Wenn zwei sich streiten freut sich manchmal ein dritter. Im Fall Familie Porsche gegen Piëch könnte das der Staatsfonds des Emirates Katar sein, der scheinbar 5 Mrd. Euro für einen Anteil an der Porsche Holding aufbringen möchte. Auf einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates soll Medienberichten zufolge am 23. Juli über den Vorschlag, der zwischen Porsche Vorstand Wiedeking und den Vertretern des Staatsfonds ausgehandelt wurde, beraten werden.

Trotz absoluter Geheimhaltung über den Inhalt des Aufsichtsratstreffens sind bereits erstaunlich viele konkrete Details öffentlich geworden. So scheint der vorliegende Vorschlag eine Kapitalaufstockung der Porsche SE vorzusehen, über die der Fonds Anteile an der Porsche Holding erhalten wird. Im Gegenzug sollen nicht nur Aktien, sondern auch Optionen auf VW Anteile den Eigentümer wechseln, was bedeuten würde, dass das Emirat mit der Kapitalspritze sowohl bei Porsche als auch bei Volkswagen Einfluss bekommen würde. Durch die Kapitalerhöhung der Holding hätte der Autobauer auch das dringendste Problem – das des Liquiditätsengpasses aufgrund des derzeit hohen Verschuldungsgrades – aus der Welt geräumt.

Kapitalaufstockung stellt Kreditwürdigkeit wieder her

Porsche wäre ab sofort wieder kreditwürdig und müsste für die strategische Neuausrichtung des kompletten Konzerns nicht mehr länger auf den guten Willen und die Zustimmung aller Porsche-Familienangehörigen hoffen. Damit wäre der Weg frei um sich endlich mit den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise für Porsche und Volkswagen zu beschäftigen, den eines dürfte allen Beteiligten klar sein: Auch bei einem gemeinsamen Konzern werden die Absatzeinbrüche solange weiter an der Substanz nagen, bis eine gemeinsame, neue Richtung gefunden worden ist. Welche Rolle die Vertreter der Familie Piëch dann noch spielen werden steht auf einem anderen Blatt. Aber so ist das eben, wenn sich zwei streiten.

Katar stützt Porsche

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