Fannie und Freddy sind so etwas wie Bonnie und Clyde für das amerikanische Finanzwesen. Klingen nett, machten einen frohen Eindruck und waren unglaublich zerstörerisch für diejenigen, die zuletzt mit ihnen zusammentrafen. Die beiden US-Hypothekenbanken litten öffentlich und sehr schmerzvoll am Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes und rissen quasi im Alleingang durch die in der Folge ausfallenden Hypothekenkredite einen Großteil der US-Finanzwirtschaft mit in die Krise. Als das Finanzloch der einzelnen Unternehmen übergroß zu werden drohte stieg – ähnlich wie in Deutschland bei der Hypo Real Estate – der Staat ein um die Spirale aus Kreditausfall und Zahlungsunfähigkeit zu durchbrechen. Mittlerweile sind beide Unternehmen weitgehend verstaatlicht, der US-Steuerzahler kommt für die Kreditausfälle auf und somit könnte dieses Kapitel der Hypothekenkrise eigentlich geschlossen werden.

Wird es aber nicht, wie seit heute klar ist. Während die US-Regierung in den letzten Wochen die Banken des Landes auf ihre Krisenfestigkeit hin prüfte und erst Mitte der Woche durch Timothy Geithner ein halbwegs positives Ergebnis verkünden konnte, reißen die Wunden bei Fannie Mae wieder auf. Auf rund 23 Mrd. US-Dollar beläuft sich der heute vermeldete Verlust des Unternehmens allein für das erste Quartal 2009, ohne einen weiteren 19 Mrd. US-Dollar Zuschuss durch die US-Regierung wird das Unternehmen nicht weiter zu führen sein. Diese wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Schatulle öffnen und weiteres Geld zur Verfügung stellen, ob diese Finanzspritze die letzte sein wird, ist allerdings deutlich zu bezweifeln. Alleine an den Börsen ist von der Situation kaum etwas zu spüren, schlechte Nachrichten werden derzeit einfach ignoriert und Dax wie Dow Jones legen jeweils rund 2 Prozent an Wert zu. Verrückte Welt.

Fannie Mae benötigt weitere 19 Mrd. USD

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