Die 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie wird die letzte gedruckte Version des Brockhaus sein. So lautet zumindest die offizielle Stellungnahme des Brockhaus Verlags, so etwas wie dem Inbegriff des gesammelten Wissens. Die komplette Brockhaus Enzyklopädie wird in der Folge ab dem 15. April 2008 unter Brockhaus.de kostenlos und ohne Nutzeranmeldung im Internet für jeden verfügbar sein.

Als Gründe für diesen Schritt gibt der Verlag das veränderte Leser- bzw. deren Mediennutzungsverhalten an. Immer mehr Menschen suchten und fanden Antworten auf Fragen nicht mehr im Brockhaus, sondern über Google oder direkt bei Wikipedia. Lücken der eigenen Allgemeinbildung mit Wissen aus gedruckten Büchern zu beziehen verlor zuletzt immer mehr an Bedeutung, viele Antworten auf aktuelle und allgemeine Fragen lassen sich im deutlich Internet schneller, kostenlos und von jedem Ort aus auffinden.

Brockhaus.de soll kein Wikipedia sein

Trotz der Wissensfülle, die zwangsläufig eine Ähnlichkeit mit Wikipedia haben wird, will sich Brockaus.de in zwei wesentlichen Punkten von Wikipedia unterscheiden. Anders als bei Wikipedia werden Beiträge innerhalb des Portals ausschließlich von Redakteuren bearbeitet werden können – und ganz anders als Wikipedia, wird sich Brockhaus.de mit Werbung finanzieren. Ob sich diese späte und vor allem abrupte Abkehr vom alten Geschäftsmodell lohnen kann bleibt abzuwarten, aus Sicht von Werbekunden wird hier allerdings ein wirklich hochwertiges Werbeumfeld geboten, welches zu vielen Markenartikeln passen könnte. Ob werbliche Botschaften dem sehr guten Ruf des Verlags schaden und bzw. oder sich auch für Sponsoring Türen und Tore öffnet, was in der Folge eventuell redaktionelle Freiheiten einschränken kann, ist eine der Fragen die Brockhaus in den nächsten Monaten für sich selbst beantworten muss.

Gesamte Enzyklopädie online unter Brockhaus.de

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