Archive for November, 2009

Nov 28 2009

Kristina Köhler vertritt Hessen in der Regierung

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Mit Franz Josef Jung, bis heute Minister für Arbeit und Soziales, verlor der hessische Ministerpräsidenten Roland Koch seinen Mann in der Regierung Merkel. Koch wäre aber nicht Koch, wenn er nicht binnen Stunden die Nachfolgeregelung mit der Kanzlerin abgestimmt hätte. Während sich Jung im Rahmen einer Pressekonferenz zu dem Grund seines Rücktritts äußerte und dabei zwar betroffen aber nicht unbedingt unglücklich wirkte, wurden hinter den Kulissen schon eifrig Stühle gerückt.

Das Ergebnis ist aus hessischer Sicht ebenso logisch wie konsequent, für die nicht Wiesbadener aber sicherlich eine Überraschung. Mit nur 32 Jahren zieht Kristina Köhler, Inhaberin des Direktmandats Wiesbaden in das neu gebildete Kabinett als Familienministerin ein. Allerdings räumt man der Nachwuchspolitikern Köhler erstmal eines der weniger aufregenden – aber für viele Deutsche sehr wichtigen – Ministerien frei, anstelle von Ursula von der Leyen wird sie künftig als Familienministerin am Kabinettstisch sitzen und nicht nur für Familien, sondern eben auch für Hessen und dessen Ministerpräsidenten sprechen.

Warum Köhler? Warum nicht?

Warum es ausgerechnet Kristina Köhler geschafft hat an der Riege der verdienten hessischen CDU PolitikerInnen vorbei zu ziehen und den begehrten Ministerposten zu erhalten, wird sicherlich ein Geheimnis zwischen Kanzlerin und Ministerpräsident bleiben, möglich aber, dass das Koch’sche Stammpersonal bislang keinen bleiben Eindruck in Berliner Regierungskreisen hinterlassen konnte und somit die junge und engagierte Köhler ganz einfach die beste Kompromisslösung war. Als Idealbesetzung, das wird sie sicherlich auch selbst zugeben, kann sie derzeit nicht gelten. Ohne praktische Erfahrung in Sachen Familiengründung dürfte sie das von der Übermutter von der Leyen geprägte Ministerinnen-PR-Abbild kaum aufrechterhalten können.

Da jeder Nachteil aber auch Vorteile bietet, wird es ab sofort vor allem für die in der Familiengründungsphase befindlichen Wählerinnen gleichen oder jüngeren Alters recht einfach sich mit der Ministerin und ihren Idealen zu identifizieren. Das schafft Akzeptanz bei der jungen Wählerschaft und lässt Raum für neue Ziele. Wir Hessen drücken die Daumen für die neue, junge Koch-Abgesandte in Berlin.

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Nov 27 2009

Ist Dubai pleite?

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Na so was. Ausgerechnet aus dem Land des unermesslichen Reichtums kommt die Nachricht der aktuell eingetretenen Zahlungsunfähigkeit. Just in dem Moment, als viele die Finanz-, Banken- und Wirtschaftkrise überwunden sahen, trifft die Geldnot das Arabische Emirat Dubai und damit einen äußerst empfindlichen Stimmungsnerv. Die Reaktionen auf die Nachricht dass der staatseigene Konzern Dubai World um einen mindestens 6-monatigen Zahlungsaufschub gebeten hat, sind entsprechend drastisch. Alle wichtigen internationalen Börsen Indices haben mit deutlichen Verlusten auf diese Nachricht reagiert, alle bis auf den Dow Jones, der Feiertags bedingt heute keinen Handel vorgenommen hat. Plötzlich sind alle Krisenszenarien des letzten Jahres wieder präsent, denn klar ist: Fällt Dubai, fallen auch eine ganze Reihe von Unternehmen vielleicht sogar Staaten der zweiten Krisenwelle zum Opfer.

Der Kreditausfall trifft vor allem europäische Banken und Unternehmen

Dubai gilt nach Jahren des Wirtschaftsbooms als der Finanzplatz der Arabischen Welt und war neben dem Emirat Abu Dhabi der Motor der Entwicklung des Nahen Osten. Gerät Dubai finanziell außer Kontrolle, dann erwächst daraus ohne Zweifel auch ein internationales Finanzproblem, welches diesmal vornehmlich europäische Banken treffen wird, die zu den größten Kreditgebern des Emirates gehören. Aufgrund der teils heiklen politischen Lage im Nahen Osten neigten die Scheichs in der Vergangenheit eher zu Investments in europäische Unternehmen und pflegen Beziehungen gerne und gut zu europäischen Geldgebern. Durch die jetzt eingetretene Zahlungsunfähigkeit müssen eben jene europäischen Banken ihre Kreditrisiken durchleuchten und feststellen welche Kredite nach Dubai vergeben wurden und ob diese als Forderungen ausgebucht werden müssen, also zusätzliches Eigenkapital verschlingen und somit die Not der Banken vergrößern.

Das mühsam erworbene Vertrauen in den Aufschwung ist erstmal dahin

Viel schlimmer als die ca. 40 Mrd. USD die es derzeit umzuschulden gilt dürfte aber der Vertrauensverlust in das wieder Erstarken der internationalen Finanzmärkte sein. Ein Erneuter Zusammenbruch des Interbankenhandels wird mit den bisherigen Mitteln der Geldschöpfung und Staatsgarantien eventuell nicht mehr zu beheben sein. Die Folgen sind wenig kalkulierbar, eines erscheint aber logisch: Glaubt niemand mehr an den Wert des eigenen Geldes, ist das Währungssystem dahin. Dann hätten die „kauft Gold“ Propheten, die hierin eine dringend notwendige Absicherung gegenüber systemischen Risiken sehen tatsächlich Recht behalten. Und alles nur, weil man in Dubai eine Palme aus Sand aufschütten möchte, deren Parzellen sich in Zeiten der Krise als unverkäuflich erweisen. So hat jetzt auch Dubai seine (Luxus-)Immobilienkrise.

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Nov 25 2009

Steigende Rente und stabile Beiträge

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Beinahe paradiesische Zustände durfte der neue Bundesminister für Arbeit und Soziales anlässlich der Verabschiedung des Rentenbericht 2009-Entwurfs der Öffentlichkeit verkünden. Trotz Wirtschaftskrise und, steigender Arbeitslosigkeit und sinkenden Geburtenraten bleibt der gesetzliche Rentenbeitrag von derzeit 19,9 Prozent bis 2014 stabil und wird dann Schritt um Schritt gesenkt um finanzielle Entlastung für Bürger und Betriebe zu bewirken. Wer jetzt glaubt die Rentner müssten diese Rentenbeitrags-Stabilität durch einen Verzicht auf höhere Rentenzahlungen finanzieren, der irrt. Eine im Schnitt 1,6%-ige Rentenerhöhung ist für die Bezieher der Altersrente für die nächsten 15 (!) Jahre vorgesehen. Das schafft nicht nur Begeisterung bei der nächsten Bundestagswahl, sondern beschwingt die wichtigste Wählergruppe der CDU-/CSU-Fraktion sogar noch zwei weitere Legislaturperioden. Aber das sei nur am Rande bemerkt.

Die Renten sind „gesichert“ – kennen wir die Redewendung nicht schon?

Ein bisschen getrübt werden die schönen Renten-Aussichten durch den Klang der hessischen Mundart, welche im Bezug auf Rentenversprechen bereits durch einen früheren Minister in diesem Amt erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüsst haben. Nach Norbert Blüm ist Dr. Franz-Josef Jung jetzt der Zweite Hesse, der im Namen der Bundesregierung Rentensicherheit propagiert – in schönem hessischen Satz- und Wortgebilde heißt es heute fast wie damals „Die Rentenfinanzen sind trotz der demografischen Herausforderung gesichert. Künftige Beitragszahler werden nicht überfordert.“

Staatlich geförderte private Altersvorsorge dennoch notwendig

Trotz aller Stabilität rät das BMAS weiterhin zur ergänzenden privaten Altersvorsorge. „Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt auch weiterhin die zentrale Säule der Alterssicherung“, bekräftigte das Ministerium die eigene Sicht der Lage. Nur wenn gesetzliche und betriebliche bzw. staatlich geförderte private Vorsorge (Riester-Rente) gemeinsam genutzt werden, bietet die umlagefinanzierte gesetzliche Rente ein starkes, zukunftsfestes Alterssicherungssystem.

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Nov 21 2009

Bert Rürup in Kurzarbeit

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Die Krise des Finanzsektors geht auch an beratenden Chefökonomen wie Bert Rürup nicht vorbei. Wie zu vernehmen ist, ist der Swiss Life, dem Hauptaktionär seines Arbeitgebers AWD die Kostenbelastung durch das Rürup’sche Gehalt ganz einfach zu hoch. Kosten senken heißt nach einem schlechten Jahr 2009 die Devise und die macht auch vor großen Namen und ehemaligen Wirtschaftsweisen nicht halt.

Einvernehmliche Lösung – weniger Engagement für AWD

So kommt es, dass Bert Rürup, Initiator der Basis-Rente, jener staatlich geförderten Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler die auch Rürup-Rente genannt wird, demnächst auch anderen Unternehmen und Auftraggebern für sachlich wie auch fachlich kompetente Beratung zur Verfügung stehen kann. Die Regelung sei, so heißt es, im Einvernehmen getroffen worden und ändere nichts an der Position als Chefökonom des ehemaligen Professors der Universität Darmstadt.

Der Betroffene wird diese Form der Kurzarbeit vermutlich begrüßen, hatte seine Reputation durch das Engagement bei einem ehemaligen Strukturvertrieb (oder ist es immer noch einer?) deutlich gelitten. Wie die Süddeutsche Zeitung süffisant anmerkte könnte sich der Gesinnungswandel bereits seit einiger Zeit angedeutet haben, zumindest interpretiert man den Titel der Oktober-Kolumne „Nur ein Narr ändert seine Meinung nie“ in genau dieser Weise.

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Nov 20 2009

Auch Mikrokredit Zahlungsausfälle steigen

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Auch mit kleinen Krediten, so genannten Mikrokrediten, werden mittlerweile weltweit profitable Geschäfte gemacht. Dabei ist die Gewinnerzielungsabsicht eigentlich nur ein kleiner Teil dieses Kreditsektors, der sich vor allem in Entwicklungsländern als wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftsförderung etabliert hat.

Diese meist von wenigen 10 bis einigen hundert US-Dollar umfassenden Kredite werden bevorzugt an diejenigen ausgegeben, die nach gängigem Kreditvergabe-Schema mangels Sicherheiten nicht kreditwürdig sind. Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigte allerdings, dass diese Kreditnehmer besonders zuverlässig sind und zu beinahe 99 Prozent die Kreditsumme samt Zinsen wieder zurückführen.

Die Kreditrückführung stockt, die Institute sind darauf vorbereitet

Die Finanzkrise hat jetzt allerdings auch die Mikro-Kreditnehmer erreicht, wie verschiedene Marktteilnehmer zu berichten wissen. Zwar haben die Banken oder Kreditgeber, meist international agierende Finanzkonzerne, die in der Vergabe von Mikrokrediten einen Beitrag zum ethisch korrekten Handeln leisten einen entsprechenden Kreditzins-Sicherheitspuffer eingebaut, so dass hier die Kreditausfälle zu keiner Bedrohung für die Kreditgeber werden, allerdings sinkt die Rendite für solche Kredite auf nur noch 3 bis 5 Prozent wie verschiedene Anbieter mutmaßen.

Durch Finanzkrise fallen familiäre Transferzahlungen aus

Auslöser für die plötzlich nachlassende Kreditrückführung der Kleinkredit-Nehmer sind neben den ansteigenden Kosten für Nahrungsmittel auch die drastischen Rückgänge der Transferzahlungen von Verwandten aus dem Ausland. Deren finanzielle Not in den Industrieländern ist verursacht durch die Wirtschaftsflaute, was dann neue Armut in den Herkunftsländern auslöst. Folglich entstehen den Kreditnehmenden Familien Einkommenslücken, die durch das Geld aus den Mikrokrediten gedeckt wird, was dessen Rückführung eben erschwert bis verhindert.

Damit schließt sich nicht nur die Verbindung zwischen wohlhabenden und ärmeren Nationen, sondern auch die der Globalisierung, die vom einfachen Bauern in Bangladesh bis zum Industriellen in den USA nun wirklich jeden persönlich betrifft. Womit der Siegeszug der Globalisierung eindrücklich bestätigt wäre. Nur schade, dass immer noch zu viele die Risiken dieser Gemeinsamkeiten und nicht deren Vorteile sehen wollen.

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Nov 19 2009

Bank of Scotland Festgeld neues 3,7% Zinskonto der Bank of Scotland

Published by admin under Geld & Vermögen

Das Bank of Scotland Tagesgeldkonto im grün-blau karierten Schottenrock-Design dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, deshalb verwundert es nicht, wenn die Bank jetzt mit einem Festgeldkonto versucht wieder mehr Aufmerksamkeit für sich zu erzeugen.

Das könnte angesichts der Festgeld Zinssatzes von 3,7% bei einer Anlagedauer von 48 Monaten durchaus gelingen, bieten die meisten Mitbewerber derartige Konditionen erst ab einer Laufzeit von 72 oder noch mehr Monaten. Ebenfalls charmant – die Bank unterscheidet zwischen monatlicher und jährlicher Zinszahlung, was für alle diejenigen interessant sein könnte, die mit den Zinserträgen einen Teil des monatlichen Alltags finanzieren wollen oder müssen.

Wer Bank of Scotland Festgeld möchte, der muss auch ein Tagesgeldkonto besitzen

Ein bisschen irritierend erscheint die Regelung „Kein Festgeldkonto ohne Tagesgeldkonto“, die die Bank ausgelobt hat. Möglicherweise ermangelt es hier einem Girokonto als Verrechnungskonto, weshalb der Einfachheit halber das Bank of Scotland Tagesgeldkonto für die Geldtransfers auf das Konto herangezogen wird. Vielleicht irre ich hier auch, dann möge diesen Hinweis bitte entsprechend kommentieren ;-)

Was sollten Sparer sonst noch zu diesem Festgeldkonto der Bank of Scotland wissen?

Der Festzins wird garantiert, d.h. wer sich jetzt für 3,7 Prozent Zinsen entscheidet erhält diesen Zinssatz für die nächsten 48 Monate garantiert. Das gilt auch dann, wenn das allgemeine Niveau der Guthabenzinsen weiter fällt.

Es gibt keine Mindestanlage, d.h. anders als bei diversen Mitbewerbern muss für das Festgeldkonto der Bank of Scotland keine Hürde von 2.500 Euro oder gar 10.000 Euro genommen werden, will man das eigene Geld dort fest anlegen.

Die Kontoführung des Tagesgeld und Festgeldkonto der Bank of Scotland ist kostenfrei, Gebühren fallen für den regulären Anlageprozess nicht an. Lediglich für den selten eintretenden Fall fortgeschrittener Schusseligkeit, der sich z.B. im Verlust der Steuerbescheinigung ausdrückt, die dann extra neu ausgestellt werden muss (ich weiß wovon ich da rede) berechnet die Bank eine Gebührenpauschale.

Alles gut also?

Ja und nein. Wie bisher bleibt das stärkste Argument gegen ein Konto (unabhängig ob Tagesgeld oder Festgeldkonto) bei der Bank of Scotland die Frage der Einlagensicherung. Die Britische Bank genießt zwar das Kundenvertrauen seit 1695, ist aber dennoch nur dem staatlichen britischen Einlagensicherungsfonds (depositors guarantee fund) angeschlossen. Dieser sichert Einlagen allerdings nur bis zu einem Gegenwert von 50.000 Britischen Pfund (55 887,65 Euro, Stand 18.11.09) dafür aber für Britische und Nicht-Britische Kunden, ab.

Weitere Informationen & Festgeldkonto eröffnen:

TÜV geprüfte Sicherheit für Ihre Geldanlage – das Festgeldkonto der Bank of Scotland


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Nov 17 2009

Riester-Rente bremst Wachstum

Published by comment under Geld & Vermögen

Da denkt man immer, man hätte langsam alle Argumente für und wider die staatlich geförderte Altersvorsorge, kurz Riester-Rente, gelesen und dann wird man doch wieder neu überrascht. Die aktuelle These lautet: Riester-Rente schadet Wirtschaftswachstum.

Wirtschaftsschädling Riester-Rente kostet jährlich 0,8% Wachstum

Verantwortlich für diese neue These ist das in Berlin beheimatete Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Die Argumentation lautet in diesem Fall: Wenn nicht die Bundesbürger seit 2002 die Möglichkeit nutzen würden im Rahmen einer staatlich geförderten Altersvorsorge jedes Jahr bis zu 4 Prozent Einkommens in eine Riester-Rente einzuzahlen, dann wäre die Wirtschaft seit 2002 in jedem Jahr um zusätzlich rund 0,8% gestiegen.

Außerdem: Wären die für die Alterssicherung aufgewendeten Beiträge stattdessen in den Konsum gegangen, wären nicht nur Arbeitsplätze gesichert worden, es hätte zusätzlich eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung stattgefunden, die für die Sparer eine geringere finanzielle Belastung bedeutet hätte als dies jetzt mit der Riester-Rente der Fall ist.

Kosten der eigenen Altersvorsorge gehen immer mehr zu Lasten der Arbeitnehmer

Konkret bedeutet das, dass die Kosten für die eigene private Altersvorsorge von den Betroffenen alleine zu tragen ist und dadurch zu einer Entsolidarisierung des (Renten-)Systems und höheren Kosten für die Allgemeinheit führt, da rein kalkulatorisch Arbeitnehmer im Jahr 2030 15 Prozent ihres Lohns für die Altersvorsorge aufwenden, wovon 11% auf die Hälfte des Beitragssatzes von 22% und 4% auf die private Vorsorge entfielen.

Würde keine private Altersvorsorge betrieben, die den Rentenbeitrag stabil halte, würde zur der Beitragssatz bei 25% liegen, die Gesamtbelastung würde für Arbeitnehmer allerdings lediglich 12,5 Prozentpunkte betragen, da diese jeweils hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen sind.

Allerdings – das sagt das IMK leider nicht, würde dies zu einem Anstieg der Arbeitskosten führen, die mit einem deutlichen Wettbewerbsverlust der ohnehin angeschlagenen, da auf Export ausgerichteten, deutschen Wirtschaft einhergehen würde. In der Folge würden Unternehmen verstärkt Arbeitskosten senken, sprich Personal freisetzen und damit nicht nur die Sozialkassen zusätzlich belasten, sondern auch dafür sorgen, dass bei noch mehr immer länger Arbeitsuchenden Bürgern der gesetzliche Rentenanspruch gar nicht erst zu einem sinnvollen Niveau ansteigen kann.

Vorgeschlagene Lösungen?

Keine. Oder vielleicht besser: Die aus Sicht einer Gewerkschaft logische: Jeder sollte in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen. Damit hätte man dann wenigstens dafür gesorgt, dass Selbstständigen und Freiberuflern jeden Monat 19,9 % ihrer wie auch immer festgestellten Erlöse zur Alterssicherung abgenommen würden und gar kein Anreiz mehr bestünde Existenzgründer (es gibt wichtigere Gründe – für mich z.B. war dies ein gewichtiger Grund) zu werden. 

Was lernen wird daraus? Erstens: Nicht jedes Institut ist frei von politischer Einflussnahme. Zweitens: Sorgen Sie fürs Alters vor, aber verzichten Sie nicht auf Dinge die Ihnen wichtig sind.

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Nov 13 2009

Wachstum! Deutschlands Wirtschaft wächst mit 0,7 Prozent

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Der Eine oder andere hatte schon nicht mehr daran geglaubt und just in diesem Moment passiert es dann doch: Die Deutsche Wirtschaft wächst. Und das auch noch deutlich messbar. Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, legte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal immerhin 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, was nicht nur eine positive Nachricht, sondern zugleich auch das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2008 bedeutet.
Maßgeblichen Anteil an der Erholung trug neben der gestiegenen Investitionstätigkeit der Unternehmen vor allem die Nachfrage aus dem Ausland. Ein noch besseres Ergebnis wäre sogar möglich gewesen, wenn nicht die Verbraucher nach dem Auslaufen der Abwrackprämie die eigenen Neuanschaffungen deutlich zurückgefahren hätten und somit für einen Dämpfer der Binnennachfrage sorgten.
Insgesamt deuten diese Zeichen nach Meinung verschiedener Fachleute aber vor allem darauf hin, dass der Patient Deutsche Wirtschaft auf dem Wege Genesung ist, auch wenn der Gesundungsprozess durch Maßnahmen der Geldpolitik stark gestützt werden muss. Das von der neuen Bundesregierung verabschiedete Wachstumsförderungsgesetz und die damit einhergehenden Steuersenkungen erscheinen nicht nur Fachleute als in Teilen nicht sinnvoll. Wachstum auf Basis von (Staats-)Schulden zu erzielen bietet kein starkes Fundament für die Zukunft des Landes und der Bürger, auch wenn sie jetzt in Teilen von den Steuererleichterungen 2010 profitieren.

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Nov 06 2009

410.000 Rentner auf Grundsicherung angewiesen

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In Rente zu gehen wird immer mehr zu einem finanziellen Risiko wie es scheint. Einer aktuellen Erhebung zufolge sind mittlerweile 410.000 Rentner auf die staatliche Grundsicherung (Sozialhilfe) angewiesen, da die eigenen Renteneinkünfte nicht ausreichen um den Lebensalltag zu bestreiten. Wer jetzt annimmt, dass es sich hierbei überwiegend um Frauen handelt, die während Ihres Arbeitslebens in Teilzeit gearbeitet haben und deshalb einen geringeren Rentenanspruch erworben haben, der irrt. Lediglich knapp mehr als die Hälfte (56%) der Betroffenen Personen sind weiblich, im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil männlicher Bezieher der Grundsicherung im Rentenalter mit plus 6,1 Prozent sogar deutlich schneller als die der weiblichen mit plus 3,8 Prozent.

Insgesamt beziehen derzeit rund 768.000 Deutsche, die aus Alters-, Krankheits- oder Behinderungsgründen nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen einen Zuschuss zur Alters-, Berufsunfähigkeits- oder Invalidenrente.

Fachleute erwarten für die kommenden Jahre einen weitern Anstieg der Unterstützungsbedürftigen, da dann langsam jene Jahrgänge in Rente gehen werden, deren Arbeitsbiographien viele Jobwechsel und Arbeitsunterbrechungen aufweisen, was die spätere Altersrente deutlich mindert und dadurch den Anspruch auf Grundsicherung eintreten lässt. Staatliche geförderte private Altersvorsorge mittels der Riester-Rente oder Rürup-Rente wird also wichtiger denn je, allerdings werden sich viele der heutigen Beschäftigten keine ausreichende Zusatzrente ersparen können. Zu gering die eigenen Einkünfte als das für die Altersvorsorge viel übrig bleiben würde.

Es scheint fast als hätte sich die seit den 60er Jahren auf Wachstum und Sozialtransfer eingestellte Bundesrepublik bereits vor vielen Jahren an der Last der finanziellen Zukunft verhoben. Ausbaden müssen das allerdings Kinder und Kindeskinder dieser Generation, die eigentlich nur hoffen kann, dass Eltern und Großeltern einen größeren Spargroschen hinterlassen.

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Nov 01 2009

84. Weltspartag – eine Ode an das Sparen

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Möglicherweise gehört dieser Beitrag in die (hier nicht vorhandene) Rubrik unnützes Wissen, aber anlässlich seines 84. Geburtstags und Niedrigzinsen wie kaum jemals zuvor wollen wir dem „International Saving Day“ ein paar Zeilen widmen.

Die Geschichte des internationalen Sparens ist eine Erfindung der Sparkassen. Deren nationale Vertreter trafen sich einst im Oktober des Jahres 1924 im schönen Mailand und befanden, dass das Sparen einen besonderen Stellenwert bekommen sollte. Kurzum erklärte man den letzten Tag der Sparkassen Konferenz zum künftigen Weltspartag und legte den 31. Oktober als quasi Gedenktag des Sparens fest.

Die Welt hatte gerade die Folgen des ersten Weltkriegs zu verkraften und befand sich wirtschaftlich in einer sich festigenden Phase, die allerdings bereits wenige Jahre später in einem Zusammenbruch des Systems und der bekannten Folgen für Wirtschaft und nicht zuletzt auch Politik enden sollte. Dennoch überlebte die Idee des „Tag des Sparens“ bis heute und veranlasst in jedem Jahr aufs Neue kleine Gruppen von jungen Menschen den Weg in die örtliche Bank oder Sparkasse aufzusuchen um das gesparte Taschengeld auf einem Sparkonto einzubezahlen.

Sparen ist immer schon auch ein Geschäft für Banken gewesen

Sparen ist auch heute noch eines jener Kernthemen, das Banken und Sparkassen gerne und sehr ausdauern mit ihren Kunden besprechen und in der eigentlich völlig banalen Ansammlung von Geld – immer wieder neue Variationen entdecken, die teils merkwürdigste Züge trägt. Gab es zur Zeit der Erfindung des Weltspartags eigentlich nur das Sparbuch als Geldanlage, so streiten heute Banken, Berater und Kunden um die richtige Auswahl von Tagesgeldkonto, Festgeldkonto, Laufzeitkonto, Kindersparkonto, Investmentfonds, Garantiezertifikate und einer ganzen Reihe weiterer Produkte, die eigentlich dazu gedacht sind das Vermögen der Kunden zu mehren und nicht das der Finanzinstitute.

Aber 1924 wie auch heute hat sich trotz der veränderten Markt- und Rahmenbedingungen in einem Punkt wenig verändert – der Kunde sitzt nach wie vor am kürzeren Hebel und die Bank gewinnt immer.

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