Der Anspruch des französischen Präsidenten, vor allem wenn er den Stil eines Nicolas Sarkozy folgt, muss sich an den größten Vorbildern der Geschichte messen lassen. Schon deshalb ist „Encore une fois“ auch ein bisschen angelehnt das weltberühmte „Spiel es noch mal“ aus „Casablanca“. Anders als Barpianist Sam, der dort zu einem „As Time goes by“ anstimmt und bis heute Ingrid Bergmann und Humprey Bogart unvergessen sein lässt, bleibt Nicolas Sarkozy jedoch seiner Sprache treu und betitelt sein Debütalbum schlicht – „noch mal“ oder „Encore une Fois“.

Ruhig sei es um ihn geworden, sagen die Kritiker des französischen Präsidenten. Seit seiner Hochzeit mit Carla Bruni, ist die mediale Omnipräsenz des Präsidenten quasi über Nacht verloren gegangen. Der Grund dafür steht jetzt für jedermann sichtbar in den französischen Plattenläden – Encore une fois ist nicht nur künstlerischer Anspruch, sondern auch eine Aufforderung an sich selbst und sein Volk nicht das Ziel aus den Augen zu lassen. Es muss einfach weiter konsequent nach vorne gedacht werden, lästige Kleinigkeiten wie überzogene Budgets von französischen Ministerinnen sind dabei keine tiefere Bedeutung beizumessen.

Auf die Idee zu diesem künstlerischen Werk wurde Nicolas Sarkozy übrigens von seiner frisch angetrauten Ehefrau gebracht, sie ist es auch, die zusammen mit dem französischen Präsidenten „Je t’aime … moi non plus“ in einer Neuaufnahme zum Besten gibt, die das mittlerweile fast 40 Jahre alte Original von Serge Gainsbourg und Jane Birkin noch einmal in einem völlig neuen Kontext erscheinen lassen.

Die komplette Besprechung nebst Titelliste des am 11. April in den Handel kommenden Debütalbum von Nicolas Sarkozy findet sich übrigens an diesem 1. April in der Süddeutschen Zeitung.

Encore Une Fois – wie Nicolas Sarkozy zum Sänger wurde

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