Nach Island (Kaupthing), Niederlanden (Fortis, ING) und Deutschland (IKB, SachsenLB, BayernLB) und Frankreich (BNP, Credit Agricole) trifft es nun also anders als ich gedacht hatte nicht die italienischen Banken, sondern die griechischen als nächste. Ähnlich wie in Deutschland wird auch die griechische Regierung ein staatliches Hilfspaket schnüren, auf welches die Banken zugreifen können, wenn sie einer Obergrenze bei der Vergütung ihres Führungspersonals zustimmen. Um staatlichen Einfluss auf die Finanzinstitute ausüben zu können wird der Staat Aktien der griechischen Banken erwerben und somit für die Einhaltung der Vorgaben Sorge tragen. Während man in Griechenland an der Rettung der Banken werkelte, geriet in Ungarn der Wechselkurs der Landeswährung Forint noch weiter aus dem Gleichgewicht als bislang. Damit der Kapitalabfluss zumindest verlangsamt, wenn nicht sogar gestoppt werden kann, hob die Ungarische Nationalbank den Leitzins um 3% auf nun 11,5% an.

Wenig Erquickliches wird auch aus Russland gemeldet. Während das Öl- und Gas-Förderunternehmen Gazprom einen Rekordgewinn verkündet, teilt es im nächsten Satz mit, dass die Refinanzierung des Unternehmens durch die Hypothekenkrise gefährdet sein könnte. Der gegenüber Jahresfrist um mittlerweile fast 50% gefallene Ölpreis trübt die Gewinnaussichten des Unternehmens zusätzlich ein. Der russische Aktienindex RTS quittierte die Botschaft mit weiteren Verlusten und hat gegenüber dem 52 Wochen hoch von 3.730 Punkten mittlerweile annähern 70% verloren (1.148 Punkte am 22.10.08).

Der russische Aktienindex befindet sich mit dem rapiden Preisverfall der dort notierten Aktien in Gesellschaft diverser weiterer Schwellenländer. Während sich Deutsche Autofahrer und Hausbesitzer (mit Ölheizung) über die Halbierung des Roh-Ölpreises freuen, bricht in den Ölförderländern Panik aus. So schlossen z.B. die Börsen in Brasil (BOVESPA) mit -9,96% Tagesverlust, der MSCI ARGENTINA mit -9,01% Tagesverlust und JOHANNESBURG ACTUARIES ALL SHARE INDEX mit -4,6%.

Dass selbst die Notierungen für Silber und Gold nachgeben wird vielfach mit einem beschleunigten Verkauf der Inhaber begründet. Ähnlich wie bei Schwellenländer Aktien verkaufen Investoren, die jetzt Geld oder besser gesagt Liquidität benötigen alles, was das eigene Depot hergibt und das zu jedem Preis. Eigentlich bietet ein solcher Ausverkauf eine perfekte Chance zum Wiedereinstieg in den Aktienmarkt, angesichts der teilweise nur beschränkt einsatzfähigen Banken, vielfach genervter Anleger und ängstlicher Sparer, ist ein Ende des Kursverfalls allerdings zu diesem Zeitpunkt kaum anzunehmen.

Griechenland – 30 Mrd. Hilfe für griechische Banken

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