Archive for Juli, 2009

Jul 31 2009

Hohe Nachfrage nach Privatkrediten

Published by comment under Geld & Vermögen

Während Unternehmen aufgrund der deutlich eingeschränkten Kreditvergabepraxis vieler Banken teils erheblich Probleme bei der Refinanzierung und Liquiditätssteuerung haben, erfreuen sich Privatkredite – bei Banken wie auch Bankkunden – großer Beliebtheit

Rund 20 Prozent mehr Konsumkredite haben Banken alleine im ersten Halbjahr 2009 an Privatkunden vergeben teilte jetzt die Schufa (Schutzgemeinschaft Für Allgemeine Kreditsicherung) in Wiesbaden mit. Vor allem die von Elektronikmärkten bevorzugte Variante der Null-Prozent-Finanzierung und der von der Bundesregierung bezuschusste Neuwagenkauf (Abwrackprämie) machen sich deutlich in der Nachfrage nach Krediten bemerkbar.

Gegenüber Vorjahreszeitraum reichten Banken bei der für die Bonitätseinschätzung der Bundesbürger zuständigen Schutzgemeinschaft im ersten Halbjahr 2009 mit 5,1 Mio. im ersten und 4,5 Mio. im zweiten Quartal deutlich mehr Anfragen auf Bonitätsprüfung ein als noch im Jahr 2008 (ca. 4 Mio. pro Quartal).

Gute Wirtschaftslage der Vergangenheit verbessert Bonität vieler Bürger

Dass diese Anfragen überwiegend positiv beurteilt und von der Bank dann auch zu Krediten umgewandelt würden, liegt vor allem an den guten letzten Wirtschafts-Jahren, die geprägt waren von steigenden Einkommen und fallender Arbeitslosigkeit. Dies hat die Bonität weiter Teile der Deutschen Bürger verbessert und führt jetzt im Abschwung zu einer vergleichsweise lockeren Kreditvergabepraxis der Banken, die sich allerdings der Tatsache bewusst sind, dass bei den jetzt vergeben Krediten höhere Ausfallrisiken bestehen als in den letzten Jahren. Die Wende am Arbeitsmarkt wird spätestens 2010 kommen und mit ihr der Jobverlust und der Ausfall der Ratenzahlungen des Schuldners.

Kredit-Ausfallquote liegt bei rund 2 Prozent

Allerdings gelten Deutsche Kreditnehmer als gute Kreditnehmer. Mit einer Ausfallquote von nur zwei Prozent in guten wie auch wenigen guten Jahren ist das Risiko für Banken vergleichsweise gering – auch wenn man das nicht so recht glauben mag, hat man mal versucht einen günstigen Ratenkredit bei einer Bank der eigenen Wahl zu bekommen.

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Jul 30 2009

Gefühlte 50 Prozent Vermögen verloren

Published by admin under Bankenkrise

 

Jetzt da immer mehr Fachleute die Ansicht teilen, dass der freie Absturz der Weltwirtschaft in ein sanftes Dahingleiten übergegangen ist beginnen die auch die Statistiker außerhalb der Banken die tatsächlichen und gefühlten Schäden zu beziffern. Während sich ein Bundestagsausschuss öffentlichkeitswirksam um die Geschehnisse der HypoRealEstate Bank bemüht und Deutsche Bank Chef Ackermann nicht ohne die ihm eigene Selbstsicherheit Aussagen über das verhalten einzelner Politiker tätigt kümmern sich andere um das wirkliche Befinden der Bürger.

Eine der jetzt veröffentlichten Studien, welche im Auftrag des Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) erstellt wurde, beschäftigt sich mit gefühlten und tatsächlichen Vermögens-Verlusten der Deutschen. Im Auftrag des DIA wurden zehn typische Haushalte befragt, welche über ein repräsentatives Altersvorsorge-Portfolio verfügen, was einen Rückschluss auf rund 80 Prozent der deutschen Haushalte zulasse (sagt das DIA).

Jeder Fünfte beklagt gefühlte 50 Prozent Vermögensverlust

Der Deutsche an und für sich ist für seinen Pessimismus ja durchaus bekannt. Deshalb scheint es auch wenig überraschend, das rund 20 Prozent der Befragten der Meinung waren mehr als die Hälfte ihres Vermögens durch die Wirtschaftskrise eingebüsst zu haben. Das ist – zumindest hat man diese Feststellung im DAI getroffen – grundlegend falsch. Auch wenn Aktien und andere Wertpapiere an Wert verloren haben, so stellen sie doch nur einen kleinen Teil des eigentlichen Vermögens dar. Wer über Immobilienbesitz verfügt oder – wie die meisten – über einen Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung verfügt, der hat genau genommen gar keinen Verlust erlitten, da Deutschland von der Immobilienblase kaum betroffen war und die Renten – hier passt der Ausspruch wirklich – sicher sind.

Der durchschnittliche Verlust, so hat man es beim DIA berechnet, beträgt zwischen 3 und 7 Prozent, was einem Rückgang auf das Niveau von 2006 entspricht und genau genommen keiner Katastrophe sondern eher einem finanziellen Dämpfer entspricht.

Trotz aller Entwarnung kann ich mich persönlich der Krisenstimmung der letzten Monate nicht entziehen – gefühlt ist mein Vermögen um mehr als 3 bis 7 Prozent geschrumpft. Genauer nachrechnen mag ich es lieber nicht …

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Jul 29 2009

Schumacher rein, Schmidt und BMW raus

Published by Jan under Automobil

Diese Woche steht zweifelsohne im Zeichen des Dienstwagens. Nicht nur, dass der (noch) amtierenden Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung ebenjener im Spanienurlaub abhanden gekommen ist und sie damit (wahrscheinlich) ihren Einzug in das Steinmeier’sche Schattenkabinett gekostet hat, auch die beiden für BMW in der Formel 1 startenden Nick Heidfeld und Robert Kubica werden – soviel ist seit heute klar – ihren Dienstwagen zum Ende der Saison abgeben müssen.

Ein Strategiewechsel des „Freude am Fahren“ BMW-Vorstands besiegelte reichlich überraschend (wer Motorsport Direktor Mario Theissen bei der Pressekonferenz beobachtet konnte förmlich fühlen wie das an ihm nagte) das Ende des BMW Formel 1 Engagement. Die Bayerischen Motorenwerke werden die eingesparten Millionen (etwa 230 davon sollen es sein) in die Entwicklung neuer umweltfreundlicher Antriebstechniken investieren und damit die Innovationskraft des Unternehmens demonstrieren.

Wo wir grade bei demonstrieren sind – dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört und die jungen Wilden um Sebastian Vettel und Lewis Hamilton auch nur Auto fahren kann Michael Schumacher ab dem 23. August demonstrieren. Dann nämlich wird er das Ferrari Cockpit von Felipe Massa übernehmen, der nach seinem schweren Rennunfall welchen er beim Großen Preis von Ungarn erlitt, in dieser Saison wahrscheinlich keine Rennen mehr fahren wird.

Ob das eine gute Idee ist oder er ebenso hinterher hoppelt wie Lance Armstrong bei der diesjährigen Tour de France (okay Platz 3, aber was ist das schon für einen 7-fachen Tour-Sieger?) werden die nächsten Rennen in Spanien (Valencia, 23.08) und Belgien (Spa / Francorchamps, 30. August) zeigen.

Sollte das in Valencia wider Erwarten nicht so gut klappen könnte er aber immerhin den Dienstwagen von Frau Schmidt zurück nach Deutschland überführen. Den hatten die Diebe einfach in der Nähe des Diebstahl-Ortes (Denia, ca. 100km von Valencia entfernt) stehen lassen, nachdem Ihnen aufgefallen war welch prominentes Vehikel sie entwendet hatten.

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Jul 23 2009

Tagesanleihe fast zinslos – Wechsel zu Tagesgeldkonto?

Published by admin under Geld & Vermögen

Günter Schild sieht in diesen Tagen ziemlich alt aus. Das ist – zugegeben – bei der für die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH auftretenden Schildkröte beabsichtig, allerdings erscheint die Redewendung angemessen angesichts eines aktuellen Zinssatzes von – wohlgemerkt pro Jahr – 0,22 Prozent.

Schuld an dem Niedrigzins ist die EZB, die den Leitzins in den vergangenen Monaten auf immer neue Rekordtiefstände gesenkt und somit den davon abhängigen Eonia-Zins auf Talfahrt geschickt hat. Niedriger Leitzinsen und ausreichende Liquidität senken die Nachfrage nach Kapital und lassen entsprechend den „Übernacht-Zinssatz“ der EZB auf einem sehr niedrigen Niveau verharren, von welchem die Kunden der Tagesanleihe noch einen weiteren Abschlag hinnehmen müssen, so dass für sie letztendlich kaum noch Zinsen überbleiben.

Wechsel zu Tagesgeldkonto bringt mehr Zinsen

Wer keine Zinsen für sein Guthaben bekommt, sucht sich früher oder später eine andere Geldanlage. So funktioniert Wirtschaft im Allgemeinen und so funktioniert vor allem der Konkurrenzkampf um den Tagesgeldkonto Kunden im Besonderen.

Hier bieten die besten Angebote je nach Sicherheitsempfinden des Anlegers derzeit zwischen 3 Prozent (Bank of Scotland) und  2,75 Prozent (1822direkt / Netbank) Zinsen. Letztere bieten diesen Zinssatz aber als Neukunden Angebot und beschränken die Zins-Laufzeit aus diesem Grund auf bis zu 6 Monaten. Anders als bei der Bank of Scotland gehören aber beide Banken dem Sparkassen-Verbund an, d.h. die Einlagensicherung ist bei beiden Instituten von der Zahlungsfähigkeit des Sparkassenverbundes abhängig, welcher sich wiederum überwiegend in kommunalem oder städtischem Besitz befindet. Das heißt also auch wenn die EU die Haftung von Bund und Land für Sparkassen eingeschränkt hat, stehen hinter beiden Direktbanken starke Finanzierungspartner, die im Zweifelsfall für die Einlagensicherung herangezogen werden können.

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Jul 17 2009

Netbank hebt Tagesgeld Zins auf 2,75 Prozent

Published by comment under Geld & Vermögen


Irgendwie schafft es die Netbank immer ein gutes Angebot zu haben und es niemanden merken zu lassen. Oder vielleicht bin ich auf dem Netbank Ohr auch taub, ich weiß es nicht so recht. Tatsache ist jedoch, dass die Netbank mit dem giroLoyal mittlerweile das bestverzinste Girokonto inkl. Tagesgeldkonto im Angebot hat. Bei reinen Tagesgeldkonten ist nur die Bank of Scotland mit 3 Prozent Zinsen ein klein bisschen besser, bei Girokonten war man lange auf einem Niveau mit der DKB (Deutsche Kreditbank), die aber mit 2,55 Prozent auf dem Kreditkartenverrechnungskonto derzeit das weniger gut verzinste Girokonto im Angebot hat. Eigentlich sollte es also keine Hemmungen mehr geben ein solches Konto zu eröffnen, machen, macht es nach meinem Empfinden trotzdem keiner, warum eigentlich?

Kontoführung kostenlos und 2,75% Zinsen obendrauf

Die Rahmendaten können sich auf jeden Fall sehen lassen, mit kostenloser Kontoführung, weltweit gebührenfreier Bargeldabhebung am Automaten, kostenlosen Daueraufträgen, kostenlosen Überweisungen und einem Tagesgeld Zins von 2,75 Prozent (bis 50.000 Euro Einlage, nur für Neukunden in den ersten 6 Monaten) bietet dieses Konto alles was es muss und das kostenlos – und sogar für die sonst eher (also in diesem Fall zumindest) benachteiligte Bevölkerungsgruppe der Selbstständigen und Freiberufler.

Irgendwie scheint man bei der Netbank eine Selbstanalyse durchgeführt zu haben und dabei „mangelndes Vertrauen“ als Ergebnis gefunden zu haben. Vielleicht erdachte man deshalb die „No-Risk-Garantie“, welche noch mehr Sicherheit Online-Banking verspricht.

Sollte ein Netbank Kunde dies hier lesen, so möge er doch einfach mal seine Erfahrung mit der Bank im Kommentar hinterlassen, ein einfaches gut! könnte das Zögern vielleicht überwinden helfen :-)




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Jul 14 2009

Heute ist Steuerwende – ab 8:42 Uhr im Netto

Published by comment under Aktuelles

Auch heute, am Tag der Brutto-Netto-Wende wieder mal ein Beitrag aus der Kategorie nutzloses Wissen. Da Nutzloses ja häufig besonders interessiert (Gala-Leser dürfen sich an dieser Stelle gerne angesprochen fühlen) ein kurzer Ausflug in die sonst so wenig emotionale Welt der Statistik.

Heute am 14. Juli 2009 ist um 8:42 Uhr der Zeitpunkt der Steuernetto-Wende erreicht. D.h. Ab diesem Zeitpunkt sind rein rechnerisch alle Steuern die ein Staat innerhalb eines Jahres von seinen Bürgern vereinnahmt abgeleistet, alles was ab jetzt verdient wird, wäre rein kalkulatorisch Netto-Einkommen, wenn man bis zum heutigen Tag alle Einkünfte komplett an den Staat abgetreten hätte.

Da das natürlich nirgendwo der Fall ist, merken die Allerwenigsten, dass die Einkünfte von mehr als einem halben Jahr ausschließlich der Finanzierung der Gemeinschaftskasse, genannt Bundeshaushalt, dienen. Damit werden nicht nur Harz IV, Gesundheits- und Rentensystem finanziert, sondern auch ganz nebenbei auch noch ein paar Bankenbürgschaften übernommen und Autohersteller gestützt.

Da das alles unserem Gemeinwohl zuträglich ist und dazu beiträgt die Zukuft unserer Gesellschaft zu sichern, beschwert sich – abgesehen vom Bund der Steuerzahler – so gut niemand. Warum auch, an der Stelle scheint es derzeit wirklich Spielraum für Änderungen zu geben, auch wenn uns das vor der Wahl keiner sagen mag.

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Jul 13 2009

Clement fordert Abschaffung des Renteneintrittalters

Published by admin under Laut Nachgedacht

Würde es die Herren Clement und Steinbrück nicht geben, wäre nicht nur die Deutsche Politik um zwei Typen ärmer, sondern auch die SPD eine deutlich langweiligere Partei. Gut, Wolfgang Clement ist mittlerweile aus der Partei ausgetreten und Steinbrück wird wahrscheinlich nach der nächsten Wahl keine entscheidende Rolle mehr spielen, aber dennoch werden Medien immer dann zu einem der beiden kommen, wenn eine kontroverse Meinung gefragt ist.

Dies ist auch in diesen Tagen wieder der Fall gewesen. Während Steinbrück völlig unbedarft seinem Arbeitsminister Parteigenossen Scholz und dessen gefeierter Rentenanpassung in die Parade gefahren ist, meldet sich Clement mit dem Vorschlag man möge das gesetzliche Renteneintrittsalter komplett abschaffen zu Wort.

Bevor sich an diesem Montag die SPD gesammelt gegen diesen Vorschlag wenden wird und wieder die alten Geschichten über den undankbaren Parteigenossen ausgepackt werden, bevor die FDP als freiheitsliebende Partei Beifall klatschen und die Kanzlerinnen-Partei ob der Unsicherheit was das Volk wohl dazu denken und wie der Koalitionspartner das finden könnte sich zunächst einmal des Wortes enthält möchte der Autor an dieser Stelle seine völlig unmaßgebliche Meinung loswerden: Danke, Wolfgang Clement. Lassen wir doch die Arbeitnehmer selbst entscheiden wann es Zeit ist in den Ruhestand zu gehen. Was spricht denn dagegen, jemanden der weiter arbeiten möchte zwangsweise aus seinem Job zu entfernen? Und was spricht dagegen jemanden, der keine Lust mehr auf seinen Job hat – mit entsprechend verminderten Bezügen - in den Ruhestand gehen zu lassen?

Eine Behörde, die 25-Jährigen einen Brief zur aktuellen Rentenhöhe schicken kann, kann auch Auszahlungen der Rente in der genannten Höhe vornehmen. Was genau sollte die Gesellschaft dagegen haben – und warum?

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Jul 13 2009

Schnellschätzung sieht unteres Ende der Wirtschaftstalsohle

Published by admin under Bankenkrise

Positive Nachrichten kommen in diesen Tagen aus dem Bundeswirtschaftsministerium, dort sieht – als Ergebnis einer Schnelleinschätzung – die Talsohle des Abschwungs gekommen. Diese wahrscheinlich grob über den Daumen gepeilte Schätzung stützt sich auf den Wirtschaftsdaten der Monate März bis Juni, wobei der Juni noch nicht einmal komplett ausgewertet worden ist, die Zahlen also lediglich auf einer Hochrechnung basieren.

Mit einem Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vormonat weist der Monat Mai den stärksten Auftragseingangs-Zuwachs seit zwei Jahren aus und könnte damit so etwas wie eine Trendwende einläuten. Die Industrieproduktion, so wird berichtet, konnte ebenfalls ein Plus von 5,1 Prozent verzeichnen, was weiteren Anlass zur Hoffnung (nicht Freude) geben könnte.

Auch der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) wertet die Ergebnisse des Monats Mai positiv, so deuteten nach Aussage des Hauptgeschäftsführers Schnappauf, die letzten Zahlen auf eine Stabilisierung der Exporte auf niedrigem Niveau hin.

Wie andernorts nachzulesen ist befinden sich derzeit rund 1,3 Mio Arbeitnehmer in Kurzarbeit, eine Verbesserung der Situation ist also dringend notwendig, sollen die im September kommenden Bundestagswahlen nicht zu einem Freudenfest der extremen Parteien linker wie auch rechter Gesinnung werden. Vielleicht werden auch deshalb bereits jetzt die eigentlich frühestens für August erwarteten Zahlen des Statistischen Bundesamtes durch das Bundeswirtschaftsministerium ausgeplaudert. Nichts ist in einer Krise so wichtig wie Arbeitgeber anzuspornen und gute Stimmung für neue Innovationen und Arbeitsplatzerhaltung zu verbreiten.

Arbeitnehmer dagegen haben derzeit landauf und landab eher den unmittelbaren Jobverlust vor Augen – hört man sich im Bekanntenkreis um, bekommt man schnell den Eindruck, dass derzeit noch mehr Unternehmen kurz vor dem Abgrund stehen, als dies ohnehin schon öffentlich nachlesbar ist.

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Jul 11 2009

Katar stützt Porsche

Published by admin under Aktuelles

Wenn zwei sich streiten freut sich manchmal ein dritter. Im Fall Familie Porsche gegen Piëch könnte das der Staatsfonds des Emirates Katar sein, der scheinbar 5 Mrd. Euro für einen Anteil an der Porsche Holding aufbringen möchte. Auf einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates soll Medienberichten zufolge am 23. Juli über den Vorschlag, der zwischen Porsche Vorstand Wiedeking und den Vertretern des Staatsfonds ausgehandelt wurde, beraten werden.

Trotz absoluter Geheimhaltung über den Inhalt des Aufsichtsratstreffens sind bereits erstaunlich viele konkrete Details öffentlich geworden. So scheint der vorliegende Vorschlag eine Kapitalaufstockung der Porsche SE vorzusehen, über die der Fonds Anteile an der Porsche Holding erhalten wird. Im Gegenzug sollen nicht nur Aktien, sondern auch Optionen auf VW Anteile den Eigentümer wechseln, was bedeuten würde, dass das Emirat mit der Kapitalspritze sowohl bei Porsche als auch bei Volkswagen Einfluss bekommen würde. Durch die Kapitalerhöhung der Holding hätte der Autobauer auch das dringendste Problem – das des Liquiditätsengpasses aufgrund des derzeit hohen Verschuldungsgrades – aus der Welt geräumt.

Kapitalaufstockung stellt Kreditwürdigkeit wieder her

Porsche wäre ab sofort wieder kreditwürdig und müsste für die strategische Neuausrichtung des kompletten Konzerns nicht mehr länger auf den guten Willen und die Zustimmung aller Porsche-Familienangehörigen hoffen. Damit wäre der Weg frei um sich endlich mit den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise für Porsche und Volkswagen zu beschäftigen, den eines dürfte allen Beteiligten klar sein: Auch bei einem gemeinsamen Konzern werden die Absatzeinbrüche solange weiter an der Substanz nagen, bis eine gemeinsame, neue Richtung gefunden worden ist. Welche Rolle die Vertreter der Familie Piëch dann noch spielen werden steht auf einem anderen Blatt. Aber so ist das eben, wenn sich zwei streiten.

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Jul 08 2009

700 Mio Zuseher und 509 Mrd neue Schulden bis 2013

Published by admin under Aktuelles


An große Zahlen haben wir uns in der globalisierten Welt ja mittlerweile gewöhnt. So verwundert es kaum jemanden, wenn  die E.ON Ruhrgas AG und GDF Suez SA Kartellstrafen in einer Höhe von 553 Mio. Euro berappen sollen, weil sie sich den europäischen Gasmarkt im Zuge eines Pipeline-Baus aus dem Jahr 1975 (!) untereinander aufgeteilt haben. Die Europäische Kommission zeigt sich unbeirrbar, egal wie weit der Anfang der Wettbewerbsverzerrung in der Vergangenheit liegt.

700 Mio. Zuschauer folgen Jackson Trauerfeier

Auch eine große Zahl hat die Jackson Familie mit der Bestattungs-Feier des kürzlich verblichenen Michael erreicht. Rund 700 Mio. Menschen sollen der Trauerfeier via Internet und TV gefolgt sein, was mehr oder weniger 12 Prozent Marktanteil an der Weltbevölkerung betragen würde. Was auch immer man über Michael Jackson denken und wie die Musik auch in den eigenen Ohren klingen mag, dieser Zuspruch ist ein klares Statement für einen ebenso beliebten wie polarisierenden Künstler, der Menschen bewegt hat. Ein King of Pop eben, der diesen Titel absolut zu Recht getragen hat.

Mit 509 Mrd. neuen Schulden bis 2013 über die 2.000 Mrd. Schuldengrenze

Die größte Zahl des Tages ist leider fast so traurig wie das Ableben von Michael Jackson. Es handelt sich dabei um nicht weniger als die durch den Finanzplanungsrat verkündete und damit offiziell bekannt gegebene Neuverschuldung der Bundesrepublik Deutschland nebst seinen Städten, Gemeinden, Landkreisen und sonstigen Gemeinden. Nicht weniger als 509 Mrd. Euro werden dem Staat bis zum 2013 fehlen, für dieses Jahr werden demnach 112,5 Mrd. Euro Defizit erwartet, für das kommende sogar 132,5 Mrd. Euro. Damit werden nicht nur die EU-Stabilitätskriterien (Maastrich-Vertrag) verletzt, sondern auch die Schulden des Staates bis zum 2013 auf über 2.000 Mrd. Euro steigen, was die Verschuldungsrate des Bundes und der Länder auf über 80 Prozent steigen lassen wird und bei Privathaushalten ganz locker für eine Insolvenz reichen würde. Da der Staat – von Island und einigen baltischen Staaten abgesehen aber nicht Pleite gehen kann, werden die Bürger in den nächsten Jahren tüchtig zur Kasse gebeten werden und – das ist zumindest eine gängige Vermutung –ganz nebenbei das Geldmengenwachstum weiter hochgehalten, was nichts anderes als einer Geldentwertung gleichkommt.
 

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