Auch wenn es vielleicht erst auf den zweiten Blick offenbar wird, die Konjunkturpakete der Bundesregierung haben bislang einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht in vollem Umfang bei den Arbeitnehmern angekommen ist. Während man gemeinhin unter staatlich gestützter Konjunkturbelebung so etwas wie zusätzliche Ausgaben des Staates mit dem Ziel Beschäftigung zu schaffen versteht, wurden in den letzten Wochen große Summen aufgewandt, um Kündigungen zu vermeiden. Kurzarbeit als Konjunkturpaket beruhigt vor allem die Bevölkerung und schafft – das ist absolut richtig – Arbeitgebern ausreichend Zeit die eigene Situation zu analysieren und evtl. neue Kunden, neue Aufträge an Land zu ziehen.

Gleichzeitig verschleiert es aber auch die tatsächliche wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen, da sich der erhoffte Aufschwung nach wie vor nicht am Horizont erkennen lässt. Mit einer Verzögerung von etwa drei Monaten gegenüber einem Zustand ohne Konjunktur-Kurzarbeit-Paket beginnen nun die ersten Unternehmen der Wahrheit ins Auge zu blicken und Arbeitskapazitäten abzubauen.

Leiharbeiter wurden schon gegangen

Nachdem bereits in aller Stille das Heer der Leiharbeiter die Werkshallen räumen musste, trifft es nun Festangestellte. Ob Autohersteller wie VW oder Opel, oder Zulieferer wie Continental, Leoni oder Grammer, sie alle leiden unter dem immensen Nachfrageeinbruch nach Neufahrzeugen (Abwrackprämie hin oder her) und Bauteilen für Neufahrzeuge. Wer hier überleben will hat keine andere Wahl als jetzt die erste große Entlassungsrunde einzuläuten.

Deutsche Verbraucher kaufen tapfer weiter

Für den Moment bleibt die Erkenntnis, dass es scheinbar nicht ausreichend ist, wenn Staaten Milliardensummen zur Verfügung stellen um den Wirtschaftskreislauf am Leben zu halten. Ist den Menschen das Vertrauen in die nahe Zukunft genommen, verlieren sie die Lust am kurzfristigen Konsum. Das eigentlich spektakuläre an der aktuellen Entwicklung ist, dass es diesmal nicht die vielgescholtenen Deutschen Verbraucher sind, deren Konsumstreik das System blockiert.

Diesmal sind es US-Amerikaner ohne festen Wohnsitz, Chinesen ohne westliche Käufer, Osteuropäer die auf die Trümmer ihres eigenen Staatshaushaltes schauen und sich ganz nebenbei fragen wer eigentlich auf die verrückte Idee gekommen ist Privatleuten Kredite in Fremdwährungen zu finanzieren.

Kurz gesagt, die Auswirkungen der Globalisierung treffen in diesen Monaten ganz besonders hart diejenigen, die in den letzten Jahren am meisten davon profitiert haben.

Die Auswirkungen der Krise erreichen den Arbeitsmarkt

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