Bislang galt die niederländische ING-Bank als so etwas wie der Leuchtturm zwischen den Wellen der Bankenkrise. Bis vor wenigen Tagen sollten unter dem ING Konzerndach die Auslandstöchter der aktuell zahlungsunfähigen isländischen Banken Landesbanki und Kaupthing Bank integriert werden. Dieser Plan wird vermutlich auf Eis gelegt worden sein. Seit heute hat auch die ING ihre Krise.

Mit rund 10 Mrd. Euro stellten die Niederlande kurzfristig die Liquidität der Bank wieder her und bescherten damit auch Millionen Deutscher Anleger einen Alptraum.Fall ING-Bank zeigt – nicht nur Kaupthing Bank Kunden haben ein ProblemWer sich bislang mit teils unverhohlenem Spott über die scheinbar gierigen Kaupthing-Edge Tagesgeldkonto Kunden auslassen konnte, darf sich unversehens in dieselbe Situation versetzt fühlen. Anders als Island haben die Niederlande allerdings einen unschätzbaren Vorteil, sie sind nicht nur eine deutlich größere Volkswirtschaft, sie haben auch die gleiche Währung wie viele ihrer Kunden. Das isländische Devisenbeschaffungsproblem bleibt den Niederländern damit erspart. Die Regierung kann analog allen anderen Regierungen einfach die Druckmaschine anwerfen und neues, frisches Geld drucken indem sie die Schulden übernimmt oder neue Schulden aufnimmt um die Einlagen der Bank auszuzahlen.

Das mag auf den ersten Blick das Vertrauen der ING Bank Kunden bestärken, birgt aber auf den zweiten Blick die große Frage der aktuellen Situation: Wie sollen die Zentralbanken die Inflation begrenzen?Wie lange kann ein solches System weiterbetrieben werden, bis es komplett in sich selbst zusammenfällt? Wer eine Idee hat die Inflation einzudämmen sollte jetzt sprechenMittlerweile haben Regierungen in den USA und Europa finanzielle Zusagen von über 1,5 Billionen, d.h. 1.500 Milliarden Euro getätigt, ein Großteil davon wird sicherlich abgerufen werden, auch wenn das der eine oder andere Politiker nicht gerne hören wird. Was folgt ist eine beschleunigte Entwertung des Geldes, die irgendwann mit einer Währungsreform einen Schlusspunkt haben wird. Wie dieser aussieht und wann er kommen wird ist dabei rein spekulativ, sollte nicht bald eine gute Idee zur internationalen Lösung der Probleme gefunden werden, dann könnte der Schritt zu einer Weltwährung schneller Realität werden als gedacht.

10 Mrd. für ING-Diba Muttergesellschaft ING Bank

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