Archive for November, 2008

Nov 28 2008

Bloomberg hat Hilfspakete nachgerechnet

Published by admin under Bankenkrise

Investigativer Journalismus ist in Wirtschaftsmedien eher die Ausnahme. Dort wird hinein gehorcht, gesprochen, interpretiert, spekuliert, aber selten wirklich so hart nachgebohrt, dass die Gegenseite das Gesicht verlieren könnte, zu eng sind Werbetreibende und Medien miteinander verbunden, als das man Risiko immer eingehen wollte. Bloomberg als weltweit agierender Finanzinformationsdienst macht sich hin und wieder die Mühe genauer nachzufragen. Das gehört nicht nur zur Unternehmensphilosophie, sondern bietet auch einen deutlichen Nutzen für die Nutzerschaft der Bloomberg Terminals – sofern die Story interessant und Inhalt richtungweisend für die meist börsenaffine Klientel ist.

Frage: Wie viel Geld hat die US Notenbank bisher in den Markt gegeben?

In den USA scheint es langsam zum guten Ton zu gehören, sich von der Regierung oder einem durch die Regierung initiierten Fonds retten zu lassen. Von 700 Mrd. USD war einst die Rede, angesichts der Großschäden bei Citigroup, Bear Stearns, Fanni & Freddy und diversen weiteren Banken kann das aber eigentlich nicht die ganze Wahrheit sein. Eine Anfrage an die Notenbank half an dieser Stelle auch nicht weiter, Notenbankchef Bernanke wollte hierzu keine genaue Aussage treffen, da dies im Interesse der Banken sei. Derart angestachelt rechnete man bei Bloomberg selbst nach und kam auf die gigantische Summe von 8500 Mrd. USD, die bislang für die Rettung des US-Amerikanischen Bankenwesens aufgewendet wurde. Soweit zumindest die veröffentlichten Zahlen.

USA werden größte sozialistische Gesellschaft

8500 Mrd. US Dollar sind auch für amerikanische Verhältnisse sehr viel Geld. Soviel, das man eigentlich davon ausgehen kann, dass ein Großteil der US Finanzwirtschaft jetzt in staatlichen Händen ist und staatlicher Kontrolle unterliegt. Damit hätte es das Mutterland des Kapitalismus in Rekordzeit geschafft die einstmals sozialistischen Staaten Osteuropa nebst Russland zu überholen und selbst einen ganzen neuen Sozialismus zu prägen, den ungewollten.

Mittel- und Südamerikanische Präsidenten hatten für den ähnlichen Verstaatlichungseffekt Enteignungen vornehmen lassen, in den USA kamen die Unternehmen sogar freiwillig auf den Staat zu um sich des Risikos der Selbstbestimmung zu entledigen. Bei all diesen Ereignissen fragt man sich nur: Wie geht es jetzt weiter? Wer gewinnt?

Es ist wie bei Olympia – wer Gold hat, hat gewonnen

Sollte sich Geschichte wiederholen, werden Edelmetalle gewinnen. Diese und andere Sachwerte stellen eine von nur wenigen Möglichkeiten dar (Aktien, Aktienfonds auch) um mit der dadurch verursachten Inflation Schritt zu halten. Kein Wunder also, dass weltweit die Goldreserven zur Neige gehen – die Anleger vertrauen ihren Regierungen auch nur bis zu einem gewissen grad. Darüber hinaus geht nur Gold & Silber.

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Nov 24 2008

Blackberry (RIM) 9500 Storm – der Name ist Programm

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Mit dem „Storm“ stößt Blackberry gezielt in das Segment der der tastaturlosen Handys vor, welches bislang von Apples iPhone mehr als dominiert wird. Der erste Verkaufstag in den USA gestaltete sich positiv, sofern man Kunden, die sich um ein Mobiltelefon prügeln als die beste Werbung für das neue Produkt ansehen mag.

Dabei ist es gar nicht so neu, was es bei Blackberry Hersteller RIM unter Bezeichnung 9500 Storm zu erwerben gibt. Das Gerät mit dem berührungsempfindlichen Display weist – vermutlich nicht ganz unbeabsichtigt – doch sehr große Ähnlichkeiten zum Apple iPhone Vorbild auf. Ob RIM es geschafft hat dieselbe intuitive Benutzerführung für den Balckberry 9500 zu entwickeln, bleibt abzuwarten, die inneren Werte des RIM Storm sind jedenfalls absolut konkurrenzfähig.

RIM Blackberry 9500 Storm – mit GPS, HSDPA und QuadBand

Dem 155g Telefon wurden QuadBand Qualitäten eingebaut, mit deren Unterstützung man das Telefon dann tatsächlich weltweit zum telefonieren benutzen kann. In einer Größe von Höhe x Breite x Tiefe = 112.5 x 62.2 x 13.9 mm finden sich neben Edge und UMTS auch der schnellen Internetmodus HSDPA was einen komfortablen Onlinezugang ermöglichen sollte. Dazu bietet das 9500 eine USB / POP-Port Schnittstelle, GPS und einen Klinke-Stecker Anschluss: 3.5 mm sowie die obligatorische Synchronisation mit einem PC via BlackBerry Desktop Software.

Wann Blackberry das RIM 9500 in Deutschland zum Kauf anbieten wird ist noch nicht ganz sicher, der Preis des Geräts wird sich nach aktuellen Informationen aber unter 500,- Euro bewegen. Ein Angebot, welches für alle diejenigen, die nicht zu T-Mobile wechseln wollen sicherlich ein gutes ist.

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Nov 22 2008

Amtlich: Deutsche Kaupthing Bank Kunden erhalten Geld zurück

Published by admin under Bankenkrise

Lange hielt man sich, allen öffentlichen Protesten zum Trotz, von Seiten der Bundesregierung zurück, wenn es um die in Island eingefrorenen Gelder der Deutschen Niederlassung der Kaupthing Bank (Kaupthingedge) drehte. Jetzt scheint eine Lösung gefunden, die die Kunden der Bank freuen und die Gemeinschaft der Steuerzahler wahrscheinlich ärgern wird. Wie aus Teilen eines vorab veröffentlichten Interview des Tagesspiegel am Sonntag und  Bundesfinanzminister Peer Steinbrück herauszulesen ist, wird der Deutsche Staat der Isländischen Regierung einen entsprechenden Kredit über die Summe der Anlegergelder zur Verfügung stellen, der dazu dient die Einlagen der Betroffenen Deutschen Anleger zurückzuzahlen.

Diese Regelung so Steinbrück sein einvernehmlich mit den Niederlanden und Großbritannien gefunden worden und würde als passende Lösung auf die Frage nach den Kundeneinlagen allen Bedürfnissen entsprechen. Woher die rund 300 Mio. Kredit an Island kommen ist dabei unschwer auszumachen, diesen Kredit wird vermutlich auch der Steuerzahler tragen, anders als bei diversen Großbanken, ist die Summe vergleichsweise überschaubar und der Nutzen nicht im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl im nächsten Jahr hoch. Viele der Kaupthing Kunden, dürften sich mit dem Gedanken abgefunden habe Teile ihres Guthabens nicht mehr wieder zu bekommen, diese überraschende Wendung der Dinge könnte also dem einen oder anderen Angehörigen eines Kaupthingedge Kunden ein größeres Weihnachtsgeschenk bescheren.

Einen Halen hat die Sache aber dennoch: Wann die Einlagen ausgezahlt werden, das lies Steinbrück im Interview offen …

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Nov 20 2008

ING Diba senkt Festgeldzinsen auf bis zu 4,6%

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Den Zentralbanken folgend beginnen auch Geschäftsbanken langsam aber sicher das Zinsniveau abzusenken. In zwei Schritten wird dies zum Beispiel die ING Diba vornehmen, bereits zum 20.11. senkt die Bank den maximalen Festgeldzinssatz auf 4,6% p.a und kündigt bereits für den 05.12.2008 den nächsten Zinssenkungsschritt auf dann 4,5% an.

Für die Mehrzahl der Sparer, dürfte das maximale Zinsniveau eher wenig interessant sein, nur wer 50.000 Euro für einen Zeitraum von 12 Monaten bei ING Diba anlegen möchte kommt überhaupt in den Genuss dieses Zinssatzes. Alle „Normalos“, die die Mindesteinlage von 10.000 Euro bis zu einer Anlagesumme von 25.000 Euro nicht überschreiten erhalten einen aktuellen Festgeldzinssatz zwischen 4% bis 4,3% für 3 Monats- bzw. 12-Monate Festgeldanlagen.

Ähnlich hohe Zinsen werfen mit ein bisschen Glück übrigens auch Bundesschatzbriefe ab. Wer sich also keine Sorgen um einen möglichen Zahlungsausfall machen möchte, der kann auch bei der Bundesrepublik Deutschland Geld anlegen. Dieses ehemals fast verstaubte Anlageprodukt erfreut sich mittlerweile übrigens derart großer Nachfrage, dass die Telefonhotline dem großen Andrang teils nicht mehr gewachsen war. Informationen dazu gibt es unter https://www.bundeswertpapiere.de/bundesschatzbriefe/funktionsweise

                  

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Nov 19 2008

Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in der Krise

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Eigentlich sollte man meinen, dass in Zeiten von Banken- und Börsenkrise die Wirtschafts- und Finanzpresse zur Höchstform aufläuft. So logisch diese Schlussfolgerung auch klingen mag, so falsch muss sie doch sein, wirft man einen Blick auf die aktuellen Ereignisse bei dem größten europäischen Presseverlag Gruner & Jahr.

Die Macher von Börse Online, Capital, Impulse und Financial Times Deutschland werden ihrer bislang dezentral organisierten Redaktionen zu Gunsten einer Gemeinschaftsredaktion fast schon entledigt. Die bisherigen Standorte München und Köln werden geschlossen, die bisher rund 250 Personen starke Redaktion in verminderter Personalstärke am Standort Hamburg zusammengeführt. Das erklärte Ziel der Verlagsleitung, eine Gemeinschaftsredaktion an einem Standort zusammenzuführen, soll vor allem dazu beitragen Kosten zu sparen. Zu teuer sei die aktuelle Struktur, zu gering das Anzeigenaufkommen, um Anforderungen der Zukunft tatsächlich gewachsen zu sein.

Mehr als die Hälfte der Redakteure verliert ihren Arbeitsplatz

Zum Auftakt der Neuorganisation erhalten zunächst alle betroffenen Mitarbeiter die Kündigung, im Rahmen des folgenden Sozialplans werden dann diejenigen bestimmt, die weiterhin für das Verlagshaus am neuen Redaktionsstandort arbeiten dürfen. Insgesamt 60 der aktuell 110 Redakteure werden in Hamburg keine Zukunft mehr erhalten, die Redaktion soll am neuen Standort deutlich effizienter als bisher arbeiten. Ob die Kunden solche radikalen Maßnahmen zu schätzen wissen, bleibt abzuwarten – bislang galten die Gruner & Jahr Wirtschaftspresse Medien als ebenso unabhängig wie gründlich in der Recherche ihrer Beiträge.

Auch wenn das nicht unbedingt dem Zeitgeist entsprach, waren Kunden doch vor allem deswegen bereit vergleichsweise höhere Preise für Anzeigen zu bezahlen. Scheinbar hat die Finanzkrise aber zu einem dramatischen Rückgang des Anzeigenaufkommens bei allen Titeln und insbesondere bei Financial Times Deutschland geführt, so dass eine solch drastische Maßnahme als letzte Rettung für das Management erschien. Somit bliebe in absehbarer Zeit neben Wirtschaftswoche das ebenfalls der Holtzbrinck Unternehmensgruppe angehörige Handelsblatt als letzte Bastion des qualitativ anspruchsvollen Wirtschaftsjournalismus mit unabhängigen Redaktionen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart.

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Nov 15 2008

Finanzkrise hemmt private Altersvorsorge

Published by admin under Geld & Vermögen

Etwa 12 Mio. Deutsche haben in den vergangen Jahren eine Riester-Rente abgeschlossen. Demographischer Wandel, sinkende Altersrenten und die Einsicht, dass das aktuelle Umlagensystem („Generationenvertrag“) nicht mehr funktionieren wird, wenn man selber ins Rentenalter kommen wird, haben zu der bislang starken Nachfrage nach staatlich geförderten Riester-Renten geführt.

Riester-Rente Guthaben könnten gefallen sein

Auch für das Jahr 2008 melden die Statistiker einen neuen Rekordstand. Mit 11.973.000 hat quasi jeder siebte Deutsche die Form der Altersvorsorge genutzt um Vermögen anzusparen. Dennoch sind die Bremsspuren der aktuellen Finanzmarktkrise auch hier deutlich sichtbar, gegenüber dem Vorjahr ist bereits jetzt ein Rückgang von fast 20% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Der Nachfrage Einbruch betrifft – das ist vielleicht ganz interessant – sowohl Versicherungsmodelle, wie auch fondsgebundene Riester-Renten. Gerade letztere setzen stark auf die eigentlich renditestarke Anlageklasse Investmentfonds und müssen ihren Kunden für dieses Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit einen Vermögensrückgang des Riester-Rente Guthabens mitteilen. Auch wenn Fonds-Renten analog der gesetzlichen Bestimmungen mindestens die Beiträge als spätere Rente ausschütten müssen, so ist die Stimmung bestenfalls gedrückt, schlimmstenfalls gegenüber Fonds umgeschlagen.

Stehen die Kurse niedrig ist die Chance auf Rendite am Höchsten

„Leider“, werden die Verkäufer solcher Produkte vermutlich sagen. „Leider“ werden sicherlich auch viele wertpapiererfahrene Anleger sagen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten an das Auf und Ab der Börsenkurse gewöhnt haben. Gerade dann, wenn die Stimmung am schlechtesten zu sein scheint sollten renditestarke Produkte wie Aktien und Aktienfonds ins Depot bzw. die eigene Vermögensanlage aufgenommen werden. Dass würde nicht nur den Markt stützen, sondern auch eine große Chance für die zukünftigen Riester-Rentner bedeuten. Wer unten einsteigt und den Kursanstieg mitnehmen kann, hat eben einen klaren Vorteil, als Anleger, wie auch als Rentner. Aber vielleicht können diese in diesen Tagen wieder zahlreich ausschwärmenden Versicherungsvertreter Weitsicht walten lassen und anstelle intransparenter und teilweise nicht grade günstiger Rentenversicherungen ganz einfach mal eine fondsgebundene Riester-Rente verkaufen. Sinnvoll wäre das schon, auch wenn es vielleicht nicht soviel Provision gibt …

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Nov 12 2008

Victoria minijobrente – betriebliche Altersvorsorge für Minijobber

Published by admin under Geld & Vermögen

Mit einer schlauen Idee wartet die Victoria Versicherung auf – betriebliche Altersvorsorge für Minijobber heißt das neue Konzept um private und betriebliche Altersvorsorge auch für Geringverdiener nutzbar zu machen. Bislang mussten die Millionen Deutschen Minijobber auf eine Altersvorsorge verzichten obwohl es grade für diese Arbeitnehmer zwingend notwendig wäre für das eigene Alter vorzusorgen. Damit dies in Zukunft anders wird, hat man sich bei Victoria einen Trick ausgedacht, der ebenso logisch wie simpel ist: Geringfügig Beschäftige Arbeiten einfach ein paar Stunden mehr, ohne ihr Gehalt zu steigern.

Die daraus eigentlich resultierenden Mehreinnahmen werden nicht ausgezahlt, sondern in eine betriebliche Altersvorsorge investiert. Rund 80 bis 120 Euro pro Monat sollen dadurch für den Aufbau der Altersvorsorge zusammenkommen, eine enorme Summe angesichts des vergleichsweise geringen Verdienstes. Arbeitgeber so folgert Victoria daraus können sich damit als sozial engagiert darstellen, die Beschäftigten ohne Nachteile (von der Arbeitszeit abgesehen) einen wirklichen Beitrag zur Aufbesserung der eigenen Rente leisten.

Durch die Minijob-Rente ergibt sich Möglichkeit der Riester-Rente Förderung

Arbeitnehmer, die sich mit dem Konzept der Victoria Lebensversicherung „minijobrente“ anfreunden kommen, haben weiterhin die Möglichkeit sich staatlich fördern zu lassen.

 Durch einen geringen monatlichen Beitrag, der zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt wird, erwirbt der geringfügig Beschäftige einen Anspruch auf erhöhte und zusätzliche Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Außerdem entsteht daraus ein unmittelbarer Anspruch auf die staatliche Zulagenförderung der privaten Altersvorsorge, d.h. es besteht ein Anspruch auf staatliche Riester-Renten Zulagen. In Zahlen ausgedrückt – 154 Euro pro Person und Jahr sowie bis zu 300 Euro für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht.

Warum ist da nur bislang keiner drauf gekommen?
 

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Nov 12 2008

Bank statt Kreditkartenanbieter American Express wechselt das Metier

Published by admin under Bankenkrise

Katastrophe oder Chuzpe ist die vielleicht meist gestellt Frage zu dem plötzlichen Unternehmenswandel bei American Express, des (glaube ich) größten US Amerikanischen Kreditkarten Anbieters. Quasi über Nacht hat Amex von der US-Notenbank Federal Reserve den Status einer normalen Bank erhalten, warum das Unternehmen diesen Schritt geht bleibt allerdings weitgehend im Dunkeln.

Während das Management  in Person von Vorstandsvorsitzendem Kenneth Chenault verkünden lässt, dass man diesen Schritt geht um von den zahlreichen staatlich geförderten Programmen zu profitieren auf die nur Banken Zugriff haben, glauben viele Marktteilnehmer, dass der Kreditkarten Anbieter auf einem riesigen Berg von Krediten sitzt, die nicht durch die Karteninhaber bedient werden können und daher dem Unternehmen einen Milliarden Ausfall bescheren werden. Welche der beiden Aussagen zutreffender ist, wird sicherlich erst in den nächsten Wochen offenbar, wenn die ersten Verluste aus Kreditkarten Dispositionskrediten bilanziert werden müssen. Wahr ist, dass das Unternehmen bereits im Oktober einen Gewinneinbruch und die Streichung von 10 Prozent aller Stellen angekündigt hatte. Wahr ist aber auch, dass es in den USA – anders als in Deutschland – nicht als extrem unschicklich gilt Geld vom Staat zu nehmen um das eigene Unternehmen in eine bessere Position gegenüber den Wettbewerbern zu versetzen. Man nimmt was man bekommen hat und verschafft sich dadurch einen Vorteil gegenüber denjenigen, die zögern.

Die Wahrheit liegt vermutlich wie so oft irgendwo dazwischen – drücken wir die Daumen, dass das Chuzpe überwiegt und nicht die aus der Katastrophe geborene Notwendigkeit.

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Nov 11 2008

Parex Bank verstaatlicht

Published by admin under Bankenkrise

Nach einer Meldung der lettischen Parex Bank hat sich das Management der Bank entschieden mit staatlicher Hilfe den eigenen Liquiditätsengpass zu überwinden. Damit der Geschäftsbetrieb der Bank unverändert weiterlaufen kann, wurde mit dem lettischen Staat eine Vereinbarung getroffen, wonach dieser 51% der Anteile der Bank übernimmt und somit als Garantiegeber eintritt.Anders als zu vermuten sind hierbei keine freien Anteile des Bank vom Staat übernommen worden, sondern Anteile quasi „zwangsübereignet“ worden. Die bisherigen Eigentümer der Bank haben allerdings das Recht ihre Anteile zu einem späteren Zeitpunkt zurück zu kaufen (!?).

Parex Bank istMitglied des Einlagensicherungsfonds

Nach Aussage der Parex Bank Sprecherin, Signe Kalnina, wird sich für deutsche Kunden auch nach der staatlichen Übernahme nichts ändern, diese wäre sogar positiv, da der Lettland jetzt als Garantiegeber fungieren würde. Außerdem ist die Parex Bank im Einlagensicherungsfonds des deutschen Bankenverbandes organisiert und bietet seinen Kunden in Deutschland eine Garantie auf Sparguthaben bis zu einer Höhe von 1,5 Millionen Euro je Kunde.Kurz-nachgedacht meint – klingt wie bei Kaupthing Edge auch, der Staat haftet und damit ist alles gut. Ist es nicht, wenn der Staat, wie in Island geschehen zahlungsunfähigwird. Dennoch sind Parex Kunden im Vorteil – durch den Einlagensicherungsfonds ist zumindest gesichert, dass die Abwicklung nach einer Staatspleite (so unwahrscheinlich das auch sein mag) geordneter abläuft als bei der Kaupthing Bank, wo die richtige vorgehensweise auch nach Feststellung der „Ernstfalls“ immer noch reichlich umstriten ist. 

 

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Nov 10 2008

Finanzkrise erreicht China – 490 Mrd. Konjunkturprogramm

Published by admin under Bankenkrise


Selbst China kann sich der weltweiten Finanzkrise nicht entziehen. Auch wenn chinesische Banken verhältnismäßig wenige Probleme durch die US-Immobilienkrise haben sollten, so leidet doch die Volkswirtschaft unter dem Einbruch der weltweiten Nachfrage nach chinesischen Produkten. Um die wirtschaftliche Entwicklung stabil zu halten, hat die chinesische Regierung beschlossene eine aktive Steuerpolitik zu betreiben und ein eigenes Konjunkturprogramm aufzulegen.

Woher nimmt die chinesische Führung die Milliarden?

Vier Billionen Yuan (ca. 490 Mrd. Euro)  sollen dafür in den nächsten Jahren zur Verfügung gestellt werden, die vor allem für den Ausbau der Infrastruktur und dem Ausbau der Sozialleistungen vorgesehen sind. Auch wenn die chinesische Führung keine Angaben über die Herkunft der finanziellen Mittel machte, so darf doch vermutet werden, dass der über 1,2 Billionen USD Dollar (1.000 Milliarden Euro) umfassende chinesische Staatsfonds einen größeren Teil der Mittel zur Verfügung stellen wird. Wo diese Gelder aktuell investiert sind ist unklar, dass deren Verwendung im chinesischen Inland nicht ohne Veränderung der Anlagestrategie möglich sein wird ist klar. Es könnte also im Zuge der Umschichtung von festen Anlagen zu Liquidität auch in den nächsten Monaten zu Kursverschiebungen an internationalen Wertpapiermärkten kommen. Wie es zu dieser abrupten Änderung der chinesischen Finanzpolitik kommt ist auf den ersten Blick unklar, das Wirtschaftswachstum des Landes hatte zuletzt im dritten Quartal bei starken 9 Prozent gelegen, scheinbar reicht das der Führung nicht aus, oder die Prognosen für das vierte Quartal sind dramatisch eingebrochen.

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