Den Mathematikern und Statistikern (oder nennt man sie vielleicht Stochastiker) unter uns ist es bestens vertraut, jenes Gesetz der großen Zahlen auf das ich unweigerlich gestoßen bin, als heute ich heute das Finanzmarktstabilisierungsgesetzt auch gerne mal „Bad Bank-Gesetz“ verstehen und in Worte fassen wollte. Die großen Zahlen beziehen sich dabei eher weniger auf die von den Banken und Regierenden in aller Welt verloren geglaubten Milliarden, sondern eher auf die Wahrscheinlichkeit diese wieder zu bekommen.

So dient das Gesetz der großen Zahlen denn auch als Erklärungsversuch für Lottospieler, die auch nach 70 aktiven Spieljahren immer noch keinen großen Gewinn erzielt haben obwohl sie immer die gleichen Zahlen getippt haben. Nur weil sie oft genug mitspielten, so besagt jenes Gesetz, heißt das nicht, dass sich die Chance auf einen Gewinn verbessern. Diese Chance ist genau genommen bei jeder Auslosung gleich groß oder eben auch klein – je nach persönlicher Lebensauffassung.

Das große Zahlen Gesetz hat aber nicht nur für uns als Nichtlottomillionäre eine Bedeutung, sondern auch für uns als Versicherungskunden. Je größer die Versicherung unseres Vertrauens, desto größer die Chance, dass diese ausreichend Daten über uns und unsere Mit-Versicherungskunden gewonnen hat, um daraus Risikoprofile zu erstellen, die eine optimale Chancen-Risiko-Erlös-Situation schaffen lassen. Welcher von uns Versicherungskunden tatsächlich zum Schadenfall werden wird weiß auch die Versicherung nicht – aber mit welcher Wahrscheinlichkeit der Versicherungsfall eintritt schon (Danke Wikipedia).

Wobei wir dann wieder zurück am Ausgangspunkt dem Finanzmarktstabilisierungsgesetz wären. Nur weil die Bundesregierung ein Gesetz erschaffen hat, dass eine ganze Reihe von Hilfsangeboten schriftlich festgehalten hat, heißt das leider noch nicht, dass mit irgendeiner Wahrscheinlichkeit diese Punkte die richtigen sein werden um die Finanzkrise wirkungsvoll einzudämmen.

Erst wenn sich Staat an möglichst vielen Banken national wie international beteiligen würde, könnte er ein Risikoprofil erhalten und in der Folge feststellen, wie groß das mögliche Ausfallrisiko ist. Es gab, das darf man hier sicherlich anmerken, eine Reihe von Gesprächen zwischen den Regierungsvertretern der großen und kleinen betroffenen Nationen, die in diesem Punkt mehr Klarheit schaffen wollten. Es bleibt allerdings zu vermuten, dass niemand bei diesen Gesprächen (auch mangels Einblick in die Tiefen der Bankbilanzen) mit wirklich offenen Karten gespielt hat, so dass alle Risikoanalysen zusammengenommen auch keine realistische Einschätzung der Lage erlauben.

So gesehen bleibt Regierung wie Bürgern nichts anderes übrig als darauf zu hoffen, dass im übertragenen Sinne – das Lottoglück hold sein wird – und der Versicherungsfall niemals realwirtschaftlich eintritt. Wenn doch hat die Bundesrepublik tatsächlich ein Gesetz erdacht, welches als Gesetz für große Zahlen in die Geschichte eingehen wird.

Bad Bank Gesetz – das Gesetz für große Zahlen

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