Archive for the 'Bankenkrise' Category

Feb 28 2011

Global total – wie die Bankenkrise ein Tempolimit in Spanien bewirkt

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Ab 7. März gilt auf spanischen Autobahnen ein neues Tempolimit. Aufgrund des stark gestiegenen Ölpreises beschloss die spanische Regierung zum Schutz der ohnehin labilen Wirtschaftslage, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf 110 km/h zu reduzieren. Stellvertretend für die spanische Regierung sagte Vizepremier Alfredo Pérez Rubalcaba gegenüber der Presse: „Wir wissen nicht, wie lange die politische Instabilität im Norden Afrikas und in den arabischen Ländern anhält. Handeln müssen wir aber jetzt.“

Spanien, Afrika und die Bankenkrise

Politisch instabil ist eine politisch korrekte und angesichts der vermutlich tausenden Toten in Nordafrika reichliche milde Umschreibung der Aufstände von Lybien, Tunesien, Ägypten und einigen weiteren Regionen, die nicht so sehr im Mittelpunkt der Medien stehen, weil es dort keine Urlauber und keine Ölquellen gibt. Diese Aufstände, die derzeit gerne als ein Drang zu mehr Demokratie gesehen werden und als quasi Nebeneffekt den Zugang zu Ölquellen versperren, sind allerdings eher ein Produkt schnell steigender Nahrungsmittelpreise.

Die überwiegend junge Bevölkerung der nordafrikanischen Staaten findet in den eigenen Ländern keine Arbeit und sieht sich schnell steigenden Lebensmittelpreisen gegenüber. Was daraus folgt ist weniger der Wunsch nach Demokratie und mehr der Wunsch sich mit der eigenen Arbeitskraft zumindest ausreichend Nahrungsmittel kaufen zu können. Dass dies einfacher gelingen kann, wenn der Präsident oder Revolutionsführer nicht mehr einen Großteil der Staatseinnahmen für sich und seine Sippe vereinnahmt ist derart logisch konsequent, dass die Jugend dort rebelliert. Ob allerdings die europäische Sichtweise – Demokratie wäre jetzt am Zug – tatsächlich der nordafrikanischen Sichtweise entspricht steht derzeit zur Debatte. Eben deshalb sollten europäische wie auch amerikanische Staaten jetzt dabei helfen entsprechende Strukturen zu fördern ohne sie inhaltlich zu beeinflussen. Was nach einem Spagat klingt ist eigentlich unmöglich, dennoch ist es einen Versuch wert, besser Hilfe anbieten und damit scheitern als gar nichts tun und die Staaten sich und vielleicht neuen Revolutionsführern überlassen.

Aber zurück zum Thema – die Proteste in Nordafrika sind das Ergebnis schnell gestiegener Nahrungsmittelpreise. Dieser Effekt ist, so merkwürdig es klingen mag, der Bankenkrise geschuldet. Im Zuge des beinahe Zusammenbruchs diverser Großbanken wurde die Geldmenge dramatisch ausgeweitet. Banken hatten (und haben) damit quasi den Zugang zu beliebig viel Kapital und müssen dafür wie im Falle der USA keinen oder nur einen sehr geringen Zinssatz bezahlen.

Sachwerte wie eben Rohstoffe sind seit der Bankenkrise erste Wahl

Die Ökonomen der Banken sind sich der Situation sehr wohl bewusst und investieren entsprechend in Sachwerte, wie z.B. Immobilien, Edelmetalle (vornehmlich Gold und Silber) , Aktien – und eben auch in Rohstoffe wie es Nahrungsmittel nun einmal sind. Wo viel Geld auf ein nur zögerlich auszuweitendes Angebot stößt steigt unmittelbar der Preis. Das gilt im aktuellen Fall sogar dann, wenn die Nachfrage nach den Rohstoffen für Grundnahrungsmittel seit Jahren relativ stabil ist.

Wollte man es zynisch sehen, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass die Amerikaner die Bankenkrise verursacht haben um der Terrorgefahr zu begegnen indem sie durch gezielte Geldmengenausweitung den Hunger der Welt forcieren. Man müsste ihnen dann auch unterstellen, dass sie bereits seit der ersten nicht gedeckten und zu Zertifikaten gestückelten US-Haushypothek darauf spekulierten, dass hungernde Menschen weltweit bereit wären das jeweilige staatliche Regime zu stürzen und in der Folge der USA den gewünschten Einfluss auf die kommende Staatsführung zu gewähren. Das dürfte selbst besonders erfahrene Verschwörungstheoretiker an argumentative Grenzen bringen.

Wie auch immer man die Entwicklung der letzten vier oder fünf Jahre beurteilt, eines dürfte spätestens jetzt sehr deutlich geworden sein: Die (meisten) Staaten der Welt sind in wirtschaftlicher Sicht mittlerweile derart eng miteinander verwoben, dass es in Zukunft immer weniger lokale und immer mehr globale Krisen geben wird. Das spanische Tempolimit als Reaktion auf den Ölpreis ist dabei nur ein plakatives Beispiel. Die Zukunft ist total global.

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Nov 27 2009

Ist Dubai pleite?

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Na so was. Ausgerechnet aus dem Land des unermesslichen Reichtums kommt die Nachricht der aktuell eingetretenen Zahlungsunfähigkeit. Just in dem Moment, als viele die Finanz-, Banken- und Wirtschaftkrise überwunden sahen, trifft die Geldnot das Arabische Emirat Dubai und damit einen äußerst empfindlichen Stimmungsnerv. Die Reaktionen auf die Nachricht dass der staatseigene Konzern Dubai World um einen mindestens 6-monatigen Zahlungsaufschub gebeten hat, sind entsprechend drastisch. Alle wichtigen internationalen Börsen Indices haben mit deutlichen Verlusten auf diese Nachricht reagiert, alle bis auf den Dow Jones, der Feiertags bedingt heute keinen Handel vorgenommen hat. Plötzlich sind alle Krisenszenarien des letzten Jahres wieder präsent, denn klar ist: Fällt Dubai, fallen auch eine ganze Reihe von Unternehmen vielleicht sogar Staaten der zweiten Krisenwelle zum Opfer.

Der Kreditausfall trifft vor allem europäische Banken und Unternehmen

Dubai gilt nach Jahren des Wirtschaftsbooms als der Finanzplatz der Arabischen Welt und war neben dem Emirat Abu Dhabi der Motor der Entwicklung des Nahen Osten. Gerät Dubai finanziell außer Kontrolle, dann erwächst daraus ohne Zweifel auch ein internationales Finanzproblem, welches diesmal vornehmlich europäische Banken treffen wird, die zu den größten Kreditgebern des Emirates gehören. Aufgrund der teils heiklen politischen Lage im Nahen Osten neigten die Scheichs in der Vergangenheit eher zu Investments in europäische Unternehmen und pflegen Beziehungen gerne und gut zu europäischen Geldgebern. Durch die jetzt eingetretene Zahlungsunfähigkeit müssen eben jene europäischen Banken ihre Kreditrisiken durchleuchten und feststellen welche Kredite nach Dubai vergeben wurden und ob diese als Forderungen ausgebucht werden müssen, also zusätzliches Eigenkapital verschlingen und somit die Not der Banken vergrößern.

Das mühsam erworbene Vertrauen in den Aufschwung ist erstmal dahin

Viel schlimmer als die ca. 40 Mrd. USD die es derzeit umzuschulden gilt dürfte aber der Vertrauensverlust in das wieder Erstarken der internationalen Finanzmärkte sein. Ein Erneuter Zusammenbruch des Interbankenhandels wird mit den bisherigen Mitteln der Geldschöpfung und Staatsgarantien eventuell nicht mehr zu beheben sein. Die Folgen sind wenig kalkulierbar, eines erscheint aber logisch: Glaubt niemand mehr an den Wert des eigenen Geldes, ist das Währungssystem dahin. Dann hätten die „kauft Gold“ Propheten, die hierin eine dringend notwendige Absicherung gegenüber systemischen Risiken sehen tatsächlich Recht behalten. Und alles nur, weil man in Dubai eine Palme aus Sand aufschütten möchte, deren Parzellen sich in Zeiten der Krise als unverkäuflich erweisen. So hat jetzt auch Dubai seine (Luxus-)Immobilienkrise.

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Nov 20 2009

Auch Mikrokredit Zahlungsausfälle steigen

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Auch mit kleinen Krediten, so genannten Mikrokrediten, werden mittlerweile weltweit profitable Geschäfte gemacht. Dabei ist die Gewinnerzielungsabsicht eigentlich nur ein kleiner Teil dieses Kreditsektors, der sich vor allem in Entwicklungsländern als wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftsförderung etabliert hat.

Diese meist von wenigen 10 bis einigen hundert US-Dollar umfassenden Kredite werden bevorzugt an diejenigen ausgegeben, die nach gängigem Kreditvergabe-Schema mangels Sicherheiten nicht kreditwürdig sind. Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigte allerdings, dass diese Kreditnehmer besonders zuverlässig sind und zu beinahe 99 Prozent die Kreditsumme samt Zinsen wieder zurückführen.

Die Kreditrückführung stockt, die Institute sind darauf vorbereitet

Die Finanzkrise hat jetzt allerdings auch die Mikro-Kreditnehmer erreicht, wie verschiedene Marktteilnehmer zu berichten wissen. Zwar haben die Banken oder Kreditgeber, meist international agierende Finanzkonzerne, die in der Vergabe von Mikrokrediten einen Beitrag zum ethisch korrekten Handeln leisten einen entsprechenden Kreditzins-Sicherheitspuffer eingebaut, so dass hier die Kreditausfälle zu keiner Bedrohung für die Kreditgeber werden, allerdings sinkt die Rendite für solche Kredite auf nur noch 3 bis 5 Prozent wie verschiedene Anbieter mutmaßen.

Durch Finanzkrise fallen familiäre Transferzahlungen aus

Auslöser für die plötzlich nachlassende Kreditrückführung der Kleinkredit-Nehmer sind neben den ansteigenden Kosten für Nahrungsmittel auch die drastischen Rückgänge der Transferzahlungen von Verwandten aus dem Ausland. Deren finanzielle Not in den Industrieländern ist verursacht durch die Wirtschaftsflaute, was dann neue Armut in den Herkunftsländern auslöst. Folglich entstehen den Kreditnehmenden Familien Einkommenslücken, die durch das Geld aus den Mikrokrediten gedeckt wird, was dessen Rückführung eben erschwert bis verhindert.

Damit schließt sich nicht nur die Verbindung zwischen wohlhabenden und ärmeren Nationen, sondern auch die der Globalisierung, die vom einfachen Bauern in Bangladesh bis zum Industriellen in den USA nun wirklich jeden persönlich betrifft. Womit der Siegeszug der Globalisierung eindrücklich bestätigt wäre. Nur schade, dass immer noch zu viele die Risiken dieser Gemeinsamkeiten und nicht deren Vorteile sehen wollen.

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Aug 05 2009

Deutsche Bank Beteiligung an Sal. Oppenheim?

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Wie heftig die Finanzkrise immer noch den Banken-Sektor durcheinander würfelt ist derzeit an den Spekulationen um eine Beteiligung der Deutschen Bank am Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. abzulesen. So wie es scheint geht selbst Anteilseignern des seit 220 Jahren im Familienbesitz befindlichen Bankhauses das Kapital für eine weitere Aufstockung der Eigenkapital-Basis der Bank aus. Wie die FAZ berichtet ist die Situation so prekär geworden, dass bereits in den vergangenen Wochen Gespräche mit potentiellen Geldgebern wie z.B. der Credit Suisse geführt aber ohne Einigung abgebrochen wurden. Als wahrscheinlichster Partner gilt deshalb derzeit die Deutsche Bank, welche sowohl über eine entsprechende Kapitalausstattung als auch das passende Geschäftsmodell verfügt um mit Sal. Oppenheim jr. & Cie. eine Ergänzung der eigenen Geschäftstätigkeit erzielen zu können.

Mit einer Bilanzsumme von über 41 Mrd. Euro und einem betreuten Vermögen von rund 132 Milliarden Euro gehört das in Köln beheimatet Bankhaus zu den größten Privatbanken Europas und beschäftigt derzeit über 4.000 Mitarbeiter, die vornehmlich im Rahmen der integrierten Vermögensverwaltungs- und Investmentbank das Vermögen wohlhabender Kunden verwalten.

Eigenhandel und Arcandor haben die Bilanz belastet

Die notwendige Aufstockung des Eigenkapitals soll vor allem durch die herben Verluste im Eigenhandel und das nicht eben gewinnbringende Engagement bei dem KarstadtQuelle Konzern Arcandor hervorgerufen worden sein. Auch wenn die Eigenkapitalquote im Frühjahr bereits durch eine Kapitalaufstockung seitens der Anteilseigner auf eine Quote von über 10 % angehoben worden ist, so scheinen jetzt einige der Inhaber die finanziellen Möglichkeiten ausgereizt zu haben, weshalb ein finanzstarker Partner wie die Deutsche Bank als Absicherung gegen weitere für das Bankhaus gesucht wird.

Für die Deutsche Bank bietet diese Kooperation einen willkommenen Ausbau des Geschäfts mit vermögenden Privatkunden. Kaum eine andere Bank bietet zu solchen Einstiegsbedingungen die Möglichkeit mit den wirklich wohlhabenden dieser Welt ins Geschäft zu kommen. Ob die Kunden des Bankhauses diese Freude teilen bleibt abzuwarten, es dürfte schließlich individuelle Gründe geben warum man sich als Kunde gegen ein Vermögen verwaltendes Mandat der deutschen Bank und für das Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. entschieden hat.

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Jul 30 2009

Gefühlte 50 Prozent Vermögen verloren

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Jetzt da immer mehr Fachleute die Ansicht teilen, dass der freie Absturz der Weltwirtschaft in ein sanftes Dahingleiten übergegangen ist beginnen die auch die Statistiker außerhalb der Banken die tatsächlichen und gefühlten Schäden zu beziffern. Während sich ein Bundestagsausschuss öffentlichkeitswirksam um die Geschehnisse der HypoRealEstate Bank bemüht und Deutsche Bank Chef Ackermann nicht ohne die ihm eigene Selbstsicherheit Aussagen über das verhalten einzelner Politiker tätigt kümmern sich andere um das wirkliche Befinden der Bürger.

Eine der jetzt veröffentlichten Studien, welche im Auftrag des Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) erstellt wurde, beschäftigt sich mit gefühlten und tatsächlichen Vermögens-Verlusten der Deutschen. Im Auftrag des DIA wurden zehn typische Haushalte befragt, welche über ein repräsentatives Altersvorsorge-Portfolio verfügen, was einen Rückschluss auf rund 80 Prozent der deutschen Haushalte zulasse (sagt das DIA).

Jeder Fünfte beklagt gefühlte 50 Prozent Vermögensverlust

Der Deutsche an und für sich ist für seinen Pessimismus ja durchaus bekannt. Deshalb scheint es auch wenig überraschend, das rund 20 Prozent der Befragten der Meinung waren mehr als die Hälfte ihres Vermögens durch die Wirtschaftskrise eingebüsst zu haben. Das ist – zumindest hat man diese Feststellung im DAI getroffen – grundlegend falsch. Auch wenn Aktien und andere Wertpapiere an Wert verloren haben, so stellen sie doch nur einen kleinen Teil des eigentlichen Vermögens dar. Wer über Immobilienbesitz verfügt oder – wie die meisten – über einen Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung verfügt, der hat genau genommen gar keinen Verlust erlitten, da Deutschland von der Immobilienblase kaum betroffen war und die Renten – hier passt der Ausspruch wirklich – sicher sind.

Der durchschnittliche Verlust, so hat man es beim DIA berechnet, beträgt zwischen 3 und 7 Prozent, was einem Rückgang auf das Niveau von 2006 entspricht und genau genommen keiner Katastrophe sondern eher einem finanziellen Dämpfer entspricht.

Trotz aller Entwarnung kann ich mich persönlich der Krisenstimmung der letzten Monate nicht entziehen – gefühlt ist mein Vermögen um mehr als 3 bis 7 Prozent geschrumpft. Genauer nachrechnen mag ich es lieber nicht …

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Jul 13 2009

Schnellschätzung sieht unteres Ende der Wirtschaftstalsohle

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Positive Nachrichten kommen in diesen Tagen aus dem Bundeswirtschaftsministerium, dort sieht – als Ergebnis einer Schnelleinschätzung – die Talsohle des Abschwungs gekommen. Diese wahrscheinlich grob über den Daumen gepeilte Schätzung stützt sich auf den Wirtschaftsdaten der Monate März bis Juni, wobei der Juni noch nicht einmal komplett ausgewertet worden ist, die Zahlen also lediglich auf einer Hochrechnung basieren.

Mit einem Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vormonat weist der Monat Mai den stärksten Auftragseingangs-Zuwachs seit zwei Jahren aus und könnte damit so etwas wie eine Trendwende einläuten. Die Industrieproduktion, so wird berichtet, konnte ebenfalls ein Plus von 5,1 Prozent verzeichnen, was weiteren Anlass zur Hoffnung (nicht Freude) geben könnte.

Auch der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) wertet die Ergebnisse des Monats Mai positiv, so deuteten nach Aussage des Hauptgeschäftsführers Schnappauf, die letzten Zahlen auf eine Stabilisierung der Exporte auf niedrigem Niveau hin.

Wie andernorts nachzulesen ist befinden sich derzeit rund 1,3 Mio Arbeitnehmer in Kurzarbeit, eine Verbesserung der Situation ist also dringend notwendig, sollen die im September kommenden Bundestagswahlen nicht zu einem Freudenfest der extremen Parteien linker wie auch rechter Gesinnung werden. Vielleicht werden auch deshalb bereits jetzt die eigentlich frühestens für August erwarteten Zahlen des Statistischen Bundesamtes durch das Bundeswirtschaftsministerium ausgeplaudert. Nichts ist in einer Krise so wichtig wie Arbeitgeber anzuspornen und gute Stimmung für neue Innovationen und Arbeitsplatzerhaltung zu verbreiten.

Arbeitnehmer dagegen haben derzeit landauf und landab eher den unmittelbaren Jobverlust vor Augen – hört man sich im Bekanntenkreis um, bekommt man schnell den Eindruck, dass derzeit noch mehr Unternehmen kurz vor dem Abgrund stehen, als dies ohnehin schon öffentlich nachlesbar ist.

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Jun 17 2009

Kaupthing Bank zahlt Kundengelder aus

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Ich bin mir nicht sicher, ob es diese Überschrift vielleicht hier zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal gegeben hat, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass die isländische Kaupthing Bank den eigenen Kunden Hoffnung auf die Auszahlung der Einlagen macht.

Diesmal so heißt es, sei es aber wirklich ernst, auch wenn man nur die tatsächlichen Einlagen und nicht die aufgelaufenen Zinsen erstatten werde, wie die Bank in einer Mitteilung erklärt. Die rund 30.000 Deutschen Kunden hatten nach der Verstaatlichung der Bank anders als Kunden in europäischen Nachbarstaaten keine schnelle Rückzahlung der eigenen Geld erhalten, sondern waren seit Oktober 2008 immer wieder auf einen neuen Auszahlungstermin vertröstet worden. Bis dahin wurden einige – ob notwendige oder nicht ist schwer zu erahnen – Hürden aufgebaut, die es für die deutschen Kaupthing Kunden zu überwinden galt.

War man bis Ende Januar davon ausgegangen, dass es ausreichend sein würde dem isländischen Einlagensicherungsfonds eine Information zu übermitteln, so wurde in der Folge eine zusätzliche Bestätigung der Postadresse nebst Bankdaten angefordert, was jeweils die Auszahlung jeweils wieder um weitere Wochen verzögerte. Ob die heutige Ankündigung erneut den Auftakt zu einer Verschiebung der Kaupthing Edge Tagesgeldkonto Auszahlung geben wird, werden wir Kunden erst in der nächsten Woche erleben. Aber was solls, ich drück mir auf alle Fälle die Daumen, wie die letzten Male auch.

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Jun 04 2009

EZB kauft Pfandbriefe

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Ratlosigkeit macht sich angesichts der heutigen Entscheidung der EZB bei dem einen oder anderen Marktteilnehmer breit. Anstelle einer Leitzinssenkung gibt die EZB in Person von Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet bekannt, dass man plane binnen der nächsten 12 Monate bis zu 60 Mrd. Euro in  Covered Bonds, d.h. Pfandbriefe, guter und bester Bonität zu investieren. Diese sollen Laufzeiten zwischen 3 Jahren und 10 Jahren aufweisen und aus verschiedenen Staaten des Euro Währungsraumes stammen. Damit geht die EZB den bereits von der US-Notenbank Fed eingeschlagenen Weg und erwirbt ebenfalls festverzinsliche Wertpapiere um zusätzliche Liquidität in den Wirtschaftskreislauf zu geben.

Damit gießt man weiter Öl auf das immer hellere Feuer, dass jene Fachleute schüren, die steigende Inflationsgefahren durch die aktuellen Konjunkturpakete und Liquiditätsmaßnahmen der verschiedenen Regierungen und Notenbanken sehen. Sicherlich wäre aus diesem Grund ein Hinweis darauf, wie diese Summe bei anziehender Konjunktur wieder aus dem Markt zu ziehen ist, hilfreich gewesen. Genau an diesem Punkt blieben die Aussagen der EZB allerdings wage, man werde geeignete Maßnahmen finden, wenn es denn soweit sei, gehört in ihrer Schwammigkeit eher zu den politisch den zu den wirtschaftlich häufig bemühten Floskeln.

Die Befürchtung, dass die EZB derzeit tut was sie kann um die Wirtschaft in Gang zu bringen und sich mit den daraus entstehenden Folgen erst nach Abschwächung der Krise beschäftigen mag, liegt nahe. Kurz nachgedacht bleibt an dieser Stelle festzuhalten: Schon während der Krise, ist man vor der Krise. 

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Mai 14 2009

Bad Bank Gesetz – das Gesetz für große Zahlen

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Den Mathematikern und Statistikern (oder nennt man sie vielleicht Stochastiker) unter uns ist es bestens vertraut, jenes Gesetz der großen Zahlen auf das ich unweigerlich gestoßen bin, als heute ich heute das Finanzmarktstabilisierungsgesetzt auch gerne mal „Bad Bank-Gesetz“ verstehen und in Worte fassen wollte. Die großen Zahlen beziehen sich dabei eher weniger auf die von den Banken und Regierenden in aller Welt verloren geglaubten Milliarden, sondern eher auf die Wahrscheinlichkeit diese wieder zu bekommen.

So dient das Gesetz der großen Zahlen denn auch als Erklärungsversuch für Lottospieler, die auch nach 70 aktiven Spieljahren immer noch keinen großen Gewinn erzielt haben obwohl sie immer die gleichen Zahlen getippt haben. Nur weil sie oft genug mitspielten, so besagt jenes Gesetz, heißt das nicht, dass sich die Chance auf einen Gewinn verbessern. Diese Chance ist genau genommen bei jeder Auslosung gleich groß oder eben auch klein – je nach persönlicher Lebensauffassung.

Das große Zahlen Gesetz hat aber nicht nur für uns als Nichtlottomillionäre eine Bedeutung, sondern auch für uns als Versicherungskunden. Je größer die Versicherung unseres Vertrauens, desto größer die Chance, dass diese ausreichend Daten über uns und unsere Mit-Versicherungskunden gewonnen hat, um daraus Risikoprofile zu erstellen, die eine optimale Chancen-Risiko-Erlös-Situation schaffen lassen. Welcher von uns Versicherungskunden tatsächlich zum Schadenfall werden wird weiß auch die Versicherung nicht – aber mit welcher Wahrscheinlichkeit der Versicherungsfall eintritt schon (Danke Wikipedia).

Wobei wir dann wieder zurück am Ausgangspunkt dem Finanzmarktstabilisierungsgesetz wären. Nur weil die Bundesregierung ein Gesetz erschaffen hat, dass eine ganze Reihe von Hilfsangeboten schriftlich festgehalten hat, heißt das leider noch nicht, dass mit irgendeiner Wahrscheinlichkeit diese Punkte die richtigen sein werden um die Finanzkrise wirkungsvoll einzudämmen.

Erst wenn sich Staat an möglichst vielen Banken national wie international beteiligen würde, könnte er ein Risikoprofil erhalten und in der Folge feststellen, wie groß das mögliche Ausfallrisiko ist. Es gab, das darf man hier sicherlich anmerken, eine Reihe von Gesprächen zwischen den Regierungsvertretern der großen und kleinen betroffenen Nationen, die in diesem Punkt mehr Klarheit schaffen wollten. Es bleibt allerdings zu vermuten, dass niemand bei diesen Gesprächen (auch mangels Einblick in die Tiefen der Bankbilanzen) mit wirklich offenen Karten gespielt hat, so dass alle Risikoanalysen zusammengenommen auch keine realistische Einschätzung der Lage erlauben.

So gesehen bleibt Regierung wie Bürgern nichts anderes übrig als darauf zu hoffen, dass im übertragenen Sinne – das Lottoglück hold sein wird – und der Versicherungsfall niemals realwirtschaftlich eintritt. Wenn doch hat die Bundesrepublik tatsächlich ein Gesetz erdacht, welches als Gesetz für große Zahlen in die Geschichte eingehen wird.
 

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Mai 08 2009

Fannie Mae benötigt weitere 19 Mrd. USD

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Fannie und Freddy sind so etwas wie Bonnie und Clyde für das amerikanische Finanzwesen. Klingen nett, machten einen frohen Eindruck und waren unglaublich zerstörerisch für diejenigen, die zuletzt mit ihnen zusammentrafen. Die beiden US-Hypothekenbanken litten öffentlich und sehr schmerzvoll am Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes und rissen quasi im Alleingang durch die in der Folge ausfallenden Hypothekenkredite einen Großteil der US-Finanzwirtschaft mit in die Krise. Als das Finanzloch der einzelnen Unternehmen übergroß zu werden drohte stieg – ähnlich wie in Deutschland bei der Hypo Real Estate – der Staat ein um die Spirale aus Kreditausfall und Zahlungsunfähigkeit zu durchbrechen. Mittlerweile sind beide Unternehmen weitgehend verstaatlicht, der US-Steuerzahler kommt für die Kreditausfälle auf und somit könnte dieses Kapitel der Hypothekenkrise eigentlich geschlossen werden.

Wird es aber nicht, wie seit heute klar ist. Während die US-Regierung in den letzten Wochen die Banken des Landes auf ihre Krisenfestigkeit hin prüfte und erst Mitte der Woche durch Timothy Geithner ein halbwegs positives Ergebnis verkünden konnte, reißen die Wunden bei Fannie Mae wieder auf. Auf rund 23 Mrd. US-Dollar beläuft sich der heute vermeldete Verlust des Unternehmens allein für das erste Quartal 2009, ohne einen weiteren 19 Mrd. US-Dollar Zuschuss durch die US-Regierung wird das Unternehmen nicht weiter zu führen sein. Diese wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Schatulle öffnen und weiteres Geld zur Verfügung stellen, ob diese Finanzspritze die letzte sein wird, ist allerdings deutlich zu bezweifeln. Alleine an den Börsen ist von der Situation kaum etwas zu spüren, schlechte Nachrichten werden derzeit einfach ignoriert und Dax wie Dow Jones legen jeweils rund 2 Prozent an Wert zu. Verrückte Welt.

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