Archive for März, 2009

Mrz 30 2009

Wirtschaftskrise schafft frei Stellen – Rücktritts-Inflation am Wochenende

Published by admin under Laut Nachgedacht

Die Chinesen wissen es schon lang. Jede Krise birgt die Chance zu etwas Neuem. Damit das auch immer so bleibt, sparte sich die chinesische Sprache ein Schriftzeichen und nutzt für beide, Krise wie auch Chance, dasselbe.

Auch wenn der Westen gegenüber chinesischem Gedankengut (zumindest dem nicht politischen) durchaus aufgeschlossen ist, werden in Krisen selten Chancen gesehen, geschweige denn genutzt. Da hält man besonders gerne an Bewährtem fest, da weiß man wenigstens was man hat, auch wenn es vielleicht nicht ganz so optimal war, wie eigentlich gedacht. Das gilt im Übrigen auch und ganz besonders für die Personalplanung. Besser ein nicht so guter Lenker und Leiter als einer von dem gar nicht genau bekannt ist was er will, was er kann und was er macht.

Nach diesem Wochenende könnte allerdings der Gedanke aufkommen, dass diese Finanz- und Wirtschaftskrise eine solche Kraft entfaltet, dass langsam aber sicher den bisherigen Führungspersonen in Wirtschaft und Politik klar (gemacht) wird, dass sie den zukünftigen Aufgaben nicht mehr gewachsen sind. Die Wirtschaftsordnung und vielleicht mit ihr auch die Weltordnung könnte in wenigen Jahren mit neuem Personal eine andere werden.

Rick Wagoner macht den Weg für General Motors frei(er)

Für den prominentesten Rücktritt des Wochenendes dürfte US-Präsident Obama verantwortlich sein, der offenkundig die Geduld mit der General Motors Geschäftsführung verloren hat. Mit Rick Wagoner verliert der unter finanzieller Not agierende Autobauer seinen Vorstandsvorsitzenden und macht den Weg frei für ein neues Konzept und weiteren staatlichen Hilfen. Ob auch Deutsche Bahn-Chef Mehdorn der aktuellen Attacke zum Opfer fallen wird ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar. Klar scheint aber, dass er zu dem diesmaligen Aufreger tatsächlich nicht viel beigetragen hat und ein möglicher Rücktritt nur als politischer Wille begründet werden kann.

Werner Marnette übernimmt die politische Verantwortung für HSH Nordbank

In der Politik hat sich an diesem Wochenende auch viel getan. Mit Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette findet das Drama um die HSH Nordbank jetzt einen Verantwortlichen. Die landeseigene Bank hat die beteiligten Bundesländer Schleswig Holstein und Hamburg an den Rand des Ruins gebracht, was die Frage offen lässt: Wieso findet sich erst jetzt ein politisch Verantwortlicher? Und warum ausgerechnet einer der wenigen Verantwortlichen, der die fachliche Kompentenz mitbringen könnte das Ausmaß des Ungemach zu erkennen und zu bearbeiten?

Kölns OB Schramma nicht mal im Rücktritt politisch stilvoll

In Köln war Oberbürgermeister Fritz Schramma nicht verantwortlich für den Einsturz des Stadtarchivs, wohl aber für die in der Folge desolate Öffentlichkeitsarbeit und das entstandene Führungsvakuum, welches von Spitzenpolitikern in einer solchen Lage einfach erwartet wird. Während Alpha-Tiere wie „Rudy“ Giuliani (2001, New York) oder Helmut Schmidt (1962, Sturmflut) die Chance im Sinne der betroffenen Menschen und der eigenen Karriere nutzen konnten, war Kölns OB mehr oder weniger dauerhaft auf der Flucht vor Verantwortung. Unter diesem Vorzeichen darf auch gerne die Ankündigung nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten verstanden werden. Verantwortungsvoll wäre es gewesen sofort zu gehen und Platz für jemanden zu machen, der das Amt ausfüllt. Wiederwahl ist übrigens ein schöner Begriff, für einen Oberbürgermeister, der nicht gewählt wurde, sondern durch den Ausfall des gewählten OB dessen Platz übernommen hat.

Die falschen zwei Filme auf Ministers Rechnung

Schlecht gelaufen ist das Wochenende im Übrigen auch für Großbritanniens Innenministerin Jacqui Smith. Die hatte leider die Spesenabrechnung des Hotels nicht so genau geprüft, als dass ihr die Leihgebühren für zwei Pornofilme aufgefallen wären, die der Steuerzahler begleichen durfte. Alles halb so wild war das Statement, war ein Fehler, ihr Berater hat die Filme gesehen. Könnte man vielleicht durchgehen lassen, wäre es nicht ausgerechnet ihr eigener Mann …

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Mrz 29 2009

Tagesgeldzins Angebote ab April deutlich eingeschränkt

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Es ist noch gar nicht lange her, dass Sparer, die ein neues Festgeld- oder Tagesgeldkonto eröffnen wollten die Qual der Wahl hatten. Weniger bei den Zinsen, diese waren bei verschiedenen Banken mehr oder weniger auf ähnlich hohem Niveau, sondern mehr bei den Geschenken, die es zusätzlich zu attraktiven Zinssätzen als Neukundengeschenk obenauf gab. Damit ist spätestens zu Ende des Monats März erstmal Schluss, Ende, aus, vorbei.

Ab April fallen die Tagesgeldzinsen

Natürlich sind Neukunden für Banken nach wie vor eine wunderbare Angelegenheit. Leider haben die verschiedenen Zentralbanken in den letzten Wochen und Monaten Schritt um Schritt das Zinsniveau abgesenkt, so dass Banken die 3 oder sogar 4 Prozent Zinsen ausschütten mittlerweile deutlich drauflegen müssen um das Zinsniveau zu erreichen. So laufen zu Ende März bei verschiedenen Banken die Neukunden Aktionen aus, ohne verlängert zu werden. Nach einer Finanztest Erhebung sind überwiegend ausschließlich ausländische Anbieter betroffen, was allerdings daran liegt, dass sich Deutsche Banken bereits vor einiger Zeit weitgehend aus der Schlacht um den Neukunden verabschiedet hatten.

Advanzia, Cortal Consors, GE Money Bank senken Zinsen

Pünktlich zum Ende des ersten Quartals 2009 laufen verschiedene Neukundenprogramme z.B. bei Advanzia (Extra-Zinsen) oder Cortal Consors (Extra Zinsen + Depotwechsel Bonus) und GE Money Bank aus. Wer sich hier kurz vor Schluss noch extra Zinsen sichern konnte behält diese natürlich bis zum Ende der Aktions-Laufzeit, alle anderer Sparer müssen sich nach neuen Angeboten umschauen.

Auch bei der Bank of Scotland, die zusammen mit der Volkswagenbank zuletzt die Spitze die der Zinsangebote angeführt hatte, wird das Zinsniveau ab dem 01. April anpassen, statt zuvor 4,5% erhalten Tagesgeldkonto Kunden der Bank dann nur noch 3,8% Zinsen.

Ähnlich drastisch sind auch die Änderungen bei verzinsten Girokonten (Kreditkarten) wie z.B. dem DKB Cash Konto. War das kosten DKB Girokonto in den letzten Wochen zu so etwas wie einem Geheimtipp der Tagesgeldkonten Anleger geworden, so sind 3,8% Zinsen auch hier nicht mehr zu halten. Mit einem drastischen Schritt auf 2,5 Prozent Zinsen senkt die DKB die Guthabenzinsen deutlich.

Volkswagenbank lässt Tagesgeldkonto bei 4 Prozent Zinsen

Lediglich bei der VW-Bank steht die 4 vor dem Komma und die 100% bei der Einlagensicherung noch. Allerdings auch nur bis zum 30.06.09, dann wird auch hier eine Anpassung des Zinsniveaus sicherlich nicht mehr länger zu vermeiden sein.

Bis bietet Volkswagenbank  eines der attraktivsten Angebote am Markt, bleibt nur zu hoffen, dass man bei der VW Bank keinen solchen Kundenansturm verzeichnet wie zu Beginn des Jahres bei der Mercedes Bank. Deren Kundenbetreuung unter dem Ansturm der Neukunden ganz einfach zusammenbrach.

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Mrz 27 2009

Die Auswirkungen der Krise erreichen den Arbeitsmarkt

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Auch wenn es vielleicht erst auf den zweiten Blick offenbar wird, die Konjunkturpakete der Bundesregierung haben bislang einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht in vollem Umfang bei den Arbeitnehmern angekommen ist. Während man gemeinhin unter staatlich gestützter Konjunkturbelebung so etwas wie zusätzliche Ausgaben des Staates mit dem Ziel Beschäftigung zu schaffen versteht, wurden in den letzten Wochen große Summen aufgewandt, um Kündigungen zu vermeiden. Kurzarbeit als Konjunkturpaket beruhigt vor allem die Bevölkerung und schafft – das ist absolut richtig – Arbeitgebern ausreichend Zeit die eigene Situation zu analysieren und evtl. neue Kunden, neue Aufträge an Land zu ziehen.

Gleichzeitig verschleiert es aber auch die tatsächliche wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen, da sich der erhoffte Aufschwung nach wie vor nicht am Horizont erkennen lässt. Mit einer Verzögerung von etwa drei Monaten gegenüber einem Zustand ohne Konjunktur-Kurzarbeit-Paket beginnen nun die ersten Unternehmen der Wahrheit ins Auge zu blicken und Arbeitskapazitäten abzubauen.

Leiharbeiter wurden schon gegangen

Nachdem bereits in aller Stille das Heer der Leiharbeiter die Werkshallen räumen musste, trifft es nun Festangestellte. Ob Autohersteller wie VW oder Opel, oder Zulieferer wie Continental, Leoni oder Grammer, sie alle leiden unter dem immensen Nachfrageeinbruch nach Neufahrzeugen (Abwrackprämie hin oder her) und Bauteilen für Neufahrzeuge. Wer hier überleben will hat keine andere Wahl als jetzt die erste große Entlassungsrunde einzuläuten.

Deutsche Verbraucher kaufen tapfer weiter

Für den Moment bleibt die Erkenntnis, dass es scheinbar nicht ausreichend ist, wenn Staaten Milliardensummen zur Verfügung stellen um den Wirtschaftskreislauf am Leben zu halten. Ist den Menschen das Vertrauen in die nahe Zukunft genommen, verlieren sie die Lust am kurzfristigen Konsum. Das eigentlich spektakuläre an der aktuellen Entwicklung ist, dass es diesmal nicht die vielgescholtenen Deutschen Verbraucher sind, deren Konsumstreik das System blockiert.

Diesmal sind es US-Amerikaner ohne festen Wohnsitz, Chinesen ohne westliche Käufer, Osteuropäer die auf die Trümmer ihres eigenen Staatshaushaltes schauen und sich ganz nebenbei fragen wer eigentlich auf die verrückte Idee gekommen ist Privatleuten Kredite in Fremdwährungen zu finanzieren.

Kurz gesagt, die Auswirkungen der Globalisierung treffen in diesen Monaten ganz besonders hart diejenigen, die in den letzten Jahren am meisten davon profitiert haben.

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Mrz 20 2009

Immobilien und Gold statt Anleihen

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Sollte zufällig jemand außer mir die Zusammenfassung der Börsenwoche vor der ARD Tagesschau (ARD Börse im Ersten) gesehen haben, wird er vielleicht meine Verwunderung teilen und jetzt gemeinsam mit mir den Kopf schütteln, oder auch nicht. Diese Woche, so konnten wir zur besten Sendezeit sehen und hören, brachte vor allem eines – viel frisch gedrucktes Geld aus den USA. Die, so wurden wir aufgeklärt, haben das gedruckt, damit sie mit dem neuen Geld die alten Schulden begleichen können. Gut, oder besser schlecht sei das für die übrige Welt, denn die hätten ja die US-Staatsanleihen gekauft, die jetzt mit dem neuen Geld, welches weniger wert ist als das alte Geld wieder von den USA quasi gegen neue Staatsanleihen getauscht werden, welche jetzt allerdings weniger Zinsen bringen, da der Zentralbankzinssatz ja bei knapp über Null liege.

Im Plauderton zur Sachwerte-Empfehlung

 Während man dem geneigten Zuschauer also im Plauderton erklärte, was in den letzten Tagen passiert ist und welche Auswirkungen dies konkret haben wird, zog die Redakteurin den Bogen geschickt auf den finalen Punkt und erklärte kurzerhand, dass es also Inflation geben wird. Mit welchem Ausmaß der Privatanleger rechnen muss, wurde dabei gar nicht erst erwähnt, da just in diesem Moment der eigens herbei geeilte ARD-Experte befragt wurde: „Was machen unsere Zuschauer denn nun um sich gegen die Auswirkungen der Inflation zu schützen?“. Die Antwort (sie mag in ihrer Knappheit der kurzen Sendezeit geschuldet sein) lautete „Keine Staatsanleihen, sondern Sachwerte wie Immobilien und Gold kaufen“. Während in meinem Kopf noch die Worte nachschwangen muss sowohl der Redakteurin, wie auch dem Experten aufgefallen sein, dass man sich aktuell innerhalb der Börse Frankfurt befindet und dies nicht das passende Schlusswort zu einer Börsenwoche sein kann, also legte der Experte – nach einer gefühlt etwa eine Mikrosekunde zu langen Redepause – eilendes nach „und natürlich Aktien, denn die Unternehmen würde ja, wenn mehr Geld da ist auch wieder mehr investieren und verdienen, deshalb steigen die Preise für Aktien.“

Gold kaufen – Kann das wirklich eine Empfehlung sein?

„Aha“ dachte ich noch und schon kam die Schalte zur Werbung einer Versicherungsgruppe, die mittlerweile aus so vielen Versicherungen besteht, dass die Logos kaum noch in lesbarer Größe auf den Fernseher passen. „Aha“. So schlecht steht es also um die Wirtschaft tatsächlich, dass der ARD-Börsenexperte Gold zum Kauf empfiehlt.

Während ich das noch auf mich wirken lasse, stellt sich fast die Frage – sollte kurz-nachgedacht.de sich dem Trend fügen und die Tagesgeldrubrik zu Gunsten einer Gold & Sachwerte Rubrik einstampfen? Interessiert es überhaupt noch jemanden, wie hoch die Zinsen auf Tagesgeldkonten eigentlich sind?

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Mrz 19 2009

Goldminen statt Hedge-Fonds

Published by admin under Bankenkrise

So ändern sich die Zeiten, anstelle hochkomplexer Finanzderivate kehren jetzt auch Hedge-Fonds Manager wieder zu den Ursprüngen zurück. Mit John Paulson geht, wie jetzt bekannt wurde, einer der bekanntesten US-Amerikanischen Hedge-Fonds Manager unter die Goldgräber. Für die Summe von 1,29 Mrd. US-Dollar sicherte sich seine Firma Paulson & Company rund 11 Prozent des in Südafrika beheimateten Goldproduzenten Anglogold Ashanti. Das nach Ansicht von Paulson gut geführte und derzeit unterbewerte Unternehmen ist damit bereits die zweite Goldminen Anschaffung des Hedge-Fonds Managers nach der kanadischen Kinross Gold.

Schon merkwürdig, wie schnell sich Anlageinteressen ändern können. Galten vor wenigen Monaten noch Unternehmen wie die Deutsche Börse als Reinkarnation des perfekten Unternehmens, so zieht es sie Anlageprofis jetzt wieder hinaus in die Landschaft um sich mit neuen Werten einzudecken.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und irgendwelche Zusammenhänge mit der neuerlichen US-Notenbank Intervention sieht? Bestimmt alles von langer Hand vorbreitet … klar.

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Mrz 18 2009

Eine Billion USD für die Wirtschaft

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Sie haben sich auch an große Zahlen gewöhnt? Dann sind diese Fakten sicherlich nicht neu für Sie. Eine Billion (nicht Billionen wie ich zunächst vermutete) sieht in Ziffern so aus: 1.000.000.000.000.

Diese Menge Geldes bestehend aus 500-€-Scheinen entspricht (der Dank gilt hier der Wikipedia Community), einer aufgestapelten Papiermenge welche in einer Höhe von etwa 210 Kilometern in der äußersten Atmosphärenschicht, der Thermosphäre, endet. Hier ist die Luft mittlerweile sehr dünn geworden und erhitzt sich Dank der intensiven Sonneneinstrahlung auf bis zu 1700 Grad.

 Die Fed gibt neues Geld für alte Anleihen

Aber zurück zum Thema, wie die US-Notenbank (Federal reserve – „Fed“) heute bekannt gab, stellt man 1 Billion USD zur Verfügung um den Wirtschaftskreislauf weiter in Gang zu bringen. Diese Summe wird dazu genutzt um lang laufende Staatsanleihen aufzukaufen und somit den langfristigen Zinssatz zu verringern. Durch langfristig niedrige Zinsen soll die Bereitschaft von Unternehmen und Banken gesteigert werden wieder Investitionen vorzunehmen und somit den Wirtschaftskreislauf wieder in Schwung bringen.

Da sich sehr wahrscheinlich spontan niemand finden wird, der neue niedrig verzinste US-Staatsanleihen in dieser Menge kauft, damit mit den erzielten Einnahmen alte Staatsanleihen aus dem Wirtschaftskreislauf entnommen werden können, druckt die US-Notenbank das neue Geld kurzerhand selbst. Der Ankauf eigener Anleihen ist ein bislang einmalig in der Wirtschaftsgeschichte und lässt erahnen wie miserabel es wirklich um das weltweite Finanzsystem steht, wenn staatliche Eingriffe in dieser Größenordnung vorgenommen werden um die Stabilität des Systems zu garantieren.

Zusätzlich 750 Mrd. USD für hypothekenbesicherte Wertpapiere

Zusätzlich zu der eine Billion für US-Staatsanleihen stellt die Fed weitere 750 Mrd. USD für den Ankauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren zur Verfügung, was eine Ausweitung des Programms auf 1,25 Billion USD entspricht und die Summe des frisches Geldes auf dann 2,25 Billionen USD ausweitet.

Die im Zuge der durch die Geldmengenausweitung unweigerlich steigenden Inflationsgefahren stiegen die Preise für werthaltige Edelmetalle wie z.B. Gold und Silber um bis zu 2 Prozent gegenüber dem Vortag. Ähnlich positiv reagierten die Aktienmärkte auf die Entscheidung der Fed, so ging der Dow Jones mit +90 Punkten aus de Handel; der DAX verzeichnete in seinen letzten Handelsminuten einen beeindruckenden Aufschwung.

Wie geht es jetzt weiter?

Welche folgenden kann oder wird ein solcher Eingriff der Fed auf die weltweiten Märkte haben? Eine zunehmende Anzahl von Fachleuten sehen den Zusammenbruch des Systems erstmal abgewendet. Der Preis für das heftige Gegenwirken – so wird spekuliert – ist allerdings eine schnell steigende Inflation, die spätestens 2010 bei den Bürgern weltweit ankommen wird.

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Mrz 16 2009

Rentenerhöhung als Konjunkturprogramm

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Während die Preise an Zapfsäulen und in den Lebensmittelmärkten fallen, steigend die Einkommen. Nicht nur die Arbeitnehmer freuen sich über teils deutliche Lohn- und Gehaltssteigerungen, auch Ruheständler dürfen sich jetzt als Teilnehmer des Konjunkturpakets fühlen. Ihre Einkünfte werden netto um 2,4 Prozent im Westen und um 3,3 Prozent im Osten Deutschlands steigen. Verstärkt wird der Effekt durch eine gleichzeitige Senkung des Krankenversicherungsbeitrags, welcher zu Beginn des Jahres auf einheitliche 15,5% angehoben worden war. In der Summe sollen auf diesem Weg rund 5,6 Mrd. Euro zusätzliche Kaufkraft an den Rentner gebracht werden.

Deutliche Steigerung durch Aussetzen des Riester-Faktors

Ein bisschen in den Hintergrund tritt dabei zwar die längst eingeführte aber bislang immer noch weitgehend unbekannte Besteuerung der Altersrenten, welche die steigenden Alterseinkünfte auch gleich wieder mindern, aber in einem Wahljahr nimmt man es auch in Regierungskreisen nicht so super genau mit der Interpretation der Fakten. Vor allem dann nicht, wenn die beiden größten Parteien eine gemeinsame Regierung stellen, die mit der Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors (Riester-Faktor) dazu beigetragen haben, dass eine Rentenerhöhung in dieser Größenordnung überhaupt möglich wurde.

Eine durchschnittliche West-Rentnerin erhält 468 Euro Altersrente

So richtig üppig lässt es sich als Ruheständler ohnehin nicht leben, erhält ein durchschnittlicher männlicher Rentner im Westen 967 Euro reduziert sich der Betrag sogar auf deutlich weniger für eine durchschnittliche West-Rentnerin. Dieser bleiben gerade einmal 468 Euro an monatlichen Bezügen. Auch die Generation 55+ hat wenig Grund sich auf eine goldene Rentenzukunft zu freuen. Durch die Anpassung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre (63 Jahre) und das Auslaufen der Altersteilzeit-Regelung, welche in diesem Jahr letztmalig genutzt werden kann, werden die Ruhestandszeiten sicherlich keine ruhig & sorglos Zeiten werden.

Aber so sind wir Deutschen eben, anstatt in diesem Moment uns über eine messbare Anhebung der Bezüge zu freuen, sehen wir schon wieder das Gewitter am Horizont.

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Mrz 07 2009

Festgeld mit 4,4% Zinsen Jubiläumsangebot Bankgesellschaft von Essen

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Jubiläen bieten immer einen willkommenen Anlass um sich bei Kunden mit einem besonderen Angebot wieder in Erinnerung zu bringen. Während z.B. Mediamarkt in regelmäßigen Abständen neue besondere Anlässe herauskramt um die nächste Sonderangebotsaktion mit einem passenden Grund zu kommunizieren, hat die Bank von Essen tatsächlich einen runden Geburtstag, der als Anlass für die 4,4% Festgeld Offerte dienen kann.

40 Jahre Bankgesellschaft von Essen – 4,4% Zinsen auf Festgeld

Das in Essen beheimatete Bankhaus feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag und nutzt das reife Alter um auf neue Kunden zuzugehen und diese für die Bank zu gewinnen. Wer sich jetzt ein bisschen verwundert fragt, warum ausgerechnet eine lokale Bank mit einem solchen Angebot bundesweit auf Kundenfang geht, der sollte einen kleinen Blick in die Unternehmensgeschichte werfen. Seit dem Jahr 2000 gehört die VON ESSEN Bankgesellschaft zu dem niederländischen Fortis-Konzern, welcher sich bereits seit längerem intensiv um Deutsche Kunden bemüht. Vor allem im Bereich der Ratenkredite hatten sich Erfolge eingestellt, wenn auch nicht genug um das in Deutschland aufgebaute Filialnetz aufrecht zu erhalten.

Warum sich Fortis erst Mühe gibt den eigenen Namen bekannt zu machen und dann doch die Von Essen Bank vorschickt erscheint im Hinblick auf die aktuelle Finanzkrise fast logisch – unterliegt Fortis der niederländischen Einlagensicherung, welche vorübergehend auf 100.000 Euro pro Anleger angehoben wurde, so kann die Von Essen Bankgesellschaft aus dem Vollen, sprich dem deutschen Einlagensicherungsfonds, schöpfen. Darüber hinaus argumentiert Fortis durch die Von Essen Bankgesellschaft mit der durch die Bundesregierung gegebenen Garantie, alle Sparanlagen der Bundesbürger zu schützen.

100 % Einlagensicherung aber 4 Jahre Laufzeit

Der Fortis-Umweg über die Deutsche Einlagensicherung schafft also Vertrauen. Im nächsten Schritt muss allerdings auch das Angebot stimmen, was bei einer Zinshöhe von 4,4% (passend zur 40-Jahre-Feier) ja eigentlich der Fall ist, wenn da nicht die Laufzeit von 40 Monaten wäre. Somit ist das eigentlich gute Angebot dann doch wieder als mehr oder weniger mittelmäßiges Angebot enttarnt. Bei einer Festgeld Laufzeit von über drei Jahren bieten auch andere Banken ein solches Angebot. Bei der Credit Europe Bank (ebenfalls Niederlande) können derzeit für 2 Jahre Festgeld sogar 5,5% Zinsen erzielt werden. Wer also eher überschaubare Beträge bis zu 20.000 Euro anzulegen gedenkt, der sollte einfach mal einen Blick auf die Angebote anderer Banken werfen, so gut wie es auf den ersten Blick scheint, ist das Angebot der Von Essen Bankgesellschaft dann leider doch nicht.

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Mrz 06 2009

Union Invest schaltet bei UniProfiRente in den Leerlauf

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Das Riester-Renten Angebot der Volksbank und Raiffeisenbanken, die UniProfiRente war der fondsgebunde Altersvorsorge Verkaufsschlager der letzten Jahre. Kein anderer Anbieter hat es so gut verstanden die Kunden in den Filialen der Genossenschaftsbanken für das  Sparprodukt zu begeistert, wie Union Investment.

Erst mit Einführung der DWS TopRente bzw. in der Folge der DWS RiesterRente Premium entstand so etwas wie Wettbewerb um den Riester-Fonds Kunden, vielleicht ein Nachteil, wie sich jetzt zeigt. Wie sich jetzt zeigt ist das UniProfiRenten Konzept nicht wirklich für Finanz- und Wirtschaftskrisen des aktuellen Ausmaßes konzipiert. Rund 360.000 UniProfiRente Kunden erhielten in den letzten Wochen die Nachricht, dass ihr Altersvorsorgevermögen von Union Investment von Aktienfonds in Rentenfonds umgeschichtet wurde.

Einmal raus aus Aktienfonds und nie wieder zurück

Der Grund liegt in der gesetzlich vorgeschriebenen Garantie, die vorsieht, dass zum Auszahlungszeitpunkt der Rente mindestens das eingezahlte Vermögen für die vereinbarte Riester-Rente zur Verfügung stehen muss. Aufgrund der hohen Verluste an den Aktienmärkten hat das Union Investment Computerprogramm, welches über diesen Umstand wacht automatisch Aktienfonds Anteile verkauft und in Rentenfonds umgeschichtet. Dadurch sind Verlust realisiert worden, im Zuge des (irgendwann) kommenden Aufschwungs durch die jetzt gehaltenen Rentenfonds allerdings nur noch bis zum Rentenbeginn kompensiert werden können.

Sparer, die auf eine überdurchschnittliche Performance der eigenen Altersvorsorge aufgrund der Aktienfonds gehofft hatten, haben also bereits jetzt die Gewissheit, kaum mehr als ihre eingezahlten Beiträge zurück zu erhalten. Betroffen sind Kunden, deren Renteneintritt in den nächsten bis zu 15 oder teilweise sogar 20 Jahren beginnt, einem Zeitraum in dem Aktienfonds den Verlust eigentlich wieder ausgleichen sollten, selbst wenn man an längere Aufholzyklen als in den letzten Jahren glaubt.

Stiftung Warentest rät: Im Zweifel Einzahlungen einstellen, Vertrag ruhen lassen

Stiftung Warentest hat diesen Umstand in der letzten Ausgabe mit einer deutlichen Empfehlung versehen – im Zweifel Vertrag ruhen lassen, keine weiteren Einzahlungen mehr vornehmen und evtl. auf ein Angebot der Mitbewerber wie z.B. DWS zurückgreifen. Hier werden anders als bei Union Investment während der Laufzeit Aktienfonds und Rentenfonds erworben, je nach Börsensituation durchaus auch in unterschiedlicher Gewichtung, aber eben so lange wie möglich. Fonds-Rente Sparer einer solchen Anlage haben also die Möglichkeit die aktuellen Verluste durchaus im Zuge der nächsten Aufholbewegung und eines dann verstärkt eintretenden Cost-Average-Effekts deutlich zu kompensieren.

Aus meiner Sicht bleibt nur eine Feststellung: Erstaunlich wie ein Computerprogramm den guten Ruf einer ganzen Altersvorsorge Gattung wie der Fondsgebundenen Riester-Rente quasi über Nacht zerstören kann. Manchmal würde man sich wünschen, dass menschliche Kontrolle dem Computer Grenzen setzt. Bei der KfW kennt man das.

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Mrz 04 2009

Tagesgeld- und Festgeld-Zinsen fallen weiter

Published by admin under Geld & Vermögen

Heftige Kursschwankungen des Deutschen Aktien Index ( DAX) sind viele Anleger bereits gewohnt. Das Bild, welches am heutigen Tage abgegeben wurde, mag für den einen oder anderen die längst überfällige Kurskorrektur bedeutet haben. Anders als in den letzten Wochen kletterte der Index allerdings in Höhe anstatt wie ein Stein in die Tiefe zu fallen. Mit einem Tagesgewinn von 5,4% bzw. knapp 200 Punkten fühlte man sich fast an gute alte Zeiten erinnert – fast so wie damals, als Intershop noch über 100 Euro je Aktie wert war.

Der Grund für die Kurserholung scheint diesmal aber sogar doppelt vorhanden – Erholung nach längerer Verlust Periode und eine mögliche Zinnsenkung durch die EZB könnten die unerwartet heftige Reaktion verursacht haben. Die FAZ fasst die aktuelle Stimmungslage unter der Überschrift „Anleger erwarten Zinssenkung auf 1,5 Prozent“ zusammen und philosophiert darüber ob die Europäische Zentralbank (EZB) ähnlich der US-Amerikanischen Zentralbank (Fed) allzu unsichere Anleihen aufkaufen könnte.

Kauft EZB Unternehmensanleihen auf?

Dies wäre nicht nur ein Stilbruch, sondern auch eine Art Befreiungsschlag gegen die anhaltende Finanzkrise. Geldmenge hoch schafft mehr Liquidität für Unternehmen, problematische Anleihen raus, schafft mehr Stabilität für den Finanzsektor und gilt in den USA als eines der derzeit probatesten Mittel gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise.

Das Problem ist: Privatanleger haben (mal wieder) das nachsehen. Eine Senkung des Leitzinses von 2% auf nur noch 1,5% würde die Tagesgeld- wie auch Festgeldzinsen weiter sinken lassen. Darüber hinaus bietet der Aktienmarkt derzeit kaum passende Einstiegsmöglichkeiten und die zusätzliche Geldmengenschaffung erhöht Inflationsrisiken. Das eigene Vermögen wird also nicht mehr, sondern eher weniger.
 
Nur noch vereinzelt Tagesgeld über 4 % und Festgeld mit über 5 % Zinsen

Kein Wunder, dass Anleger derzeit beinahe hektisch auf der Suche nach einigermaßen sicheren und halbwegs vernünftig verzinsten Tagesgeld und Festgeld Angeboten sind. Zinsen von deutlich oberhalb 3 Prozent sind derzeit nur noch bei der Volkswagenbank (4%, volle Einlagensicherung) und der Bank of Scotland (4,5%, beschränkte Einlagensicherung) zu bekommen. Deutlich über 5% Zinsen bei Festgeldanlage bietet nur noch die Credit Europe Bank, welche dafür allerdings eine Laufzeit von 24 Monaten vorsieht. Wer zwei Jahre auf sein Geld verzichten kann profitiert von 5,5% Zinsen muss dafür aber auch eine beschränkte Einlagensicherung in Kauf nehmen.

Sollte man jetzt noch schnell eine Festgeldanlage tätigen? Ist vielleicht Tagesgeld doch die bessere Alternative um irgendwann in den nächsten Monaten wieder in Aktien zu investieren, die es dann ganz sicher enorm preiswert zu erwerben gibt? Oder vielleicht och lieber Gold bzw. Silber in physischer Form als Absicherung gegen die Inflation?

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