Katastrophe oder Chuzpe ist die vielleicht meist gestellt Frage zu dem plötzlichen Unternehmenswandel bei American Express, des (glaube ich) größten US Amerikanischen Kreditkarten Anbieters. Quasi über Nacht hat Amex von der US-Notenbank Federal Reserve den Status einer normalen Bank erhalten, warum das Unternehmen diesen Schritt geht bleibt allerdings weitgehend im Dunkeln.

Während das Management  in Person von Vorstandsvorsitzendem Kenneth Chenault verkünden lässt, dass man diesen Schritt geht um von den zahlreichen staatlich geförderten Programmen zu profitieren auf die nur Banken Zugriff haben, glauben viele Marktteilnehmer, dass der Kreditkarten Anbieter auf einem riesigen Berg von Krediten sitzt, die nicht durch die Karteninhaber bedient werden können und daher dem Unternehmen einen Milliarden Ausfall bescheren werden. Welche der beiden Aussagen zutreffender ist, wird sicherlich erst in den nächsten Wochen offenbar, wenn die ersten Verluste aus Kreditkarten Dispositionskrediten bilanziert werden müssen. Wahr ist, dass das Unternehmen bereits im Oktober einen Gewinneinbruch und die Streichung von 10 Prozent aller Stellen angekündigt hatte. Wahr ist aber auch, dass es in den USA – anders als in Deutschland – nicht als extrem unschicklich gilt Geld vom Staat zu nehmen um das eigene Unternehmen in eine bessere Position gegenüber den Wettbewerbern zu versetzen. Man nimmt was man bekommen hat und verschafft sich dadurch einen Vorteil gegenüber denjenigen, die zögern.

Die Wahrheit liegt vermutlich wie so oft irgendwo dazwischen – drücken wir die Daumen, dass das Chuzpe überwiegt und nicht die aus der Katastrophe geborene Notwendigkeit.

Bank statt Kreditkartenanbieter American Express wechselt das Metier

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