Netscape ist der Erfinder des Webbrowsers und dennoch bescherte diese Erfindung nur für wenige Jahre ein einträgliches Auskommen. Mit einer ersten Version des Netscape Navigator ebnete das Unternehmen 1994 dem privaten Internetanwender einen einfacheren Weg ins Netz. In Windeseile verbreitete sich das nützliche Tool und bescherte Netscape einen Marktanteil von in der Spitze bis zu 85 Prozent. Ähnlich schnell dem Aufstieg folgte der Abstieg des Unternehmens – Microsoft ergänzte sein Betriebssystem Microsoft Windows kurzerhand um einen kostenlosen Webbrowser, den Internet Explorer, welcher zwar nicht so gut und nicht so schnell wie die Netscape Variante war, aber eben kostenlos und bereits bei Auslieferung der Rechner im Paket enthalten.

Netscape zusätzlich zu erwerben war demnach überflüssig, der rapide Verlust an Marktanteilen quasi nicht aufzuhalten. 1998 wurde das seit 1995 Börsen notierte Unternehmen Netscape von AOL übernommen, welches den weiteren Rückgang an laufenden Netscape Anwendungen aber auch nicht aufhalten konnte. Das frühere Netscape Team wollte dennoch Microsoft nicht kampflos das Feld überlassen. Unter dem Projektnamen „Mozilla“ wurde ein Internet-Browser „Firefox“ etabliert, der im Grunde auf den Netscape Genen basiert und durch eine weltweite Entwickler Gruppe im Rahmen eines Open Source Projekts weitergeführt und verbessert wird. Wenn AOL jetzt verkündet Netscape nicht mehr weiter zu entwickeln, so ist das demnach nur die halbe Wahrheit. Netscape lebt als Firefox weiter und nimmt dem Internet Explorer von Microsoft Stück um Stück Marktanteile weg, auch wenn der IE immer noch Bestandteil des MS Windows ist und Anwender mit Absicht einen zweiten Browser aus dem Internet herunterladen müssen.

So gesehen war Netscape nie so erfolgreich wie heute …

Ausgemustert in 2008 – Netscape Browser aufs Altenteil

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