Während in den USA über ein Banken-Revitalisierungsprogramm im Gesamtumfang von etwa 2 Billionen USD laut nachgedacht wird, scheint auch in Deutschland der Widerstand gegen weitere Kapitalhilfen für Banken zu schwinden. Anders als in den USA (so schreibt es die FTD) denkt man in Berlin darüber nach den Deutschen Banken jeweils einzelne Bad Banken zuzugestehen. Diese sollen die zurzeit unverkäuflichen Wertpapiere der Banken aufnehmen und vorübergehend halten. Sobald sich die Lage beruhigt hat, wird eine erneute Bewertung der Papiere vorgenommen, ergibt sich dann ein Mehrwert gegenüber dem heutigen Stand, teilen sich Bank und Bund den erzielten Mehrerlös schwesterlich.

Sind die ausgegliederten Wertpapiere zum Stichtag immer noch nicht zu alter Stärke zurück gekehrt übernimmt der Bund die weitere Haftung. Ziel der Aktion ist es zum Einen die Steuerzahler nicht mit den finanziellen Nöten der Banken zu konfrontieren (es ist bald Wahl in Deutschland) und zum anderen nicht immer wieder neue Staatshilfen für verschiedene Banken aufbringen zu müssen. Die Banken selbst hätten den Vorteil endlich den Ballast der unverkäuflichen und unbewertbaren Wertpapiere loszuwerden und somit sich wieder voll auf die normale Geschäftstätigkeit zu konzentrieren (zumindest solange bis sie den ganzen wertlosen Plunder wieder von ihrer Bad-Bank-Tochter zurückbekommen.

Wie schlau diese Vorgehensweise wirklich ist und ob das eher eine Lösung oder Verschiebung des Problems wäre, wird sicherlich erst eine Retrospektive in rund 10 bis 15 Jahren wirklich beurteilen lassen, bis dahin drücken wir uns einfach mal alle die Daumen und denken wir an Eines: Es geht nur um Geld und dessen Zukunft. Ich behaupte einfach mal (fällt leicht, wenn man keines hat) es wird auch noch Menschen geben, wenn das Geld abgeschafft wurde.

Bekommt auch Deutschland Bad Banken?

Beitragsnavigation