Die Auseinandersetzung in der aktuellen Tarifrunde des Öffentlichen Dienstes wurde hart geführt und letztendlich überraschend geräuschlos beendet. Nach den während der letzten Wochen immer wieder aufflammenden Streiks, wurde am heutigen Sonntag endlich der gesuchte Kompromiss zwischen Verdi und den in der Tarifgemeinschaft der Länder gefunden. Mit 3 Prozent in diesem und weiteren 1,2 Prozent im nächsten Jahr, blieben die Hoffnungen der Gewerkschaft auf 8 Prozent Gehaltserhöhung unerfüllt.

Aus Sicht der Kaufkraftstärkung könnte mit der zusätzlich vereinbarten pauschalen Erhöhung von 40 Euro je öffentlich Bedienstetem aber ein kluger Schachzug gelungen sein, stärkt es doch vor allem die unteren Lohngruppen, die mit diesen 40 Euro und den 3 + 1,2 Prozent einen vergleichsweise großen Gehaltssprung von bis zu 7,2 Prozent (Lohngruppe E1, Tarif Niedersachsen, bislang 1.325 Euro) schaffen.

Wesentlich größer hätte der Sprung ausfallen sollen, wäre es nach dem Willen der Gewerkschaft Verdi gegangen. Mit einem Verhandlungsziel von 200 Euro pro Beschäftigtem und 8 Prozent mehr Gehalt war die Gewerkschaft in die Tarifverhandlungen gegangen und auf viel Unverständnis bei der Bevölkerung gestoßen. Sicher, so die vielfach geäußerte Meinung, sei es wünschenswert die Kaufkraft zu stärken, aber 8 Prozent + 200 Euro seien in Zeichen der allgemeinen Wirtschaftskrise sicherlich das falsche Signal um die Bundesrepublik zukunftsfähig zu machen.

In Anbetracht des gefundenen Kompromiss darf sicherlich festgestellt werden, dass die Vernunft letztlich gesiegt hat, was bleibt ist die Frage warum Gewerkschaften ihren Mitgliedern immer wieder die Sterne vom Himmel versprechen um dann das untere Mittelmaß schönreden zu müssen. Aber vielleicht sind wir Bürger einfach so, wir wollen beschummelt und behumpst werden.

Nachtrag -> von K. erreichte uns der folgende Hinweis:

bei den angaben zur lohnerhöhung im öffentlichen dienst ist leider ein kleiner fehler unterlaufen. sicherlich zeigt sich verdi mit der erhöhung zufrieden – nachdem sie es schön gerechnet haben. tatsache ist, das es für die ersten 2 monate des jahres 2009 nur insgesamt 40 euro gibt. dann für weitere 12 monate 40 euro plus 3 prozent und für 10 weitere monate dann nochmal 1,2 % drauf. Vergessen wurde das die 1 % jährliche Leistungszulage (bei mir im Dezember 320 Euro brutto) jetzt wegfällt. Und wenn ich alle lohnerhöhungen incl. anhebung Sonderzahlung (Weihnachtsgeld und urlaubsgeld) zusammenrechen und auf 24 monate aufteile, komme ich gerade mal auf eine durchschnittlich erhöhung von 3,4 %.

 -> Dazu muss man sagen, das ist

a) Richtig

und

b) von uns nach Erscheinen der ersten offiziellen Meldungen zunächst unvollständig und später nicht mehr tiefer recherchiert worden.

Deshalb an dieser Stelle: Vielen Dank für den Hinweis!

Öffentlicher Dienst erzielt 3 Prozent + 40 Euro

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