Die Opposition hat gesiegt, der Ägyptische Präsident Husni Mubarak hat seinen Rücktritt erklärt und umgehend die Stadt in Richtung Sharm el Sheik verlassen. Das Ende des lang währenden Tauziehens um die Macht in Ägypten hat aber wie so oft in Staaten ohne formierte Opposition zunächst das Militär gewonnen, das Führungsgremium der Armee wird ab sofort die politische Leitung übernehmen. Ob das gut oder schlecht ist, vermag im Moment niemand wirklich zu beurteilen. Interessant scheint aber die Rolle des bisherigen Vizepräsidenten Omar Suleiman zu werden, dieser wäre eigentlich nach dem Rücktritt Mubaraks als Nachfolger an der Spitze Ägyptens vorgesehen. Mit der Übergabe an das Militärgremium bleibt der direkte Weg an die Macht für Suleiman allerdings versperrt.

Dem Volk sind diese politischen Schachzüge derzeit herzlich egal, auf dem Tahrir-Platz in Kairo steigt derzeit die größte Party, die dieses Land in seiner Geschichte gesehen haben dürfte. Spiegel Online nennt es deshalb vielleicht nicht ganz  zu Unrecht ein „Fanal für die Freiheit“.

Der neue starke Mann des Landes heißt übrigens Hussein Tantawi und ist bislang Verteidigungsminister Ägyptens. In einer ersten Erklärung stellte der 75-jährige fest, dass das Militär den „Willen des Volkes“ nicht in Frage stellen werde.

Und was sagen die USA?

Präsident Barack Obama hat sich sogleich mit einem irgendwie amerikanisch-typischen Vergleich an die Öffentlichkeit begeben und festgestellt, dass dieser Umschwung in einer langen friedlichen Tradition der Revolutionen steht, wie z.B. Gandhis Marsch oder der Fall der Berliner Mauer.

Bleibt zu hoffen, dass sich die guten Wünsche und das Vertrauen in das Militär bewahrheiten.

Mubarak tritt zurück und verlässt Kairo

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