Mittlerweile liest sich das Geschehen um die isländische Kaupthing Bank wie ein Wirtschaftskrimi. Nachdem bereits am Mittwoch Abend Kauthing keine Auszahlungen mehr vorgenommen hatte und die Konten der Tagesgeld und Festgeld Kunden einseitig sperrte, hat nur wenige Stunden später die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kurz BaFin die Aufsicht über die deutsche Niederlassung der Bank übernommen.

Es gehe darum den Kapitalabfluss ins Ausland zu verhindern und dafür Sorge zu tragen, dass die Niederlassung ihre Verpflichtung gegenüber den Gläubigern, also vor allem den Deutschen Anlegern, erfüllen könne. Nachdem den Tag über verschiedene Kunden- und Schadenssummen durch die Medien geisterten äußert sich nun auch die BaFin zu der Zahl der betroffenen Kunden. Rund 30.800 Kapitalanleger hätten rund 308 Mio. Euro bei der Bank angelegt. Durch die voran gegangene Verstaatlichung anderer isländischer Banken hat sich bei Kaupthing Kunden ein Vertrauensverlust eingestellt, der zu raschen Mittelabflüssen führte, fast letztendlich zu der Schließung der Auszahlungskonten geführt habe.

Bis zur Klärung der Sach- und Kassenlage wird die BaFin über die Geschicke der deutschen Kaupthing Niederlassung befinden, anders als in Großbritannien scheinen in Deutschland aber ausschließlich private Anleger von der Schließung betroffen zu sein. In UK hatten sich vermehrt Landkreise, öffentliche Institutionen und Gemeinden für eine Geldanlage bei isländischen Banken wie Kaupthing oder Landesbanki entschieden, die Gesamtsumme der offenen Forderungen beläuft sich nach ersten Angaben auf etwa 500 Mio. Britische Pfund (ca. 631 Mio. Euro).

Deutsche Kaupthing Bank Niederlassung von BaFin geschlossen

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