Archive for August, 2009

Aug 30 2009

Festgeld mit 4,3% Zinsen – BigBank der schnellere Weg zum Geld

Published by Jan under Geld & Vermögen

BigBank oder eher SmallBank – oder handelt es sich hierbei gar um eine HSB – eine Horst Schlämmer Bank, die im Anschluss an die Politik-Persiflage der HSP (Horst Schlämmer Partei) nun zu einer Banken-Persiflage mittels Horst Schlämmer Bank dienen soll?

So ganz schlüssig bin ich mir nicht.

Warum? Nun, es begann mit einer dieser Google Anzeigen, die meine Aufmerksamkeit erregte. Eine Bigbank verspricht dort 4,3 Prozent Zinsen wenn man ihr das eigene Vermögen anvertraut. Einen Klick später befindet man sich auf der Bigbank.de Startseite, die sich kaum von der anderen kürzlich ach Deutschland gekommener Banken unterscheidet. Reduziert auf das wesentliche kann man hier mit wenigen Klicks erfahren wie hoch die Zinsen sind und an lustigen Schiebereglern herausfinden wie hoch der Zinsertrag bei welcher Anlagesumme und Anlagezeitraum ist. Alles gut, alles nicht neu.

Zwischen all den Kaupthings, Bank of Scotlands, ICICI Banks, NIBC und was es noch alles in den letzten Monaten an neuen Onlinebanken gegeben hat fällt die BigBank dann doch aus dem Rahmen – großer Name, schlecht übersetzte Internetseite und beheimatet im eher weniger großen Estland rühmt man sich auch der schlanken Strukturen und des Verzichts auf eine deutsche Zweigstelle. Im Zug des internationalen Bankensoundso würden die Deutschen Gelder direkt von Deutschland nach Osteuropa übermittelt und dort in das eigentliche Standbein der Bank, das Privatkredit Geschäft investiert. So schafft man es nicht nur einen ansehnlichen Gewinn zu erzielen, sondern auch den Kunden schöne Zinsen zu überweisen.

BigBank 4,3% Zinsen ab 48 Monate – Rücktritt so gut wie ausgeschlossen

Spätestens jetzt sind Sie wahrscheinlich meiner Meinung, da muss der Schlämmer Horst hinter stecken. Für den Fall das Sie das nicht kümmert und Sie gerne mehr über das BigBank Angebot wissen möchten: Die estnische BigBank gewährt 4,3 % Zinsen auf Festgeld sofern eine endfällige Zinszahlung vereinbart wird und die Laufzeit mindestens 48 Monate beträgt.

Wer gerne früher an sein Geld möchte, der kann in den FAQs (die Fragen von denen der Betreiber einer Website glaubt, dass Sie jeder haben könnte) folgenden Hinweis entnehmen: „Sie haben trotzdem die Möglichkeit einen Antrag zu schreiben, aber die Bank hat das Recht, nicht die Verpflichtung, damit einverstanden zu sein.“

Wenn schon Festgeld dann lieber bei Mercedes Benz für 3,4% Zinsen

Wer trotz der derzeit geringen Zinsen eine langfristige Zinsbindung anstrebt sollte nach meiner Überzeugung lieber auf eine in Deutschland beheimatete Bank zurückgreifen. Eines der derzeit attraktiv verzinsten Festgeldangebote stammt von der Mercedes Benz Bank, die es immerhin auf 3,4% Zinsen bei einer Zinsbindung von 5 Jahren bringt.




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Aug 29 2009

Sind wir nicht alle Piraten?

Published by admin under Laut Nachgedacht

Die Regierung hat ein wachsendes Piraterie-Problem. Nicht nur am Horn von Afrika, wo die Probleme derzeit vor allem von Franz Josef Jung geklärt werden sollen obwohl sie vielleicht eher in das Ressort von Frank-Walter Steinmeier und Heidemarie-Wieczorek-Zeul passen könnten, nein, die Piraten stehen auch kurz vor Berlin.

Dass sie es soweit geschafft haben liegt vor allem den Regierenden selbst, die sich – unabhängig davon ob sie unter roter, grüner, gelber und nicht zuletzt schwarzer Flagge – dem Wahlkampf hingeben beharrlich weigern irgendwelche zeitgemäßen Themen im Rahmen des Wahlkampfes aufzugreifen.

So kann es kaum verwundern, dass eine Partei wie die Piratenpartei mit einigen wenigen Programmpunkten derart viel Öffentlichkeit und Zustimmung erfährt. Anders als bei den herkömmlichen Splitterparteien des roten, braunen oder christlich programmatischen Randes,die vornehmlich ihre eigene häufig äußerst fragwürdige Weltanschauung allen anders denken aufzwingen möchten, dreht es sich bei den Piraten vor allem um das Schaffen von Gemeinsamkeit.

Freier Zugang zu Informationen, kostenlose Bildung und tiefgreifende Veränderungen des Urheberrechtes wie auch des Patentschutzes sollen – ganz dem Gedanken der Open Source oder Wikipedia folgend – dazu beitragen, dass es allen besser geht wenn die Grenzen zwischen Wissen und Nichtwissen aufgehoben werden. Jeder einzelne soll, so der Grundgedanke, die Chance haben das verfügbare Wissen der Welt für gemeinsame neue Erfindungen zu nutzen und dazu beitragen diese Welt ein bisschen humaner, friedlicher und schöner zu machen als sie ist.

Besser gemeinsam

Dazu ist es nach Ansicht der Piraten-Partei unerlässlich freien Zugriff auf das Wissen der Welt zu ermöglichen was auch einen freien Zugriff auf den Wissenspool Internet beinhaltet – ein Gedanke der in den letzten Wochen häufig im Zusammenhang mit den von Ursula von der Leyen angestrebten Internetsperren diskutiert und von CDU Mitgliedern mit den Worten „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“ kommentiert wurde.

Diese – man bitte die Offenheit an dieser Stelle zu verzeihen – offensichtliche Abwesenheit von Fachwissen bei CDU-Vertretern schaffte es nicht nur die Generation der Internetnutzer aufzuregen, sondern sie auch zu mobilisieren. So kommt es also einem eigentlich bescheidenen Randthema des Wahlkampfes zu kontrovers diskutiert zu werden und den Piraten einen erstaunlich Rückenwind zu verleihen.

Haben die Piraten Chancen auf den Einzug in den Bundestag?

Vermutlich eher nicht auch wenn Ihnen derzeit die Herzen der Generation der 18 bis 30-jährigen zu zufliegen scheint, die hier endlich einen politischen Themengeber findet. Die Piraten setzen mit ihrem 5 Punkte Wahlprogramm das Konzept der jungen Generation im Internetstil um: Starke Überschrift+ kurzer Erläuterungstext können schnell auch mal auf dem Handybildschirm konsumiert werden. Außerdem bietet man keine Wahlversprechen, da das Wahlprogramm vornehmlich eine Geisteshaltung aufzeigt und keinerlei Hinweise bietet, wie diese Haltung in die Realität umgesetzt werden könnte (was sie aber nicht von anderen Parteien unterscheidet).

Folglich dürften sich eine ganze Reihe von potentiellen Wählern endlich mal verstanden fühlen und können mit dem guten Gefühl niemandem rechts- oder links außen eine Stimme zu geben völlig frei von allen Hemmungen ihr Kreuzchen bei den Piraten machen. Diese so genannten Protestwähler könnten sich durchaus auf 5 Prozent summieren, wenn den etablierten Parteien nicht vielleicht doch noch irgendwelche Gründe einfallen, die sie wählenswert machen.

Ob der Piratenpartei Einzug in den Bundestag tatsächlich dazu beitragen könnte Internetsperren und staatlich legalisierte Überwachung zu unterbinden bleibt eher fraglich, vielleicht schaffen sie es aber der eigentlich für Freiheit zuständigen FDP endlich die unsinnige Steuersenkungskampagne auszutreiben (glaubt eh keiner) und sich wieder auf die wirklich wichtigen Punkte zu konzentrieren: Freiheit und Demokratie.

Weiterführende Informationen Aktion “Ich bin Pirat

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Aug 27 2009

West-Deutsche Arbeitskosten betrugen 35,22 Euro je Stunde

Published by comment under Aktuelles

Eine durchschnittliche westdeutsche industrielle Arbeitsstunde kostete den Arbeitgeber im letzten Jahr ziemlich genau 35,22 Euro wie das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), Köln, jetzt veröffentlicht hat. Dies entspricht im europäischen Vergleich einem sechsten Platz und zeigt nach Aussage des Instituts wie gut die Maßnahmen der moderaten Lohnsteigerungen die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gestärkt haben. Teurer sind nach Angaben des IW z.B. Arbeitskosten in Norwegen (40,30 Euro), Belgien (36,60 Euro) oder auch der Schweiz, Dänemark und Schweden, die mit jeweils rund 34 Euro Arbeitskosten pro Stunde kalkulieren müssen, was allerdings leicht unter den westdeutschen Arbeitskosten liegt.

Günstige 20,75 Euro Arbeitskosten in Ostdeutschland

Dass Deutschland dennoch günstigere Arbeitskosten als diese Länder ausweisen kann liegt vor allem an den günstigen Arbeitskosten in Ostdeutschland, hier fallen lediglich 20,75 Euro Arbeitskosten pro Stunde an, was einem mehr als deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Westdeutschland entspricht. Unternehmen können die Arbeitskosten aber auch innerhalb der Grenzen Europas noch einmal deutlich senken, wenn sie in Rumänien oder Bulgarien erbracht werden. Hier werden derzeit Arbeitskosten von 3,52 Euro (Rumänien) und 2,18 Euro (Bulgarien) veranschlagt. Dass die Auslagerung der Fertigung aber nicht immer positiv sein muss haben vor allem deutsche Mittelständler in den letzten Jahren erleben müssen und sind deshalb immer noch gerne bereit in Deutschland Arbeitsplätze zu schaffen.

Ausschließliche Betrachtung der Arbeitskosten ist wenig aussagekräftig

Überhaupt bietet eine ausschließliche Betrachtung der Arbeitskosten eigentlich keinen wirklichen Nutzen um die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft zu beurteilen. Eine sinnvollere Messgröße wäre hier der Vergleich der Lohnstückkosten die die Produktivität eines Mitarbeiters nebst seiner Arbeitszeit viel besser ablesbar ist als an der Höhe der Arbeitskosten.

Oder anders gesagt, wer z.B. das Vergnügen genossen hat den portugiesischen Arbeitsalltag zu erleben kann gut nachvollziehen warum eine Arbeitsstunde eines deutschen Metallarbeiters mehr als das Dreifache des portugiesischen Kollegen kostet (9,38 Euro) und wird auch verstehen warum der portugiesische Kollege deutlich mehr Spaß an seinem Job finden kann als der Mitarbeiter in Deutschland – es gibt dort ganz einfach noch ein paar andere Dinge die nicht der absoluten Taktfrequenz deutscher Optimierungswut unterliegen.

Oder anders gesagt, Zeitempfinden wie auch Dringlichkeit erhalten angesichts traumhafter Atlantikküste, Arroz com Marisco und Pastéis de Nata ganz einfach eine andere, weniger angestrengte Bedeutung – und das können wir als Deutsche trotz aller Tugenden mehr als gut nachvollziehen.

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Aug 25 2009

Deutsche Sparquote steigt auf 12,8 Prozent

Published by admin under Geld & Vermögen

 

Auch wenn die Freisetzung von Arbeitnehmern derzeit bei vielen Betrieben – bedingt durch die starke Ausweitung von Kurzarbeit – vielfach (noch) kein Thema ist, sehen weite Teile der Bevölkerung die Wirtschaftskrise auch als Bedrohung ihres Einkommens an. Die Reaktion darauf heißt: Sparen. Gespart wird dabei Monat für Monat ein Teil des Einkommens, welcher von Volkswirtschaftlern in Prozent ausgedrückt als Sparquote bezeichnet wird. Diese liegt in Deutschland bei durchschnittlich etwa 10 Prozent des verfügbaren Einkommens sofern es keine Überreaktion aufgrund der wirtschaftlichen Lage gibt (andere Länder sind von solchen Quoten meilenweit entfernt).

Überreaktionen wurden zum Beispiel im Jahr Börsenboom-Jahr 2000 registriert, als die Sparquote aufgrund der hervorragenden Entwicklung von Aktien wie auch Vermögen und der positiven Zukunftsaussicht auf 8,9 Prozent gefallen war. Mit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes veränderte sich das Sparverhalten und pendelte sich in der Folge wieder bei über 10 Prozent ein.

Sparquote so hoch wie zuletzt 1993

Die Ereignisse rund um Bankenkrise und Wirtschaftsflaute haben jetzt wieder zu einem veränderten Sparverhalten geführt. Im Angesicht der Krise horten die Menschen lieber ihr Geld um für vielleicht noch schlimmere Zeiten gewappnet zu sein. Angesichts der Höhe der Sparquote müssen die Zeiten diesmal so hart sein wie im Jahr 1993, als die Sparquote das letzte Mal eine Höhe von 12,8 Prozent erreichte.

Diese Zurückhaltung macht nicht nur Sparer vermögend, sondern vor allem dem Einzelhandel zu schaffen, wer sein Geld hortet anstatt es zu investieren riskiert Jobs im Einzelhandel, der auf mangelnde Nachfrage in der Regel nicht anders reagieren kann als andere Branchen: Tätigkeit zurückfahren, Lager leeren, Personal freisetzen.

Schon deshalb ist es der Bundesregierung sehr daran gelegen den Konsum zu fördern und die Bürger zumindest halbwegs positiv zu stimmen. Die Abwrackprämie so umstritten sie auch ist, hat genau diesen Zweck erfüllt in dem sie aus Sparern Autokäufer gemacht hat die ganz nebenbei sogar noch Geld nachgefragt haben da sie aus ihren Ersparnissen alleine einen Neuwagenkauf selten bestreiten können. So sinkt die Sparquote seit Einführung der Abwrackprämie wieder auf ein Niveau von rund 10 Prozent – dem Einzelhandel ist damit allerdings nicht geholfen, wer tausende Euro für ein Auto investiert, dem mangelt es häufig an weiterem Geld für Einrichtung, Technik oder teure Kleidung.

Somit bleibt es abzuwarten ob der Einmaleffekt Abwrackprämie eher Fluch oder Segen für die Wirtschaft gewesen ist – auch wenn der Trend zum Angstsparen damit vorerst gebrochen ist.

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Aug 20 2009

Senkung der Rentenbeiträge rückt in weite Ferne

Published by comment under Aktuelles

Manchmal driften politischer Wille und Realität soweit auseinander, dass nicht einmal ein Konjunkturpaket die klaffende Budget-Spalte überdecken kann. So ist es eine ehrliche und hinsichtlich des Zeitpunkts für diese Veröffentlichung auch mutige Aussage, wenn sich der Chef der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, in einem Interview gegenüber der Rheinischen Post eher skeptisch über die angedachte Senkung der Rentenbeiträge äußert.

Eher das Gegenteil so lässt Rische ein bisschen durchklingen sei der Fall, wahrscheinlich – so Rische gegenüber der RP – können die Rentenbeiträge auf einen stabilen Niveau bis zum Jahr 2013 gehalten werden. Das Verkünden einer Beitragssenkung klingt allerdings anders und wird in der Regel auch von Politikern der ersten Führungsebene vorgenommen, nicht durch die Behörde selbst.

Durchschnittlich 4,6 Mio. Arbeitslose im Jahr 2010

Die Grundlage dieser Aussage stellt eine Berechnung der Deutschen Rentenversicherung dar, in der von einer durchschnittlichen Anzahl Arbeitsuchender von 4,6 Mio. Personen ausgegangen wird, was einem Zuwachs von rund einer Millionen (Juni 2009 = 3,5 Mio. Arbeitsuchende, andere sprechen bereits von 6 Mio. Arbeitssuchenden) Beschäftigungslosen bzw. einem Anstieg der Arbeitslosenquote um (nicht auf!) 32 Prozent entsprechen würde.

Bislang sehen die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung allerdings noch ganz gut aus, gegenüber dem Vorjahr wurde in den ersten 7 Monaten des Jahres 2009 ein Einnahmeplus von 0,8 Prozent erzielt. Die Wirtschaftskrise wird erst nach Einschätzung Risches erst mit deutlicher Verzögerung und im nächsten Jahr am Arbeitsmarkt eintreffen und dort zu einem gravierenden Kostenanstieg der Agentur für Arbeit führen, was eben auch jede geplante Senkung der Beitragssätze verhindern wird.

Drücken wir uns die Daumen, dass dieses Szenario der Deutschen Rentenversicherung ein Worst-Worst-Case Szenario ist und es nicht schlimmer kommen kann. Gewissheit gibt es dafür allerdings keine, auch wenn die Abwrackprämie (USA – Cash for Clunkers) als Deutsche Erfindung und Stütze der Deutschen Zuliefererindustrie mittlerweile um die Welt geht und für eine einigermaßen stabile Nachfrage im so wichtigen Segment der Metallindustrie sorgt.

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Aug 15 2009

2011 schließt letzte Deutsche Post Filiale

Published by admin under Laut Nachgedacht

Was sich bereits seit einigen Jahren abzeichnet, aber noch niemals wirklich ausgesprochen wurde ist jetzt mitten im Hochsommer des Jahres 2009 Fakt. Die Deutsche Post wird sich nicht weiter damit begnügen einzelne Postämter zu schließen und an private Investoren abzugeben, es werden bis Ende 2011 alle Poststellen dicht gemacht. 475 dieser selbst betriebenen Deutsche Post Filialen gibt es derzeit noch im Bundesgebiet. Auch diese werden der neuen Strategie „Alle Last den Partnern“ in der Hoffnung geopfert, dass Kunden weiterhin gerne zwischen Kuscheltieren, Schreibheften und Dingen des täglichen Bedarfs ihre Briefpost-, Paket- und Bankgeschäfte erledigen.

Filialschließung ist vor Allem dem Wohl anderer geschuldet

Dankenswerter Weise verzichtet die Deutsche Post mit der Veröffentlichung dieser Entscheidung auf den Hinweis, dass das alles zum Wohle des Kunden geschehe. Obwohl. Denkt man genauer darüber nach könnte diese Argumentation natürlich durchaus vertreten werden, schließlich hat man als Kunde in der Warteschlange jetzt ja viel mehr Abwechslung und kann anstelle der früher so drögen Deutsche-Post-Formulareständer den eigenen Blick zwischen Zeitschriften, Malstiften, Plüschteddys und Schreibgeräten schweifen lassen.

Und darüber hinaus unterstützten viele Kunden während des Deutsche Post Partner-Agentur-Besuchs neben dem lokalen Einzelhandel auch das lokale Ordnungsamt. Die Frage „Viele Plätze in der Warteschlange habe ich verloren, wenn ich jetzt rausgehe die Parkuhr füttere hat schon so machen vor Gewissenskonflikte gestellt und das Ordnungsamt mit zusätzlichen „nein, ich stehe das hier durch“-Knollen beglückt.

Mitwirken der Kunden wird erwartet

Das bunte Allerlei der Partnerfilialen und die langen Schlangen vor den Schaltern haben durchaus System, schließlich sollen Kunden vermehrt Briefmarken einfach selbst am PC ausdrucken und lustige gelbe Blechkästen an belebten Straßenecken für den Paket- und Päckchenversand nutzen. Alles wahnsinnig modern und vor allem total ohne Personal zu bewerkstelligen, was es – zum Vorteil für den Kunden – natürlich 24h verfügbar und völlig ohne Anstehen benutzbar macht, wenn man sich als Kunden die Zeit nimmt die Anleitung „Einfach versenden mit der Deutschen Post“ zu lesen, an die besagte Ecke mit den gelben Kästen fahren kann und nebenbei über einen PC nebst Drucker verfügt, der die entsprechenden Briefmarken selbst herstellt.

Sorry, wenn ich jetzt hier ein bisschen altmodisch wirke, aber ich möchte meine Briefe, mein Paket aufgeben und transportieren lassen. Ich möchte das dies von Menschen getan wird die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Ich möchte mich nicht zum Effizienz-Helfer der Post machen lassen die zum Versand notwendige Tätigkeiten auf Millionen Kunden umwälzt um das eigene Personal zu entlassen und dadurch „allen etwas Gutes zu tun“.

Zu glauben dass hier alle Kunden mitziehen grenzt an Überheblichkeit und die kommt bekanntlich vor dem Durchbruch der Konkurrenz.

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Aug 09 2009

Volksbank Tagesgeld mit 4% Zinsen

Published by comment under Geld & Vermögen

Wer hätte gedacht, dass sich auch Volksbanken in den Wettstreit um den höchsten Zinssatz eines Tagesgeldkontos einschalten würden? Also ich nicht. Einsam und alleine führte bereits seit einigen Wochen die Bank of Scotland die Hitliste der Tagesgeldkonto Angebote an, da rückt jetzt auf einmal die Volksbank eG Darmstadt – Kreis Bergstraße mit 4 Prozent Zinsen an allen Online- und Direktbanken vorbei auf Platz 1 der Bestenliste.

Rock ‘n’ Roll für Ihre Zinsen

Unter der Überschrift Rock ‘n’ Roll für Ihre Zinsen bietet die Volksbank Darmstadt 4 % p. a. begrenzt diesen Aktions-Zinszeitraum aber gleichzeitig auf den 31.12.09. Was danach ist wissen nur die (Noten-) Banker was aber den abgebrühten Tagesgeldwechsel-Kunden nicht weiter stören wird. Konto-Hopping ist er gewöhnt und wird sich eher mit dem guten Gefühl zurücklehnen bis 31.12.09 kein neues Tagesgeldkonto mehr eröffnen zu müssen und sich auch keine Sorgen um die Einlagensicherung zu stellen. Die ist wie bei allen Volksbanken über das Genossenschaftssystem (siehe Info BVR) abgesichert und entsprechend finanzstark.

Darmstädter Volksbank ClickTagesgeld

Das Volksbank Angebot Click-Tagesgeld entspricht im Wesentlichen den Rahmenbedingungen vieler Mitbewerber. Kunden erhalten 4 Prozent Zinsen ab dem ersten Euro Anlagesumme, darüber hinaus gilt eine Einschränkung auf bis zu 30.000 Euro Anlagesumme , wer mehr anlegt bekommt lediglich 1,75 Prozent Zinsen (30.001 bis 250.000 Euro) wer noch mehr anlegen möchte muss sich mit (für Volksbanken) immer noch guten 1,25 Prozent Zinsen zufrieden geben.

Die Kontoführung ist kostenlos und wird via Telefon oder mobileTAN-Verfahren vorgenommen, so dass für die Nutzung des Tagesgeldkontos dann zusätzlich zu einem Onlinezugang auch ein Handy notwendig ist, auf welches die TAN Nummer jeweils ge-SMS-st werden. Die Zinsausschüttungen erfolgen quartalsweise, so dass ein – überschaubarer – Zinsseszins-Effekt eintritt.

Wer kann ein solches ClickTagesgeld-Konto eröffnen?

Hier kommt der Haken an der Sache – Volksbanken sind nun mal regionale organisierte Geldinstitute. Als solche müssen sie schauen, dass sie gegen die regionalen Sparkassen im Wettbewerb bestehen und möglichst wenige Kunden des eigenen Genossenschaftsverbundes bei verbundenen Unternehmen abwerben (so zumindest die Theorie). Demzufolge wird die Darmstädter Volksbank dieses Zinsangebot auch nur für Privatkunden anbieten, deren Postleitzahlen Wohnsitz im Postleitzahlengebiet 64000 bis 68999 liegt, was ungefähr dem kompletten Rhein-Main-Gebiet entspricht (ohne Mainz) und sicherlich für Ärger mit den großen benachbarten Volksbanken in Frankfurt und Wiesbaden führen könnte.

Vielleicht hat man deshalb das Angebot mit dem Sternchentext „Das Kontingent ist begrenzt“ versehen.

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Aug 05 2009

Deutsche Bank Beteiligung an Sal. Oppenheim?

Published by admin under Bankenkrise

Wie heftig die Finanzkrise immer noch den Banken-Sektor durcheinander würfelt ist derzeit an den Spekulationen um eine Beteiligung der Deutschen Bank am Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. abzulesen. So wie es scheint geht selbst Anteilseignern des seit 220 Jahren im Familienbesitz befindlichen Bankhauses das Kapital für eine weitere Aufstockung der Eigenkapital-Basis der Bank aus. Wie die FAZ berichtet ist die Situation so prekär geworden, dass bereits in den vergangenen Wochen Gespräche mit potentiellen Geldgebern wie z.B. der Credit Suisse geführt aber ohne Einigung abgebrochen wurden. Als wahrscheinlichster Partner gilt deshalb derzeit die Deutsche Bank, welche sowohl über eine entsprechende Kapitalausstattung als auch das passende Geschäftsmodell verfügt um mit Sal. Oppenheim jr. & Cie. eine Ergänzung der eigenen Geschäftstätigkeit erzielen zu können.

Mit einer Bilanzsumme von über 41 Mrd. Euro und einem betreuten Vermögen von rund 132 Milliarden Euro gehört das in Köln beheimatet Bankhaus zu den größten Privatbanken Europas und beschäftigt derzeit über 4.000 Mitarbeiter, die vornehmlich im Rahmen der integrierten Vermögensverwaltungs- und Investmentbank das Vermögen wohlhabender Kunden verwalten.

Eigenhandel und Arcandor haben die Bilanz belastet

Die notwendige Aufstockung des Eigenkapitals soll vor allem durch die herben Verluste im Eigenhandel und das nicht eben gewinnbringende Engagement bei dem KarstadtQuelle Konzern Arcandor hervorgerufen worden sein. Auch wenn die Eigenkapitalquote im Frühjahr bereits durch eine Kapitalaufstockung seitens der Anteilseigner auf eine Quote von über 10 % angehoben worden ist, so scheinen jetzt einige der Inhaber die finanziellen Möglichkeiten ausgereizt zu haben, weshalb ein finanzstarker Partner wie die Deutsche Bank als Absicherung gegen weitere für das Bankhaus gesucht wird.

Für die Deutsche Bank bietet diese Kooperation einen willkommenen Ausbau des Geschäfts mit vermögenden Privatkunden. Kaum eine andere Bank bietet zu solchen Einstiegsbedingungen die Möglichkeit mit den wirklich wohlhabenden dieser Welt ins Geschäft zu kommen. Ob die Kunden des Bankhauses diese Freude teilen bleibt abzuwarten, es dürfte schließlich individuelle Gründe geben warum man sich als Kunde gegen ein Vermögen verwaltendes Mandat der deutschen Bank und für das Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. entschieden hat.

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Aug 03 2009

Deutschland-Plan mit Vollbeschäftigung in den Wahlkampf

Published by admin under Laut Nachgedacht

Schön. Noch hat außerhalb einiger ausgewählter SPD’ler das Wahlprogramm des Kanzlerkandidaten Frank Walter Steinmeier gelesen, da wissen auch schon alle was daran zu kritisieren ist. Rund 70 Seiten stark soll das Werk, welches die Überschrift „Die Arbeit von morgen – Perspektiven für unser Land“ trägt sein wie die FAZ berichtet und in enger Zusammenarbeit mit vornehmlich mittelständischen Unternehmern entstanden sein.

Steinmeiers Deutschland-Plan

Unabhängig davon was in dem „Deutschland-Plan“ des derzeitigen Außenministers tatsächlich enthalten sein wird, keines der größeren bzw. meinungsführenden Medien war sich zu Schade schon am Sonntag zu kommentieren, was es nicht kennt. Damit befinden sich Medien und Redakteure auch in bester Harmonie mit politischen Meinungsführern – während Wirtschaftsminister Guttenberg seine Kritik gewohnt gewandt in nette Worte verpackt, wird des Saarlands Oskar schon direkter. Unglaubwürdig sei die Aussage vier Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, wer seit 4 Jahren die Regierungsgeschicke mitbestimme können nicht jetzt passend zur Wahl plötzlich die Lösung aller Probleme gefunden haben und sei entsprechend unglaubwürdig. Dass er damit im Umkehrschluss die Führungsstärke von Angela Merkel loben könnte dürfte im allgemeinen Tumult um Steinmeiers Pläne weder ihm noch dem interviewenden Journalisten aufgefallen sein.

Welches Programm hat eigentlich die CDU?

Während also alle einmütig auf dem bis auf die Überschrift unbekannten Plan der SPD herumhacken könnte sich vielleicht aber nicht nur bei mir die Frage einschleichen – welches Programm haben denn eigentlich die anderen Parteien, für was stehen FDP, Grüne, Die Linke und nicht zuletzt die CDU? Hat sich irgendjemand in diesen Parteien die Mühe gemacht irgendetwas Neues zu den bereits bekannten Stereotypen des eigenen Programms aufzunehmen? Meines Wissens nicht. Außer vielleicht, dass die CDU derzeit die FDP in Fragen der Steuererleichterungen überbietet. Sonst ist alles beim alten – die Grünen wollen mehr Öko in Wirtschaft und Handel, Die Linke mehr Steuern für alle und die FDP mal wieder die Wirtschaft entlasten.

Schon aus diesem Grund sollte der Aufschrei der Entrüstung auch als ein Zeichen des gegnerischen Respekts gedeutet werden dürfen. Immerhin hat da wirklich einer Gedanken geformt, sie zu Papier gebracht und eine Vision entwickelt. An inovativen Visionen für ein besseres Deutschland hätten andere sicherlich auch gut getan.

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Aug 01 2009

Teuerungsrate wird zu Billigerungsrate

Published by admin under Aktuelles

Erstmals seit 22 Jahren sind in Deutschland die Verbraucherpreise gefallen. Dies stellten zumindest die dafür zuständigen Statistiker in deutschen (Statistisches Bundesamt) und europäischen Statistikbehörden (Eurostat) fest. Mit einem Preisrückgang von 0,6% wurde erstmals seit 1987 ein allgemeiner Preisrückgang des Deutschen Warenkorbs festgestellt, der aber – so begründen das die Herren der Zahlen – im Wesentlichen durch die stark gefallenen Rohstoffpreise verursacht wurde. Hier trete ein vorrübergehender Effekt ein, der für die Wirtschaft aber nicht bedrohlich sei (Stichwort Deflation).

Ähnliche Tendenzen werden derzeit auch in anderen europäischen Staaten gemessen. So fielen die spanischen Verbraucherpreise gegenüber Vorjahr um 1,4  Prozent und die italienischen im Vergleich zu Juli 2008 um 1,2 Prozent.

Urlauber werden vor Preisrückgang verschont

Um allen hoffenden Urlaubern diesen Zahn zu ziehen: Es handelt sich hierbei um einen Verbraucherpreis-Rückgang. Touristen verschont man, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, großzügigerweise von einem Rückgang der Preise.

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