einzel- und Versandhandel endlich wieder zurück in die Gewinnzone geführt werden. Wie das funktionieren soll wird der Arcandor Vorstand in diesen Stunden dem Aufsichtsrat präsentieren, angesichts der ohnehin prekären Situation der Wirtschaft erscheint die Aufgabe allerdings fast wie die Quadratuir des Kreises – vor allem dann, wenn man die Unternehmensnachrichten der letzten Tage einbezieht.

Selbst Porsche muss weitgehende Zugeständisse bei Kreditvergabe hinnehmen

Mitte der letzten Woche traf es mit Woolworth einen der letzten mittelgroßen Warenhauskonzerne. Bedingt durch eine unzureichende Erlössituation blieb dem Management nur noch der Weg in die Insolvenz, seit dem hat der Insolvenzverwalter die zuletzt glücklosen Geschicke des Einzelhandelsunternehmens übernommen. Ende der Woche wurde bekannt unter welch großer Anstrengung Porsche eine Kreditverlängerungbei Banken erwirken konnte. Erst die Zustimmung VW Aktien als Pfand zu hinterlegen veranlasste Banken zu einer Kreditverlängerung des ausstehenden 10 Mrd. Kreditpakets. Die Summe klingt enorm, ist aber angesichts eines Eigenkapitals von ca 16 Mrd. Euro und eines ausgewiesenen Gewinns von rund 8,6 Mrd. Euro im letzten Jahr mehr oder weniger vergleichbar mit einer Privatkredit in der Höhe eines Jahresgehaltes bei Normalbürgern.

Als Erkenntnis der letzten Tage darf also ohne Weiteres festgehalten werden, dass es faktisch keinen Zusammenhang zwischen Geschäftstätigkeit und Kreditgewährung mehr zu geben scheint. Jeder Bürger kann – häufig auch aus eigener Erfahrung – nachvollziehen, dass Unternehmen mit mangelhafter Rentabilität von Banken stiefmütterlich behandelt werden. Wenn allerdings selbst hocheffiziente Unternehmen wie Porsche um eine Verlängerung der Kredite fürchten müssen, stellt sich sehr schnell die Frage ob das Finanzsystem tatsächlich wieder so funktioniert wie es funktionieren soll. Ich persönlich habe da so meine Zweifel, aber was weiß ich schon …

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Mrz 27 2009

Die Auswirkungen der Krise erreichen den Arbeitsmarkt

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Auch wenn es vielleicht erst auf den zweiten Blick offenbar wird, die Konjunkturpakete der Bundesregierung haben bislang einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht in vollem Umfang bei den Arbeitnehmern angekommen ist. Während man gemeinhin unter staatlich gestützter Konjunkturbelebung so etwas wie zusätzliche Ausgaben des Staates mit dem Ziel Beschäftigung zu schaffen versteht, wurden in den letzten Wochen große Summen aufgewandt, um Kündigungen zu vermeiden. Kurzarbeit als Konjunkturpaket beruhigt vor allem die Bevölkerung und schafft – das ist absolut richtig – Arbeitgebern ausreichend Zeit die eigene Situation zu analysieren und evtl. neue Kunden, neue Aufträge an Land zu ziehen.

Gleichzeitig verschleiert es aber auch die tatsächliche wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen, da sich der erhoffte Aufschwung nach wie vor nicht am Horizont erkennen lässt. Mit einer Verzögerung von etwa drei Monaten gegenüber einem Zustand ohne Konjunktur-Kurzarbeit-Paket beginnen nun die ersten Unternehmen der Wahrheit ins Auge zu blicken und Arbeitskapazitäten abzubauen.

Leiharbeiter wurden schon gegangen

Nachdem bereits in aller Stille das Heer der Leiharbeiter die Werkshallen räumen musste, trifft es nun Festangestellte. Ob Autohersteller wie VW oder Opel, oder Zulieferer wie Continental, Leoni oder Grammer, sie alle leiden unter dem immensen Nachfrageeinbruch nach Neufahrzeugen (Abwrackprämie hin oder her) und Bauteilen für Neufahrzeuge. Wer hier überleben will hat keine andere Wahl als jetzt die erste große Entlassungsrunde einzuläuten.

Deutsche Verbraucher kaufen tapfer weiter

Für den Moment bleibt die Erkenntnis, dass es scheinbar nicht ausreichend ist, wenn Staaten Milliardensummen zur Verfügung stellen um den Wirtschaftskreislauf am Leben zu halten. Ist den Menschen das Vertrauen in die nahe Zukunft genommen, verlieren sie die Lust am kurzfristigen Konsum. Das eigentlich spektakuläre an der aktuellen Entwicklung ist, dass es diesmal nicht die vielgescholtenen Deutschen Verbraucher sind, deren Konsumstreik das System blockiert.

Diesmal sind es US-Amerikaner ohne festen Wohnsitz, Chinesen ohne westliche Käufer, Osteuropäer die auf die Trümmer ihres eigenen Staatshaushaltes schauen und sich ganz nebenbei fragen wer eigentlich auf die verrückte Idee gekommen ist Privatleuten Kredite in Fremdwährungen zu finanzieren.

Kurz gesagt, die Auswirkungen der Globalisierung treffen in diesen Monaten ganz besonders hart diejenigen, die in den letzten Jahren am meisten davon profitiert haben.

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Mrz 19 2009

Goldminen statt Hedge-Fonds

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So ändern sich die Zeiten, anstelle hochkomplexer Finanzderivate kehren jetzt auch Hedge-Fonds Manager wieder zu den Ursprüngen zurück. Mit John Paulson geht, wie jetzt bekannt wurde, einer der bekanntesten US-Amerikanischen Hedge-Fonds Manager unter die Goldgräber. Für die Summe von 1,29 Mrd. US-Dollar sicherte sich seine Firma Paulson & Company rund 11 Prozent des in Südafrika beheimateten Goldproduzenten Anglogold Ashanti. Das nach Ansicht von Paulson gut geführte und derzeit unterbewerte Unternehmen ist damit bereits die zweite Goldminen Anschaffung des Hedge-Fonds Managers nach der kanadischen Kinross Gold.

Schon merkwürdig, wie schnell sich Anlageinteressen ändern können. Galten vor wenigen Monaten noch Unternehmen wie die Deutsche Börse als Reinkarnation des perfekten Unternehmens, so zieht es sie Anlageprofis jetzt wieder hinaus in die Landschaft um sich mit neuen Werten einzudecken.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und irgendwelche Zusammenhänge mit der neuerlichen US-Notenbank Intervention sieht? Bestimmt alles von langer Hand vorbreitet … klar.

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Mrz 18 2009

Eine Billion USD für die Wirtschaft

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Sie haben sich auch an große Zahlen gewöhnt? Dann sind diese Fakten sicherlich nicht neu für Sie. Eine Billion (nicht Billionen wie ich zunächst vermutete) sieht in Ziffern so aus: 1.000.000.000.000.

Diese Menge Geldes bestehend aus 500-€-Scheinen entspricht (der Dank gilt hier der Wikipedia Community), einer aufgestapelten Papiermenge welche in einer Höhe von etwa 210 Kilometern in der äußersten Atmosphärenschicht, der Thermosphäre, endet. Hier ist die Luft mittlerweile sehr dünn geworden und erhitzt sich Dank der intensiven Sonneneinstrahlung auf bis zu 1700 Grad.

 Die Fed gibt neues Geld für alte Anleihen

Aber zurück zum Thema, wie die US-Notenbank (Federal reserve – „Fed“) heute bekannt gab, stellt man 1 Billion USD zur Verfügung um den Wirtschaftskreislauf weiter in Gang zu bringen. Diese Summe wird dazu genutzt um lang laufende Staatsanleihen aufzukaufen und somit den langfristigen Zinssatz zu verringern. Durch langfristig niedrige Zinsen soll die Bereitschaft von Unternehmen und Banken gesteigert werden wieder Investitionen vorzunehmen und somit den Wirtschaftskreislauf wieder in Schwung bringen.

Da sich sehr wahrscheinlich spontan niemand finden wird, der neue niedrig verzinste US-Staatsanleihen in dieser Menge kauft, damit mit den erzielten Einnahmen alte Staatsanleihen aus dem Wirtschaftskreislauf entnommen werden können, druckt die US-Notenbank das neue Geld kurzerhand selbst. Der Ankauf eigener Anleihen ist ein bislang einmalig in der Wirtschaftsgeschichte und lässt erahnen wie miserabel es wirklich um das weltweite Finanzsystem steht, wenn staatliche Eingriffe in dieser Größenordnung vorgenommen werden um die Stabilität des Systems zu garantieren.

Zusätzlich 750 Mrd. USD für hypothekenbesicherte Wertpapiere

Zusätzlich zu der eine Billion für US-Staatsanleihen stellt die Fed weitere 750 Mrd. USD für den Ankauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren zur Verfügung, was eine Ausweitung des Programms auf 1,25 Billion USD entspricht und die Summe des frisches Geldes auf dann 2,25 Billionen USD ausweitet.

Die im Zuge der durch die Geldmengenausweitung unweigerlich steigenden Inflationsgefahren stiegen die Preise für werthaltige Edelmetalle wie z.B. Gold und Silber um bis zu 2 Prozent gegenüber dem Vortag. Ähnlich positiv reagierten die Aktienmärkte auf die Entscheidung der Fed, so ging der Dow Jones mit +90 Punkten aus de Handel; der DAX verzeichnete in seinen letzten Handelsminuten einen beeindruckenden Aufschwung.

Wie geht es jetzt weiter?

Welche folgenden kann oder wird ein solcher Eingriff der Fed auf die weltweiten Märkte haben? Eine zunehmende Anzahl von Fachleuten sehen den Zusammenbruch des Systems erstmal abgewendet. Der Preis für das heftige Gegenwirken – so wird spekuliert – ist allerdings eine schnell steigende Inflation, die spätestens 2010 bei den Bürgern weltweit ankommen wird.

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Mrz 02 2009

AIG meldet 61,7 Mrd. USD Quartalsverlust

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Der einstmals weltweit größte Versicherungskonzern, die US-Amerikanische American International Group schickt mit einer weiteren Horror-Verlustmeldung die Börsen weltweit auf Talfahrt.

Anleihen Ausfallrisiken weiterhin hoch

Wie das Unternehmen mitteilte belaufe sich der Verlust, der im zurückliegenden Quartal erzielt wurde auf eine Gesamtsumme von 61,7 Mrd. USD. AIG hatte als Versicherer die Ausfallrisiken diverser Anleihen, welche auf Immobilienkredite vergeben worden sind abgesichert und muss diese, jetzt da sich abzeichnet, dass diese Anleihen nicht durch die Schuldner zurückgeführt werden, als Verlust abschreiben. Mit ähnlichen Problemen kämpfen derzeit fast alle Banken und Versicherungen, die durch die aufgrund der Finanzkrise schnell steigenden Ausfallrisiken dazu gezwungen werden einst als besonders sicher geltende Anleihen und Schuldverschreibungen als Verlust abzuschreiben.

Abschreibungen lassen Eigenkapital schmelzen

Im Zuge der Abschreibungen sinkt das Eigenkapital der Institute jeweils deutlich, wodurch immer neue Liquiditätsspritzen durch die Anteilseigner oder wie im Fall AIG durch die US-Regierung notwendig werden. Diese hat sich im Übrigen dazu entschieden die Versicherung zu retten und wird auch die aktuell benötigten 30 Mrd. USD Liquidität “too big to fail” zur Verfügung stellen. Im Gegenzug sollen Anteile des AIG Versicherungsgeschäftes an den Staat als quasi “Faust-Pfand” übergeben werden. Diese Lösung scheint bei verschiedenen Marktteilnehmern zumindest so etwas wie Hoffnung auszulösen, der Aktienkurs hat durch die Zusage der US-Regierung ein Plus von immerhin 10 Prozent verzeichnet. Altaktionäre treibt es dennoch die Tränen der Verzweiflung in die Augen, war eine Aktien der American International Group im Jahr 2001 noch 120 Euro wert, so sind es mittlerweile nur noch 0,32 Euro. Da können auch 10 Prozent Gewinn des heutigen Tages nichts mehr kaschieren.

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Feb 23 2009

Royal Bank of Scotland wird aufgeteilt

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Die Royal Bank of Scotland steht vor der Spaltung. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt solle im Zuge der Sanierung der Royal Bank of Scotland eine Teilung in Good Bank und Bad Bank vorgenommen werden.

Für mehrere 100.000.000 £ stehen zusätzlich Teile der Finanzgruppe zum Verkauf. Am kommenden Donnerstag wird das Unternehmen in die Bilanz für das abgeschlossene Jahr 2008 präsentieren, Beobachter rechnen mit einem Verlust von 28 Milliarden US-Dollar. Dies wäre der größte jemals erzielte Verlust eines britischen Unternehmens.

Unbestätigten Meldungen zufolge sollen in die Kosten des Unternehmens um 1.000.000.000 £ gekürzt werden. Im Zuge der Kürzungen werden 20.000 Arbeitsplätze eingespart werden müssen. Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze werden, wie die Zeitungen berichten, in Großbritannien wegfallen. Die britische Regierung als Mehrheitseigner der Royal Bank of Scotland hat die entsprechende strategische Ausrichtung bereits abgesegnet. CEO Stephen Hester habe fünf Jahre Zeit die vorgeschlagene Strategie umzusetzen. Entsprechende Meldungen über diese Planungen werden zurzeit von seiten der Bank nicht bestätigt oder dementiert.

Vermutlich soll mit dieser Vorgehensweise die Zukunft der Bank gesichert und gleichzeitig das Risiko für weitere verlustreiche Jahre des Bankgeschäftes deutlich verringert werden. Auch wenn es natürlich absolut klar ist, nur noch einmal der Vollständigkeit halber – bei der Bank of Scotland, die zurzeit 4,5% Zinsen auf Tagesgeld gewährt, handelt es sich nicht um die in Schieflage geratene Royal Bank of Scotland. Wer also dort ein Tagesgeldkonto eröffnet, ist nicht von Umstrukturierungen der Royal Bank of Scotland betroffen.

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Feb 21 2009

Goldpreis steigt auf 1000 US-Dollar

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Ja Mensch, die Krise treibt goldene Blüten. Oder wie soll man das Kratzen an der 1.000 USD Dollar Grenze des Rohstoffes Gold sonst beschreiben? 1.000 US-Dollar für 31,1 Gramm Rohstoff, der genau genommen relativ nutzlos ist. Nutzlos? Klar. Während andere Rohstoffe gebraucht und verbraucht werden, steigt der Bestand des weltweit verfügbaren Goldes immer weiter an, weil es keine Eigenschaft besitzt, die andere Rohstoffe in der industriellen Nutzung nicht auch bieten könnten. So kam es, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte rund 157.000 Tonnen Gold gefördert wurden, 155.000 Tonnen dieses geförderten Goldes stehen nach wie vor zur Verfügung und werden zu Münzen, Barren und Schmuck geformt.

Worin die Faszination dieses Rohstoffes liegt ist schwer nachvollziehbar – die Wirkung allerdings über Jahrtausende hinweg gleich: Es löst bei Menschen einen „haben will“ Effekt aus und sorgt damit über Generationen hinweg für Wertbeständigkeit. Bekanntestes Beispiel für diese Wertbeständigkeit ist das „1 Unze (31,1 Gramm) Gold reichen für einmal Einkleiden”-Gleichnis, welches vor allem in Krisenzeiten immer wieder gerne zitiert wird. Demnach reicht und reichte eine Unze Gold in jedem Zeitalter für eine ordentliche Garderobe. Welche Währung auf der Münze oder dem Barren aufgedruckt war, war und ist dabei unerheblich: Gold wird immer akzeptiert. Der Gegenwert des Goldes scheint dabei auch gegenüber Inflationsphasen abgesichert – und erfreit sich schon deshalb zurzeit großer Beliebtheit.

Glaubt man den Fachleuten ist die jetzige Hochphase des Goldpreises erst der Anfang des Kursanstiegs. Beginnen die diversen staatlichen Konjunkturpakete erstmal zu greifen und die Staatsschulden sich immer schneller zu vermehren, steigt die Krisenwährung Gold weiter in neue ungeahnte Höhen.

Sollte man aus diesem Grund jetzt Gold kaufen? Auch hier haben Fachleute eine pragmatische Jain-Antwort gefunden – Gold ist gut, Silber besser, lautet die vielfach gegebene Antwort. Auf die Frage warum kommt die überraschende Antwort: Silber wird immer knapper und ist eigentlich zu billig. Ob das stimmt? Ich weiß es nicht.

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