Okt
30
2008
Also mal ganz ehrlich, wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, dass ausgerechnet Sparkassen die großen Gewinner der Finanz- und Bankenkrise sein könnten? Sind nicht Sparkassen aktuell mitten in der Kritik, weil sie ihren Kunden Zertifikate von Lehman Brothers verkauft hatten, ohne auf eine ausreichende Beratung acht zu geben? Gut, sie sind nicht die einzigen, die mit Lehman Brothers Zertifikaten ihre Kunden um die Renditechance gebracht haben, aber sie sind die, die sich momentan in der Zeitung wiederfinden, weil man es grade von der als „volksnah“ ausgerichteten Sparkasse nicht erwartet hätte, dass sie ihre Kunden so enttäuschen. Enttäuscht sein darf man möglicherweise auch von landeseigenen Sparkassen, die nicht nur ihre Kunden nicht ausreichend über die Risiken und Nebenwirkungen von Finanzinstrumenten aufgeklärt hatten, sondern scheinbar auch selbst nicht so umfassend über den Umfang und die Tiefe der eigenen Anlagen informiert waren, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre. Während der Fall BayernLB in den letzten Wochen ausreichend in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt hat, wären da auch noch die weiteren Landesbanken in z.B. Baden-Württemberg, Sachsen, West- und Norddeutschland die sich in den letzten Jahren immer mal wieder durch Lücken im eigenen Risikomanagement hervorgetan haben und in der Summe immerhin rund 18 Mrd. Euro aus öffentlichen Mittel beziehen mussten (Quelle Wirtschaftswoche). Da fragt man sich unter Berücksichtigung aller Fakten manchmal doch ob ein bisschen mehr Ackermann und ein bisschen weniger Staatsmann den Sparkassen und deren Kunden mehr Schwung verleihen würden.
Okt
24
2008
Während sich die Deutschen Kunden der Kaupthing Bank nach wie vor im Unklaren über die Zukunft ihres Tagesgeld oder auch Festgeldvermögens befinden, schwappen die nächsten Krisenmeldungen aus Island nach Kontinentaleuropa. Angesichts der Nachricht, dass Islands Banken rund 21 Mrd. US-Dollar Verbindlichkeiten gegenüber Deutschen Banken haben, was rund einem Drittel der isländischen Auslandsverbindlichkeiten entspricht, ist davon auszugehen, dass sich Deutsche Behörden dem Problem „Island“ annehmen müssen.
Die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichen Zahlen bergen allerdings einige Geheimnisse, die ohne öffentliches Bekenntnis der betroffenen Banken nicht zu klären sein werden. Bislang sind lediglich 800 Mio. der 21 Milliarden USD einer Bank, namentlich der beim staatlichen Rettungsfonds vorstellig gewordenen BayernLB zuzurechnen. In wessen Bilanzen sich die weiteren isländischen Verbindlichkeiten befinden wird vermutlich nur hinter verschlossenen Türen besprochen.
Islands Banken schuldeten Britischen Banken nur 4 Mrd. USD
Vergleicht man die 21 Mrd. isländischen Verbindlichkeiten gegenüber Deutschen Finanzinstituten mit den mittlerweile geregelten 4 Mrd. Verbindlichkeiten gegenüber Britischen Banken, so ist es schwer vorstellbar, dass die deutsche Regierung diesen Vorgang nicht zumindest aus nächster Nähe beobachtet, wenn nicht sogar beeinflusst. Es ist nur schwer vorstellbar, dass man Milliarden aus dem Rettungsfonds aufwendet um Banken zu stabilisieren, die Verbindlichkeiten aus isländischen Geschäften ausbuchen müssen und private Geldanleger, die noch dazu im nächsten Jahr zur Bundestagswahl nicht Die Linke wählen sollen im Regen stehen lässt. Mal ganz ehrlich: Die 308 Mio. Euro sind in 30.000 Wählerstimmen (abzüglich ein paar Tausend Nichtwählern) und einem Impuls auf die Binnenkonjunktur (Fluchtreflex, viele haben das Geld im Geiste ohnehin schon abgeschrieben) auch in den Augen der Bundesregierung gut angelegt.
Okt
23
2008
Nach Island (Kaupthing), Niederlanden (Fortis, ING) und Deutschland (IKB, SachsenLB, BayernLB) und Frankreich (BNP, Credit Agricole) trifft es nun also anders als ich gedacht hatte nicht die italienischen Banken, sondern die griechischen als nächste. Ähnlich wie in Deutschland wird auch die griechische Regierung ein staatliches Hilfspaket schnüren, auf welches die Banken zugreifen können, wenn sie einer Obergrenze bei der Vergütung ihres Führungspersonals zustimmen. Um staatlichen Einfluss auf die Finanzinstitute ausüben zu können wird der Staat Aktien der griechischen Banken erwerben und somit für die Einhaltung der Vorgaben Sorge tragen. Während man in Griechenland an der Rettung der Banken werkelte, geriet in Ungarn der Wechselkurs der Landeswährung Forint noch weiter aus dem Gleichgewicht als bislang. Damit der Kapitalabfluss zumindest verlangsamt, wenn nicht sogar gestoppt werden kann, hob die Ungarische Nationalbank den Leitzins um 3% auf nun 11,5% an.
Wenig Erquickliches wird auch aus Russland gemeldet. Während das Öl- und Gas-Förderunternehmen Gazprom einen Rekordgewinn verkündet, teilt es im nächsten Satz mit, dass die Refinanzierung des Unternehmens durch die Hypothekenkrise gefährdet sein könnte. Der gegenüber Jahresfrist um mittlerweile fast 50% gefallene Ölpreis trübt die Gewinnaussichten des Unternehmens zusätzlich ein. Der russische Aktienindex RTS quittierte die Botschaft mit weiteren Verlusten und hat gegenüber dem 52 Wochen hoch von 3.730 Punkten mittlerweile annähern 70% verloren (1.148 Punkte am 22.10.08).
Der russische Aktienindex befindet sich mit dem rapiden Preisverfall der dort notierten Aktien in Gesellschaft diverser weiterer Schwellenländer. Während sich Deutsche Autofahrer und Hausbesitzer (mit Ölheizung) über die Halbierung des Roh-Ölpreises freuen, bricht in den Ölförderländern Panik aus. So schlossen z.B. die Börsen in Brasil (BOVESPA) mit -9,96% Tagesverlust, der MSCI ARGENTINA mit -9,01% Tagesverlust und JOHANNESBURG ACTUARIES ALL SHARE INDEX mit -4,6%.
Dass selbst die Notierungen für Silber und Gold nachgeben wird vielfach mit einem beschleunigten Verkauf der Inhaber begründet. Ähnlich wie bei Schwellenländer Aktien verkaufen Investoren, die jetzt Geld oder besser gesagt Liquidität benötigen alles, was das eigene Depot hergibt und das zu jedem Preis. Eigentlich bietet ein solcher Ausverkauf eine perfekte Chance zum Wiedereinstieg in den Aktienmarkt, angesichts der teilweise nur beschränkt einsatzfähigen Banken, vielfach genervter Anleger und ängstlicher Sparer, ist ein Ende des Kursverfalls allerdings zu diesem Zeitpunkt kaum anzunehmen.
Okt
21
2008
Also ich hab mich schon fast dran gewöhnt. Jeden Tag bekommt irgendeine Bank von irgendeinem Staat irgendwelche Milliarden. Gut, Island ist pleite und Kaupthing Bank Kunden haben bislang keine Lösung in Aussicht, aber die BayernLB Kunden (Privatkunden = DKB) können sich in Sicherheit wiegen, da zahlt der Hilfsfonds ein paar Milliarden. Auch die Kunden der ING Diba können sich in Sicherheit wiegen, da zahlte der Niederländische Staat an die Niederländische ING Zentrale was mit der deutschen Tochter ING Diba aber ganz und gar nicht zu tun hat, wenn man den verschiedenen Nachrichten Glauben schenkt.
Seit heute hat dann auch die französische Regierung hilfsbedürftige Banken entdeckt. So bekommen z.B. Société Générale 1,7 Mrd. Euro (Dt. Töchter: OnVista Bank / Boursorama; Hanseatic Bank), Credit Agricole 3 Mrd. Euro (Dt. Tochter: Creditplus Bank AG) und BNP Paribas 2,5 Mrd. Euro (Dt. Tochter: Cortal Consors) um die Liquidität des Unternehmens zu stabilisieren.
Destabilisiert werden dadurch sicherlich die Nerven weiterer Deutscher Kunden, die bei den entsprechenden Direktbanken Töchtern, die mit schlankem Service und hohen Zinsen geworben hatten, ein Konto oder Depot eröffnet haben. Auch hier sei jetzt festgestellt, der französische Staat sorgt für die eigenen Banken, davon profitieren auch deutsche Sparer.
Nachdem die Welle der Bankenkrise von Nord nach Süd über Europa zieht, müsste Dienstagabend bis Mittwochmorgen eine italienische Bank als nächster Krisenfall dran sein. Ob sich dann auch die italienische Regierung an einer solchen Rettungsaktion beteiligen wird, und in welchem Umfang, das wird den Meldungen der nächsten Tage zu entnehmen sein.
Okt
20
2008
Bislang galt die niederländische ING-Bank als so etwas wie der Leuchtturm zwischen den Wellen der Bankenkrise. Bis vor wenigen Tagen sollten unter dem ING Konzerndach die Auslandstöchter der aktuell zahlungsunfähigen isländischen Banken Landesbanki und Kaupthing Bank integriert werden. Dieser Plan wird vermutlich auf Eis gelegt worden sein. Seit heute hat auch die ING ihre Krise. Mit rund 10 Mrd. Euro stellten die Niederlande kurzfristig die Liquidität der Bank wieder her und bescherten damit auch Millionen Deutscher Anleger einen Alptraum.Fall ING-Bank zeigt – nicht nur Kaupthing Bank Kunden haben ein ProblemWer sich bislang mit teils unverhohlenem Spott über die scheinbar gierigen Kaupthing-Edge Tagesgeldkonto Kunden auslassen konnte, darf sich unversehens in dieselbe Situation versetzt fühlen. Anders als Island haben die Niederlande allerdings einen unschätzbaren Vorteil, sie sind nicht nur eine deutlich größere Volkswirtschaft, sie haben auch die gleiche Währung wie viele ihrer Kunden. Das isländische Devisenbeschaffungsproblem bleibt den Niederländern damit erspart. Die Regierung kann analog allen anderen Regierungen einfach die Druckmaschine anwerfen und neues, frisches Geld drucken indem sie die Schulden übernimmt oder neue Schulden aufnimmt um die Einlagen der Bank auszuzahlen. Das mag auf den ersten Blick das Vertrauen der ING Bank Kunden bestärken, birgt aber auf den zweiten Blick die große Frage der aktuellen Situation: Wie sollen die Zentralbanken die Inflation begrenzen?Wie lange kann ein solches System weiterbetrieben werden, bis es komplett in sich selbst zusammenfällt? Wer eine Idee hat die Inflation einzudämmen sollte jetzt sprechenMittlerweile haben Regierungen in den USA und Europa finanzielle Zusagen von über 1,5 Billionen, d.h. 1.500 Milliarden Euro getätigt, ein Großteil davon wird sicherlich abgerufen werden, auch wenn das der eine oder andere Politiker nicht gerne hören wird. Was folgt ist eine beschleunigte Entwertung des Geldes, die irgendwann mit einer Währungsreform einen Schlusspunkt haben wird. Wie dieser aussieht und wann er kommen wird ist dabei rein spekulativ, sollte nicht bald eine gute Idee zur internationalen Lösung der Probleme gefunden werden, dann könnte der Schritt zu einer Weltwährung schneller Realität werden als gedacht.
Okt
19
2008
Der Freistaat Bayern und der Sparkassenverbund alleine wollen die Liquiditätslücke der BayernLB scheinbar nicht mehr decken. Wie die BayernLB durch den Bayerischen Innenminister Huber heute verkünden lies, wird zurzeit intensiv geprüft inwieweit staatliche Hilfe notwendig sein wird, um die Bank aus der Schräglage zu befreien. Dass sich ausgerechnet eine der ehemals landeseigenen Banken zu diesem Schritt entschließt ist weniger überraschend, wenn man die Rahmenbedingungen betrachtet. Ähnlich wie eine Reihe anderer Banken hatte auch die Landesbank in Bayern durch die amerikanische Immobilienkrise einen deutlichen Milliardenbetrag verloren, anders als Privatbanken muss das Management allerdings keine Abstrafung an der Börse befürchten. Als im Sparkassenverbund organisiertes Unternehmen ist die Bayern LB nicht börsennotiert und kann daher im direkten Gespräch mit den Anteilseignern über die weiteren Schritte beraten. In welcher Höhe der Staatsfonds Transferzahlungen an die Bayerische Landesbank vornehmen soll ist dabei noch offen. Erste inhaltliche Gespräche sollen am Montag zwischen Sparkassenverband, Bundesregierung und Bayerischen Landesbank geführt werden. Möglicherweise wird es eine gemeinsame Aktion der Landesbanken geben, die gemeinsam auf den Staatsfonds zugehen um nicht einzelne Institute als allein Betroffene erscheinen zu lassen.
Okt
14
2008
Als Kaupthingedge Kunde und somit direkt von der isländischen Bankenmisere Betroffener kann man die Situation sicherlich am Besten nachvollziehen, die zur Einrichtung der Internetseite http://kaupthing-edge.helft-uns.de/ geführt hat: Informationsmangel macht ungeduldig. Gemeinsames Lösungen suchen hilft.
Da werden verschiedene Lösungen für die britischen Kunden der Kaupthing Tochter IceSave gesucht und gefunden, in den Niederlanden kümmert man sich um den selben Sachverhalt und scheint auch eine entsprechende Lösung zu finden, nur in Deutschland, dem Land des 470 Mrd. Hilfsprogramms fühlt sich scheinbar niemand so recht zuständig. Das ist angesichts des riesigen Hilfsprogramms und der entsprechend zügig zu verhandelnden neuen Gesetzgebung nachvollziehbar, betrifft es „nur“ knapp 30.000 Kunden der Deutschen Niederlassung. Für eben jene 30.000 ist es aber mehr als ärgerlich, überhaupt keinen Anhaltspunkt zu haben, was es als nächstes zu tun gibt.
Anwälte sind bereits Gewinner der Unsicherheit um Kaupthing
Die Gewinner der Situation sind für den Moment diverse Anwaltskanzleien, die trotz Verbot der Werbung um ein Einzelmandat gezielt auf Mandanten-Fang gehen (man möge mich für diese Redewendung bitte mit Abmahnungen verschonen – wir wissen alle, dass alle Anwälte ihre Google AdWords Anzeige perfekt formuliert haben sich und absolut im rechtlichen Rahmen bewegen). Als (zumindest gefühlte) Verlierer dürfen sich z.B. Kaupthing Bank Kunden fühlen, die irgendwo gelesen haben, dass sie irgendwas binnen soundsoviel Tagen tun müssen um ihre Ansprüche an den isländischen Einlagensicherungsfonds nicht zu verlieren.
Isländische Einlagensicherungfonds stellt Anspruchsformular ins Internet
Jener Einlagensicherungsfonds hat übrigens ein Word Dokument zum Download zur Verfügung gestellt, mit dem man seine Ansprüche gegenüber Island geltend machen kann (geht auch ohne Anwalt). Ob das der richtige Weg ist? Nun, so wie es aussieht, wissen das die Isländer im Moment auch nicht.
Link zum isländischen Einlagensicherungfonds – http://www.tryggingarsjodur.is/
Okt
13
2008
Schluss, aus, Ende, das wars. Da geht sie dahin, die deutsche Haushaltskonsolidierung. Die Bankenkrise soll mit allen Mittel zu einem raschen Ende geführt werden. Dazu sind nach Einschätzungen der Bundesregierungen geeignete Geldmaßnahmen notwendig, die den Steuerzahler bis zu 100 Mrd. Euro kosten können. Diese 100 Mrd. Eigenkapitalbeigaben und eine 300 Mrd. Euro lange (oder große) Kreditlinie sollen dem Interbankenhandel wieder auf die Beine helfen. Die Deutsche Regierung folgt damit dem Beispiel der europäischen Nachbarländer, die ähnliche Programme auflegen um den Banken Vertrauen und der Geldleihe unter den Banken seine Funktionalität zurückzugeben.
Auf den ersten Blick scheint es als müsste der Steuerzahler die Zeche zahlen. Auf den zweiten Blick könnten die 100 Mrd. Euro vielleicht eine wirklich sinnvolle Investition darstellen, die nicht nur dazu beiträgt das System dauerhaft zu verändern sondern auch den Staat (und somit den Steuerzahler) am Wachstum der eigenen Bankenlandschaft teilhaben lässt. So günstig wie zurzeit dürften die großen Finanzunternehmen lange nicht mehr zu haben gewesen sein, kehrt die Sicherheit zurück steigen auch die Kurse und das eingesetzte Kapital wird über den späteren Verkauf wieder zurück in die Steuerkassen gelenkt.
Dumm nur, dass zur Finanzierung der ersten 100 Mrd. und sofern nötig der weiteren 300 Mrd. Euro keine Budgets umgelenkt werden, sondern vermutlich neue Schulden gemacht werden, die die Inflation weiter anheizen werden. Somit wäre die Krise an den Finanzmärkten wahrscheinlich aufgeschoben aber nicht aufgehoben. Damit wäre der Grundstein für die nächste noch stärkere Verwerfung an den internationalen Märkten fest verankert, so fest, dass man wenn sich die gröbste Panik verzogen hat vielleicht doch ab und an mal eine Goldmünze erwerben und weglegen sollte. Nach der Krise ist vor der Krise.
Okt
09
2008
Mittlerweile liest sich das Geschehen um die isländische Kaupthing Bank wie ein Wirtschaftskrimi. Nachdem bereits am Mittwoch Abend Kauthing keine Auszahlungen mehr vorgenommen hatte und die Konten der Tagesgeld und Festgeld Kunden einseitig sperrte, hat nur wenige Stunden später die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kurz BaFin die Aufsicht über die deutsche Niederlassung der Bank übernommen.
Es gehe darum den Kapitalabfluss ins Ausland zu verhindern und dafür Sorge zu tragen, dass die Niederlassung ihre Verpflichtung gegenüber den Gläubigern, also vor allem den Deutschen Anlegern, erfüllen könne. Nachdem den Tag über verschiedene Kunden- und Schadenssummen durch die Medien geisterten äußert sich nun auch die BaFin zu der Zahl der betroffenen Kunden. Rund 30.800 Kapitalanleger hätten rund 308 Mio. Euro bei der Bank angelegt. Durch die voran gegangene Verstaatlichung anderer isländischer Banken hat sich bei Kaupthing Kunden ein Vertrauensverlust eingestellt, der zu raschen Mittelabflüssen führte, fast letztendlich zu der Schließung der Auszahlungskonten geführt habe.
Bis zur Klärung der Sach- und Kassenlage wird die BaFin über die Geschicke der deutschen Kaupthing Niederlassung befinden, anders als in Großbritannien scheinen in Deutschland aber ausschließlich private Anleger von der Schließung betroffen zu sein. In UK hatten sich vermehrt Landkreise, öffentliche Institutionen und Gemeinden für eine Geldanlage bei isländischen Banken wie Kaupthing oder Landesbanki entschieden, die Gesamtsumme der offenen Forderungen beläuft sich nach ersten Angaben auf etwa 500 Mio. Britische Pfund (ca. 631 Mio. Euro).
Okt
09
2008
Die in Island erlassenen Notgesetze zur Rettung der eigenen Wirtschaft greifen jetzt auch bei der größten isländischen Bank Kaupthing. Diese hatte zu Beginn der Woche noch eine 500 Mio. Euro Liquiditätsspritze bekommen, die angesichts des rasch schwindenden Kundenvertrauens aber scheinbar nicht ausreichte um die Bank für die Zukunft zu sichern. Die isländische Regierung hat aus diesem Grund die Kontrolle bei Kaupthing übernommen und sichert den Kunden der Bank einen weiterhin reibungslosen Geschäftsverkehr zu. Mit der Verstaatlichung von Kaupthing hat Island binnen einer Woche die drei größten Banken des Landes, Glitnir-Bank, Landesbanki und Kaupthing unter Zwangsverwaltung gestellt. Für die Auslandsgeschäfte der Banken werden Käufer gesucht, die Banken sollen sich wieder auf ihren Heimatmarkt konzentrieren und konsolidieren.
Kaupthingedge Tagesgeld- und Festgeld-Kunden haben durch die Verstaatlichung zunächst keine Nachteile.