Archive for Februar, 2011

Feb 28 2011

Global total – wie die Bankenkrise ein Tempolimit in Spanien bewirkt

Published by admin under Bankenkrise

Ab 7. März gilt auf spanischen Autobahnen ein neues Tempolimit. Aufgrund des stark gestiegenen Ölpreises beschloss die spanische Regierung zum Schutz der ohnehin labilen Wirtschaftslage, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf 110 km/h zu reduzieren. Stellvertretend für die spanische Regierung sagte Vizepremier Alfredo Pérez Rubalcaba gegenüber der Presse: „Wir wissen nicht, wie lange die politische Instabilität im Norden Afrikas und in den arabischen Ländern anhält. Handeln müssen wir aber jetzt.“

Spanien, Afrika und die Bankenkrise

Politisch instabil ist eine politisch korrekte und angesichts der vermutlich tausenden Toten in Nordafrika reichliche milde Umschreibung der Aufstände von Lybien, Tunesien, Ägypten und einigen weiteren Regionen, die nicht so sehr im Mittelpunkt der Medien stehen, weil es dort keine Urlauber und keine Ölquellen gibt. Diese Aufstände, die derzeit gerne als ein Drang zu mehr Demokratie gesehen werden und als quasi Nebeneffekt den Zugang zu Ölquellen versperren, sind allerdings eher ein Produkt schnell steigender Nahrungsmittelpreise.

Die überwiegend junge Bevölkerung der nordafrikanischen Staaten findet in den eigenen Ländern keine Arbeit und sieht sich schnell steigenden Lebensmittelpreisen gegenüber. Was daraus folgt ist weniger der Wunsch nach Demokratie und mehr der Wunsch sich mit der eigenen Arbeitskraft zumindest ausreichend Nahrungsmittel kaufen zu können. Dass dies einfacher gelingen kann, wenn der Präsident oder Revolutionsführer nicht mehr einen Großteil der Staatseinnahmen für sich und seine Sippe vereinnahmt ist derart logisch konsequent, dass die Jugend dort rebelliert. Ob allerdings die europäische Sichtweise – Demokratie wäre jetzt am Zug – tatsächlich der nordafrikanischen Sichtweise entspricht steht derzeit zur Debatte. Eben deshalb sollten europäische wie auch amerikanische Staaten jetzt dabei helfen entsprechende Strukturen zu fördern ohne sie inhaltlich zu beeinflussen. Was nach einem Spagat klingt ist eigentlich unmöglich, dennoch ist es einen Versuch wert, besser Hilfe anbieten und damit scheitern als gar nichts tun und die Staaten sich und vielleicht neuen Revolutionsführern überlassen.

Aber zurück zum Thema – die Proteste in Nordafrika sind das Ergebnis schnell gestiegener Nahrungsmittelpreise. Dieser Effekt ist, so merkwürdig es klingen mag, der Bankenkrise geschuldet. Im Zuge des beinahe Zusammenbruchs diverser Großbanken wurde die Geldmenge dramatisch ausgeweitet. Banken hatten (und haben) damit quasi den Zugang zu beliebig viel Kapital und müssen dafür wie im Falle der USA keinen oder nur einen sehr geringen Zinssatz bezahlen.

Sachwerte wie eben Rohstoffe sind seit der Bankenkrise erste Wahl

Die Ökonomen der Banken sind sich der Situation sehr wohl bewusst und investieren entsprechend in Sachwerte, wie z.B. Immobilien, Edelmetalle (vornehmlich Gold und Silber) , Aktien – und eben auch in Rohstoffe wie es Nahrungsmittel nun einmal sind. Wo viel Geld auf ein nur zögerlich auszuweitendes Angebot stößt steigt unmittelbar der Preis. Das gilt im aktuellen Fall sogar dann, wenn die Nachfrage nach den Rohstoffen für Grundnahrungsmittel seit Jahren relativ stabil ist.

Wollte man es zynisch sehen, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass die Amerikaner die Bankenkrise verursacht haben um der Terrorgefahr zu begegnen indem sie durch gezielte Geldmengenausweitung den Hunger der Welt forcieren. Man müsste ihnen dann auch unterstellen, dass sie bereits seit der ersten nicht gedeckten und zu Zertifikaten gestückelten US-Haushypothek darauf spekulierten, dass hungernde Menschen weltweit bereit wären das jeweilige staatliche Regime zu stürzen und in der Folge der USA den gewünschten Einfluss auf die kommende Staatsführung zu gewähren. Das dürfte selbst besonders erfahrene Verschwörungstheoretiker an argumentative Grenzen bringen.

Wie auch immer man die Entwicklung der letzten vier oder fünf Jahre beurteilt, eines dürfte spätestens jetzt sehr deutlich geworden sein: Die (meisten) Staaten der Welt sind in wirtschaftlicher Sicht mittlerweile derart eng miteinander verwoben, dass es in Zukunft immer weniger lokale und immer mehr globale Krisen geben wird. Das spanische Tempolimit als Reaktion auf den Ölpreis ist dabei nur ein plakatives Beispiel. Die Zukunft ist total global.

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Feb 12 2011

Mubarak tritt zurück und verlässt Kairo

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Die Opposition hat gesiegt, der Ägyptische Präsident Husni Mubarak hat seinen Rücktritt erklärt und umgehend die Stadt in Richtung Sharm el Sheik verlassen. Das Ende des lang währenden Tauziehens um die Macht in Ägypten hat aber wie so oft in Staaten ohne formierte Opposition zunächst das Militär gewonnen, das Führungsgremium der Armee wird ab sofort die politische Leitung übernehmen. Ob das gut oder schlecht ist, vermag im Moment niemand wirklich zu beurteilen. Interessant scheint aber die Rolle des bisherigen Vizepräsidenten Omar Suleiman zu werden, dieser wäre eigentlich nach dem Rücktritt Mubaraks als Nachfolger an der Spitze Ägyptens vorgesehen. Mit der Übergabe an das Militärgremium bleibt der direkte Weg an die Macht für Suleiman allerdings versperrt.

Dem Volk sind diese politischen Schachzüge derzeit herzlich egal, auf dem Tahrir-Platz in Kairo steigt derzeit die größte Party, die dieses Land in seiner Geschichte gesehen haben dürfte. Spiegel Online nennt es deshalb vielleicht nicht ganz  zu Unrecht ein „Fanal für die Freiheit“.

Der neue starke Mann des Landes heißt übrigens Hussein Tantawi und ist bislang Verteidigungsminister Ägyptens. In einer ersten Erklärung stellte der 75-jährige fest, dass das Militär den „Willen des Volkes“ nicht in Frage stellen werde.

Und was sagen die USA?

Präsident Barack Obama hat sich sogleich mit einem irgendwie amerikanisch-typischen Vergleich an die Öffentlichkeit begeben und festgestellt, dass dieser Umschwung in einer langen friedlichen Tradition der Revolutionen steht, wie z.B. Gandhis Marsch oder der Fall der Berliner Mauer.

Bleibt zu hoffen, dass sich die guten Wünsche und das Vertrauen in das Militär bewahrheiten.

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Feb 08 2011

Targobank Tagesgeld zieht Zinsen an

Published by admin under Geld & Vermögen

Die Inflation wird zu einem weltweiten Phänomen, dessen Ursprung nicht nur, aber auch auf die Ereignisse der Finanz- und Bankenkrise zurückzuführen ist. Dass es sie geben wird ist sicher, wann und in welcher Höhe unsere Währung entwertet wird, dagegen weniger.

Die Frage die sich jetzt viele stellen ist: Was tun gegen Inflation?

Sie könnten z.B. für 3,50 Euro die aktuelle Ausgabe des Magazin Focus erwerben und der Ausführung „Das Geld in Sicherheit“ folgen. In Focus üblicher Titelthemen Aufbereitung passen entsprechende Hinweise auf eine Doppelseite (114 / 115), sind ansprechend bebildert und gut nachvollziehbar. Ob ein Goldzertifikat als Absicherung von Inflation und ggf. weiteren Währungs- und Wirtschaftsunebenheiten eine gute Idee ist, ist wahrscheinlich hinreichend diskutiert, weshalb wir hier auch die Abbiegung zu „Zinssicherung“ nehmen wollen.

Sicher, so lesen wir dort ist z.B. eine Anleihe von VW mit einem Zinssatz von ca. 2,1% und 100% Rückzahlung – oder auch ein „Floater“ von General Electric, der derzeit mit 1,25% Zinsen deutlich oberhalb der US Staatsanleihen verzinst wird. Das ist natürlich richtig, wirft aber ebenfalls die Frage auf ob Anleihen grundsätzliche eine gute Idee sind in Zeiten kurz nach einer Finanzkrise.

Tagesgeld – einfach, unkompliziert und täglich verfügbar

Auch wenn Focus „reale Werte“ wie Zertifikate, Anleihen und – natürlich – auch Aktien empfiehlt, mag das dem einen oder anderen Anleger derzeit noch nicht so ganz die beste Option sein, weil vielleicht der Einstiegszeitpunkt bereits verpasst wurde, oder noch kommen wird. Wie auch immer die Bewertung aussieht, die Alternative für zwischenzeitliche Geldanlage ist nach wie vor das Tagesgeldkonto. Bei Allianz Bank, GE Capital Direkt und natürlich Bank of Scotland gibt es bereits seit einiger zeit Zinsen von mehr als 2% p.a.

Zu diesem erlauchten Kreis der 2 + X Prozenter rückt ab 9. Februar auch die Targobank auf. Dort hat man vermutlich dem Treiben der Mitbewerber lange genug zugeschaut und möchte Zins sensible Kunden nicht länger kampflos überlassen.

Neukunden erhalten 2,1% Zinsen p.a. für 6 Monate

Einen richtig großen Wurf hat sich die Targobank mit dem Targobank Tagesgeldkonto Angebot allerdings nicht getraut, gilt es doch nur für Neukunden, nur für 6 Monate und nur bis zu einer Anlagesumme von 50.000 Euro insofern bleibt es wie es ist: An der Bank of Scotland führt (fast) kein Weg vorbei.

Weitere Informationen / Kontoeröffnung finden Sie hier

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